Bautätigkeit: Geplante Ausgaben deutlich gesunken im 4. Quartal
2024 war für Liechtensteins Baubranche das schlechteste Jahr seit Beginn der statistischen Aufzeichnung: Die geplanten Baukosten im Land waren so tief wie noch nie. 2025 zeigte sich wieder ein schrittweiser Aufschwung bei den geplanten Aufträgen, auch wenn das Niveau weiterhin tief blieb. Doch nach drei aufsteigenden Quartalen endete das vergangene Jahr wieder mit einem deutlichen Einbruch. Dies geht aus den neusten Zahlen zur Bautätigkeit hervor, die das Amt für Statistik am Donnerstag veröffentlicht hat.
Im 4. Quartal 2025 erteilte das Amt für Hochbau und Raumplanung 145 Baubewilligungen mit geplanten Baukosten von insgesamt 86,8 Millionen Franken. Verglichen mit den vorangegangenen drei Jahren bzw. 12 Quartalen (Vergleichsperiode) ist die Anzahl der Bewilligungen weiterhin tief und die geplanten Baukosten liegen unter dem Durchschnitt der letzten 12 Quartale, stellt das Amt für Statistik fest. Die Anzahl der Projekte lag um 24 Prozent und die geplanten Baukosten lagen um 27 Prozent unter dem Mittelwert der Vergleichsperiode.
Im Berichtsquartal sind die geplanten Investitionen im Vergleich zum 3. Quartal 2025 um 62,4 Millionen Franken bzw. um 42 Prozent gesunken. Effektiv betrugen die Baukosten insgesamt 86,8 Millionen Franken. Verglichen mit den letzten drei Jahren waren die Investitionsabsichten im Berichtsquartal unterdurchschnittlich. Die geplanten Baukosten lagen im Bereich Infrastruktur 96 Prozent unter dem Mittel der Vergleichsperiode der letzten 12 Quartale. Im Bereich Wohnen lagen die geplanten Baukosten bei 6 Prozent und im Bereich Industrie und Dienstleistungen 42 Prozent unter dem Mittel der Vergleichsperiode. Im Bereich Land- und Forstwirtschaft fielen die geplanten Investitionen von 3,6 Millionen Franken im 3. Quartal 2025 auf 0,2 Millionen Franken im Berichtsquartal.
Wohnbau: Anzahl neu bewilligter Wohnungen durchschnittlich
Im 4. Quartal 2025 wurden im Bereich Wohnen 123 Baubewilligungen erteilt, 23 Prozent weniger als im Mittel der Vergleichsperiode der letzten drei Jahre bzw. 12 Quartale (160). Davon betrafen 103 Baubewilligungen Veränderungsbauprojekte. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Mittel der Vergleichsperiode von 139 Bewilligungen.
Die restlichen 20 Baubewilligungen im Wohnbau wurden für Neubauprojekte erteilt. Dieser Wert liegt ebenfalls leicht unter dem Durchschnitt der Vergleichsperiode von 22 Bewilligungen. Die geplanten Baukosten für den Wohnbau betrugen 62,7 Millionen Franken und lagen damit 6 Prozent unter dem Mittel der Vergleichsperiode von 66,6 Millionen Franken. Im Berichtsquartal wurden Baubewilligungen für 62 neue Wohnungen erteilt. In den vorangegangenen drei Jahren wurden im Mittel pro Quartal 64 Wohnungen bewilligt.
Investitionsabsichten sind rückläufig
In den Bereichen Industrie und Dienstleistungen sowie Infrastruktur wurden im Berichtsquartal 14 respektive 7 Bauprojekte bewilligt. Die Anzahl der bewilligten Bauprojekte im Bereich Industrie und Dienstleistungen sowie Infrastruktur liegen unter dem Mittelwert der Vergleichsperiode mit 18 beziehungsweise 9 Baubewilligungen. Die geplanten Baukosten betrugen 23,4 Millionen Franken für den Bereich Industrie und Dienstleistungen sowie 0,5 Millionen Franken für den Bereich Infrastruktur. Damit fielen diese um 42 Prozent respektive 96 Prozent niedriger aus als der Mittelwert der Vergleichsperiode.
Im Bereich Land- und Forstwirtschaft wurde im 4. Quartal dieses Jahres ein Bauprojekt bewilligt mit Investitionsabsichten von 0,2 Millionen Franken. Die geplanten Baukosten im Bereich Land- und Forstwirtschaft lagen in der Vergleichsperiode im Mittel bei 0,8 Millionen Franken.
Die geplanten Baukosten für öffentliche Auftraggeber betrugen im Berichtsquartal 1.7 Millionen Franken für private Auftraggeber waren es 85,2 Millionen Franken. Im Vergleich zum Mittel der vorangegangenen 12 Quartale mit 108,2 Millionen Franken waren die geplanten Baukosten für private Auftraggeber niedrig. Auch für öffentliche Auftraggeber lagen die geplanten Baukosten unter dem Mittel von 11,5 Millionen Franken.
Ob sich die Situation in Liechtensteins Baubranche tatsächlich verschärft, können die Unternehmen jeweils nur mit Verzögerung feststellen, sobald die Projekte umgesetzt werden. Denn bei dieser Statistik werden jeweils nur die Baubewilligungen und geplanten Kosten ermittelt. Aktuell sorgen Hürden bei den Bauvorhaben, das Risiko von Einsprachen respektive Verzögerungen der Projekte sowie geopolitische Unsicherheiten für Zurückhaltung bei potenziellen Investoren. (red)
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