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71 Millionen an die Liemobil!

Viel ist geschrieben worden über die «Verschwendung» von Steuergeldern, die nun verhindert worden sei. Aber was ist mit der Verschwendung von privaten Geldern, aus denen sich das aktuelle, dysfunktionale Verkehrswesen finanziert?
Autor
Stefanie Leibfried, Eschen

Alles in allem kostet ein Auto den Halter im Jahr etwa 10 000 Franken, rechnet der TCS. Das wären hierzulande also 300 Millionen – wie gesagt, pro Jahr. Verständlich, dass Autobesitzer keine zusätzlichen Ausgaben für andere Verkehrsträger tätigen möchten – schon gar nicht für «halbleere» Busse und Bahnen … Dass das eigene Auto fast immer «dreiviertelleer» ist, gerät da leicht mal in Vergessenheit! Wenn es denn überhaupt fährt. Die meiste Zeit steht das teure Stück ungenützt auf dem Parkplatz, allzu häufig auch im Stau. Tatsächlich hat jeder ab und zu Besorgungen, die nur mit dem Auto vernünftig zu bewältigen sind. Rein theoretisch könnte man natürlich die Autonutzung aufs Nötigste beschränken – Zauberwort «Mobilitäts-Mix». Aber erstens würde das die ohnehin horrenden Kosten pro Autofahrt noch weiter in die Höhe treiben. Zweitens sind als Folge der Vollmotorisierung die ÖV-Alternativen recht mager. Was nützt mir ein Bus, mit dem ich an mein Ziel komme, später aber nicht mehr zurück? Oder einer, der nur stündlich fährt, und das unregelmässig? Wenig bis nichts. Und dieser Bus wird auch nicht attraktiver, wenn er gratis fährt. Attraktiver wird er durch zuverlässige Verfügbarkeit. Ich bin überzeugt: Würden alle Linien der Liemobil jeden Tag zwischen 5 Uhr morgens und 1 Uhr nachts im Viertelstundentakt bedient, wären die Busse auch ausserhalb der Stosszeiten gut gefüllt, die Strassen dafür seltener verstopft. So manche Familie könnte auf das mühsam finanzierte Zweitauto verzichten. Vielleicht würde sich auch der eine oder andere Stimmbürger fragen, ob man die S-Bahn nicht hätte doch …? Die jetzige Situation birgt jedenfalls die grosse Chance, der Liemobil, unserem neu auch von den Oppositionsparteien gepriesenen «Rückgrat des ÖV in Liechtenstein» mit einer 71-Millionen-Subvention zu einem geradezu verführerischen Fahrplan zu verhelfen. Dann hätte man, wenn man schon auf die S-Bahn verzichtet, wenigstens ein lebenswerteres Autoland.

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