Kurz vor Weihnachten fällt nun die Entscheidung im Kampf um die absolute Leaderposition und der FC Vaduz trifft im letzten Duell vor der Pause auf den punktgleichen FC Aarau.
Turnier: Challenge League, Runde 18
Austragungsort: Vaduz
Austragungsstätte: Rheinpark Stadion
Zuschauerzahl:
Schiedsrichter: Zrinko Prskalo
2’
Das ist ein unnötiger Ballverlust auf der Höhe der Grundlinie in der eigenen Hälfte. Aarau versucht die Vaduzer bereits früh unter Druck zu setzen.
Nach Tagen zähen Nebels und kühlen Temperaturen im Tal zeigt sich das Wetter heute wieder von seiner besseren Seite: Der Föhn ist eingezogen und hat den dichten Nebel vertrieben.
Noch ein Blick auf die Schiedsrichter: Angeführt wird die Partie von Zrinko Prskalo und wird an der Seitenlinie vonDavid Huwiler und Thomas Zihlmann assistiert. Als vierten Offizieller fungiert Hajrim Qovanaj.
Beim FC Vaduz stechen mehrere Spieler hervor, die bisher eine starke Saison abliefern. Luca Mack übernimmt dabei die Schlüsselrolle: Er ist nicht nur die Spitze, sondern auch der Motor im Mittelfeld, der das Spiel der Mannschaft von Marc Schneider antreibt. Zusammen mit Stephan Seiler, Ronaldo Dantas Fernandes und Dominik Schwizer sorgt er für kontinuierliche Offensivgefahr. In der Defensive geben Liridon Berisha, Niklas Lang und Torhüter Leon Schaffran die nötige Stabilität im ersten Drittel des Spielfelds und bilden das Fundament für Vaduz’ sichere Hintermannschaft.
Personell bieten beide Teams einige Schlüsselspieler, die den Ausgang des Spitzenspiels entscheidend prägen könnten. Bei Aarau fällt vor allem Valon Fazliu ins Auge: In 16 Duellen hat der Stürmer bereits zehn Tore erzielt und ist damit die wohl gefährlichste Waffe im Angriff. Die Defensive wird von Serge Müller, Nassim Zoukit und Linus Obexer stabil gehalten, während Marvin Hübel im Tor Ruhe und Sicherheit ausstrahlt. Auf Geschwindigkeit setzt Aarau zusätzlich mit Elias Filet, der immer wieder gefährliche Konter und Offensivaktionen einleitet.
Taktisch erwartet beide Teams ein Duell auf Augenhöhe, in dem Standards, zweite Bälle und einzelne Fehler den Unterschied machen könnten. Genau darin liegt die derzeitige Stärke des FCV: Effizienz statt Überhastung.
Aarau sucht konsequent den Weg nach vorne – auch auf die Gefahr hin, Räume zu öffnen. Vaduz dagegen agiert kontrollierter und wartet geduldig auf Fehler. «Wichtig ist, dass wir unser Spiel durchziehen und die Momente erkennen, in denen wir Tempo aufnehmen müssen», sagte Trainer Marc Schneider im Vorfeld der Partie. Gerade gegen ein Team, das selten auf Absicherung setzt, könnte diese Balance entscheidend werden.
Für den FC Vaduz geht es im heutigen Spiel um einiges. Nicht nur die alleinige Tabellenführung steht auf dem Spiel, sondern auch in Sachen Mentalität ist einiges gefordert. Sollten die Residenzler in diesem richtungsweisenden Spiel die Nerven behalten, ist dies auch gleichzeitig ein erstes definitives Ausrufezeichen gegen die Ligakonkurrenz.
Der Ligarekord in dieser Kategorie ist allerdings noch deutlich entfernt: Der FC Schaffhausen blieb 2017/18 sogar in den ersten 33 Saisonspielen ohne Remis und stellte damit mit 19 Siegen und 14 Niederlagen eine bis heute unerreichte Bestmarke auf.
Der FC Aarau kennt in dieser Saison bislang nur Sieg oder Niederlage: In den ersten 17 Partien kam es kein einziges Mal zu einem Unentschieden – 14 Siege und drei Niederlagen stehen zu Buche.
Auch der FC Vaduz setzt Ausrufezeichen: Mit acht Heimsiegen zum Saisonauftakt reihen sich die Liechtensteiner in einen exklusiven Kreis ein – zuvor gelang dies nur dem AC Bellinzona 2007/08 mit sogar elf Siegen sowie dem FC Lugano 2008/09 mit neun.
Der FC Aarau legte einen starken Saisonstart hin und gewann 14 der ersten 17 Partien – eine Marke, die zuletzt Neuchâtel Xamax in der Spielzeit 2017/18 erreichte. Noch einen Tick besser waren in der Challenge-League-Historie lediglich der FC Lugano und der FC St.Gallen 2008/09 mit jeweils 15 Siegen aus den ersten 17 Spielen.
Auch die Siegquote ist bemerkenswert: Bereits 13 Erfolge stehen zu Buche, genauso viele wie in der gesamten Saison 2024/25, in der Vaduz dafür 36 Partien benötigte.
Mit 42 Punkten aus den ersten 17 Spielen hat der FC Vaduz einen neuen Vereinsrekord in der Challenge League aufgestellt. Noch nie sammelten die Residenzler zu diesem Zeitpunkt einer Saison so viele Zähler – der bisherige Bestwert lag bei 39 Punkten in der Spielzeit 2010/11.
Besonders beeindruckend ist dabei die defensive Stabilität: In den vergangenen vier Partien blieb Vaduz jeweils ohne Gegentor und steht nun kurz vor einem Ligarekord. Nur noch ein weiterer Zu-null-Sieg fehlt, um mit dem AC Bellinzona, dem FC Wohlen und dem FC Sion gleichzuziehen, die mit je fünf Spielen ohne Gegentreffer in Serie die Bestmarke halten.