Mit Zuversicht in die Zukunft
Herr Zorc, 2025 war ein starkes Anlagejahr. Und ein gutes Jahr für die LVST?
Eduard Zorc: Absolut. Wir konnten in beiden Anlagestrategien erneut sehr erfreuliche Ergebnisse erzielen. In der konservativen Strategie lag die Rendite bei 6,91 Prozent, in der dynamischen sogar bei 8,31 Prozent. Damit zählt die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein im Vergleich zu anderen Pensionskassen in Liechtenstein und der Schweiz einmal mehr zur Spitzengruppe. Für unsere Versicherten bedeutet das: Ihr Vorsorgekapital hat sich sehr positiv entwickelt.
Wie stabil und attraktiv ist die LVST im Juni 2026?
Die LVST steht heute auf einem sehr soliden Fundament. Die Vorsorgegelder der angeschlossenen Betriebe und der Rentnerinnen und Rentner sind breit und ausgewogen an den internationalen Kapitalmärkten investiert. Diese Diversifikation zahlt sich aus: Unsere Versicherten profitieren von einer attraktiven Performance und Verzinsung.
Eine Zahl dazu?
Wir konnten die Altersguthaben der aktiv Versicherten im letzten Jahr durchschnittlich mit über 4 Prozent verzinsen. Aber auch bei den Renten setzen wir auf Sicherheit: Unsere technischen Grundlagen sind bewusst konservativ gewählt und werden von unserem Pensionskassenexperten als sehr gut beurteilt. Er bestätigt der LVST eine hohe strukturelle Risikofähigkeit – ein wichtiges Zeichen für langfristige Stabilität.
Als Präsident der letzten 14 Jahre, was sehen Sie im Rückspiegel? Wachstum trotz Krisen?
Definitiv. Als ich 2012 das Präsidium übernommen habe, betrug die Bilanzsumme rund 350 Mio. Franken. Ende 2025 lag sie bereits bei 1,4 Mrd. Franken – eine Vervierfachung. Und dies, obwohl wir vor etwas mehr als 20 Jahren bei null gestartet sind. Dieses Wachstum erfüllt mich mit grossem Stolz. Es ist das Resultat einer hervorragenden Teamleistung. Gemeinsam haben wir die LLB Vorsorgestiftung Schritt für Schritt weiterentwickelt – auch in herausfordernden Zeiten.
Wann haben Ihnen auch mal die Knie gezittert?
Gezittert haben mir die Knie nie. Natürlich lief nicht immer alles reibungslos. Besonders das Jahr 2022 war aufgrund der massiven Verwerfungen an den Finanzmärkten sehr anspruchsvoll. Trotzdem war ich immer überzeugt, dass das stabile Fundament der LVST auch solche Phasen tragen kann.
Welches Highlight haben Sie vor Augen?
Ganz klar die Entwicklung der LVST über die letzten 20 Jahre zu einer der grössten Sammelstiftungen in Liechtenstein. Aber auch, dass der Stiftungsrat in schwierigen Zeiten Ruhe bewahrt hat – wie etwa 2022 – und die gewonnenen Erkenntnisse in wichtige Weiterentwicklungen umgesetzt hat. Dass wir aus dieser Zeit so viel Positives für die Zukunft mitnehmen konnten, ist für mich ein weiteres Highlight.
Was zeichnet die LVST besonders aus?
Die Attraktivität der LVST liegt vor allem in ihrem Modell. Dies gibt es in Liechtenstein so kein zweites Mal. Als einzige Pensionskasse ermöglichen wir Firmen einen individuellen Anschluss. Konkret bedeutet das: Jeder angeschlossene Betrieb hat sein eigenes Konto und einen eigenen Deckungsgrad. Der gesamte erwirtschaftete Gewinn der Stiftung – nicht nur die Verzinsung – wird den individuell angeschlossenen Betrieben gutgeschrieben. Auch Wertschwankungsreserven und freie Mittel gehören dem jeweiligen Betrieb.
Was noch?
Zusätzlich bieten wir als einzige Pensionskasse in Liechtenstein zwei unterschiedliche Anlagestrategien an, zwischen denen die Kunden wählen können. Diese Kombination aus Flexibilität, Transparenz und Fairness macht die LVST besonders.
Für den Blick nach vorn: Was braucht es, damit die LVST ein Garant für guten Lebensstandard bleibt?
Im Grunde nur das, was jedes erfolgreiche Unternehmen braucht: Menschen, die mit Engagement, Herzblut und Verantwortung handeln. Führungskräfte und Mitarbeitende, die mutig entscheiden, vorausschauend denken und zu ihrem Handeln stehen.
Und die haben Sie?
Genau diese Menschen haben wir – im Stiftungsrat, in der Geschäftsführung und in der Geschäftsstelle. Deshalb bin ich fest überzeugt, dass sich die LLB Vorsorgestiftung auch in Zukunft sehr erfolgreich weiterentwickeln wird und für alle angeschlossene Betriebe die Pensionskasse erster Wahl bleibt.
Seit der Delegiertenversammlung am 1. Juni ist es offiziell: Das Amt des Präsidenten liegt in neuen Händen. Was geben Sie ihrem Nachfolger Andreas Haber mit auf den Weg?
Mit Andreas Haber hat der Stiftungsrat einen ausgezeichneten Nachfolger gewählt. Er bringt alles mit, um die Stiftung erfolgreich in die Zukunft zu führen. Nun geht es darum, die Stärken der LVST auszubauen. Das Pensionskassengeschäft ist langfristig ausgerichtet – Entscheidungen müssen über Jahre hinweg Bestand haben und dürfen nicht von kurzfristigen Marktbewegungen getrieben sein. Das erfordert Mut, Weitsicht und eine gewisse Gelassenheit. Eigenschaften, die Andreas Haber in hohem Mass mitbringt. Deshalb übergebe ich das Amt mit grossem Vertrauen und einem guten Gefühl.
22 Jahre lang hat Geschäftsführer Bruno Matt die LVST aufgebaut. Auch er ist dabei, seine Nachfolge zu regeln?
Mit Vincenzo Gregorio haben wir ebenfalls einen ausgezeichneten Nachfolger gefunden. Der Stiftungsrat hat sich einstimmig für ihn entschieden, also auch die Vertreter der angeschlossenen Unternehmen. Seit Oktober 2025 verstärkt er bereits die Geschäftsleitung der LVST. Ein geplanter, strukturierter Übergabeprozess sichert den Wissenstransfer und eröffnet wertvolle neue Perspektiven. Vincenzo Gregorio bringt Erfahrung als Finanzberater und Finanzplaner mit und hat ein gutes Gespür, um die Pensionskasse von morgen zu gestalten.
Andreas Haber, Präsident des Stiftungsrats LVST
Andreas Haber ist seit 2. Juni 2026 Präsident des Stiftungsrates der LVST. Als Leiter des Kompetenzzentrums Private Finanzierungen der LLB bringt er Erfahrung im Finanzwesen mit, insbesondere im Bereich Immobilienfinanzierungen – einem für Pensionskassen zentralen Anlagefeld. Als Regierungsrat-Stellvertreter und Vorsitzender des Kreditausschusses im Liechtensteinischen Bankenverband engagiert er sich für die Weiterentwicklung des Finanzplatzes Liechtenstein.

