Liechtenstein stellt den höchsten Skifunktionär
Matchwechsel im Skisport: Der bisherige, umstrittene FIS-Präsident Johan Eliasch wurde gestürzt: Er erhielt anlässlich des FIS-Kongress in Belgrad eine Stimme weniger als sein Herausforderer, Alexander Ospelt aus Liechtenstein, der nun seit ab Mitternacht für die nächsten vier Jahre FIS-Präsident ist. Hinter Ospelt standen vor allem die grossen Skinationen, welche bei der FIS drei Stimmen besitzen, mit Ausnahme von vermutlich Russland, welches im Skisport aufgrund der Sanktionen zwar keine Athleten an Wettkämpfe schicken darf, politisch aber immer noch mitbestimmen darf und wohl Eliasch, der für Georgien antrat, unterstützte. Da die Wahl geheim war, sind dies aber Mutmassungen. Die 64 Stimmen an Eliasch werden aber neben Russland vornehmlich von kleinen Nationen gekommen sein, wie der Liechtensteiner Delegierte in Belgrad, Marco Büchel, vermutet. Der frühere Skiprofi freut sich für Ospelt und hat am Vorabend selber noch um Stimmen gewaibelt. «Die meisten Verbände hatten sich ihre Meinung bereits gemacht. Bei kleinen Verbänden konnte man noch Stimmen gewinnen. Ich kannte einige Vertreter aus aus meiner Aktivzeit und man ist sich immer noch verbunden», erklärt Büchel. Beim knappen Ausgang mit nur einer Stimme Differenz war jedes Gespräch mit den Delegierten und Verbänden wichtig – etwas das auch Alexander Ospelt in den letzten Wochen aktiv durchzog. «Es war eine extrem spannende, aufwendige Zeit», meint der neue FIS-Präsident.
Ospelt gedenkt Toni Real bei seiner Wahlannahme
Der Höhepunkt des FIS-Kongress, eben die Präsidentschaftswahl, zog sich extrem in die Länge. Das hatte einen Grund: Swiss Ski stellte den Antrag, dass die Wahlen nicht wie vorgesehen elektronisch durchgeführt, sondern per Briefwahl abgehalten werden. Hier zeigte sich einmal mehr wie viel Misstrauen zuletzt gegenüber der FIS-Führung herrschte. Diego Züger, Co-CEO des Schweizer Verbandes, begründet den Vorschlag: «Wir haben im letzten Kongress Probleme mit dem elektronischen System festgestellt. Und diese Wahl war zu wichtig, um ein neues System zu testen». Zudem waren die Ereignisse der Wahlen von 2022 noch in vielen Köpfen. Damals war Eliasch der einzige Kandidat. Beim Modus gab es keine Möglichkeit gegen Eliasch zu stimmen – nur ein «Ja» oder eine Enthaltung war möglich. Damals enthielten sich über 50 Delegierte der Stimme – Eliasch feierte sich trotzdem mit einer Wahl mit 100 Prozent Zustimmung. Mit der Briefwahl stellte Swiss Ski im vornherein die Weichen – es musste alles mit rechten Dingen zu und her gehen. Der Zweikampf zwischen Eliasch und Ospelt war schliesslich extrem knapp.
65 Stimmen für Ospelt, 64 Stimmen für Eliasch. Letzterer akzeptierte die Niederlage, brachte aber in seiner Reaktion noch ein Gerücht in den Umlauf. Die FIS sei eigenständig und es gäbe Informationen wonach das IOC Einfluss auf diese Wahlen genommen habe. Mehr sagte Eliasch zu diesem Vorwurf nicht. Alexander Ospelt kann darauf nicht eingehen. «Ich war damit nie konfrontiert», erklärt er. Der frühere LSV-Präsident durfte sich im Anschluss an Eliasch bei den Delegierten für das Vertrauen bedanken. Er gedachte bei seinen ersten Worten als FIS-Präsident Toni Real, seinem Nachfolger als LSV-Präsident, der nach einem Bergunfall verstorben ist.
Liechtenstein dank Ospelt im Fokus der Welt
Für Ospelt begann im Anschluss an die Wahl ein kleiner Marathon mit Interviews, Pressekonferenz und natürlich vielen Glückwünschen. «Ich bin sehr glücklich und ich bin auch stolz». Marco Büchel ergänzt: «Für das Land Liechtenstein ist diese Wahl einfach nur riesig. Der höchste Funktionär im Skisport kommt aus Liechtenstein». Damit geht eine lange Tradition mit dem nächsten Schritt weiter. Liechtenstein hat im Skisport sehr grosse Erfolge gefeiert. Zehn olympische Medaillen hat das kleine Land bisher gewonnen und allesamt durch Erfolge im Skisport – zuletzt mit Tina Weirather. Nun stellt Liechtenstein auch den höchsten Skifunktionär mit Alexander Ospelt als FIS-Präsidenten. 13
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