Die Rolle der LVST für das Land ist ihm ein besonderes Anliegen: «Die langfristige Sicherung der Vorsorgegelder ist eine zentrale Aufgabe mit hoher gesellschaftlicher Relevanz», sagt er. «Diese Verantwortung motiviert mich, die Weiterentwicklung unserer Pensionskasse aktiv und vorausschauend mitzugestalten.»
Vincenzo Gregorio, stv. Geschäftsführer der LVST
Vincenzo Gregorio ist designierter Geschäftsführer der LVST. Der dipl. Betriebswirtschafter sowie Finanzplaner und Prüfungsexperte IAF besitzt Erfahrung im Finanzwesen mit Schwerpunkt Vorsorgeberatung. In einem vorausschauenden Übergabeprozess setzt er seit Oktober 2025 gemeinsam mit LVST-Geschäftsführer Bruno Matt neue Impulse für die Pensionskasse von morgen.

«Brunos Erfahrung ist für mich von unschätzbarem Wert», betont Vincenzo Gregorio. «Ein strukturierter Nachfolgeprozess über mehrere Jahre schafft Stabilität und eröffnete neue Chancen. Die LVST ist eine der grössten Sammelstiftungen im Land und spielt eine wichtige Rolle für die Altersvorsorge vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das bedeutet Verantwortung und Vertrauen.»
LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben









Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.