Liechtenstein und Vietnam schaffen neue Perspektiven für Handel und Investitionen
Regierungschefin Brigitte Haas unterzeichnete zwei bedeutende Abkommen während ihres Besuchs vom 17. bis 19. Oktober 2026 in Vietnam. Der offizielle Besuch stellte einen Meilenstein in den bilateralen Beziehungen zwischen Liechtenstein und Vietnam dar. Regierungschefin Brigitte Haas unterzeichnete in Hanoi im Namen Liechtensteins das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Vietnam sowie gemeinsam mit dem vietnamesischen Finanzminister Ngo Van Tuan das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Liechtenstein und Vietnam. Das EFTA-Freihandelsabkommen und das bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen schaffen für beide Staaten erstmals einen umfassenden Rahmen für Handel, Investitionen und eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Beide Abkommen greifen ineinander: Das Freihandelsabkommen baut Zölle und weitere Handelshemmnisse ab, verbessert den Zugang zu Dienstleistungen und Investitionen und erleichtert den Einsatz von Fachkräften. Das Doppelbesteuerungsabkommen verhindert steuerliche Doppelbelastungen, reduziert Quellensteuern und erhöht die Rechts- und Planungssicherheit für Unternehmen und Investoren.
«Mit diesen beiden Abkommen haben wir ein neues Kapitel geöffnet: Wir schaffen verlässliche Rahmenbedingungen, damit liechtensteinische Unternehmen ihre Stärken in einem der dynamischsten Märkte Asiens gezielt einbringen können», erklärte Regierungschefin Brigitte Haas.
Die beiden Abkommen eröffnen für beide Staaten neue Perspektiven zur Förderung von Handel, gegenseitigen Investitionen, Wirtschaftswachstum und nachhaltiger Entwicklung. «Für die stark exportorientierte liechtensteinische Wirtschaft eröffnet Vietnam neue Chancen, da es zu den am stärksten wachsenden Märkten im südostasiatischen Raum zählt.» Vietnam könne damit als Produktions- und Wachstumsmarkt sowie als Tor zu weiteren Märkten in Südostasien dienen, so die Regierungschefin.
Stärkung der bilateralen Beziehungen
Der Besuch stärkte damit nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch die politischen Beziehungen zu einem strategisch bedeutenden Partner in Südostasien. Regierungschefin Brigitte Haas führte bilaterale Gespräche mit Präsident To Lam, Premierminister Le Minh Hung, Industrie- und Handelsminister Le Manh Hung sowie dem Vorsitzenden der Nationalversammlung, Tran Thanh Man. Dabei standen die Vertiefung der bilateralen Beziehungen, die Umsetzung und Nutzung des Freihandels- und des Doppelbesteuerungsabkommens, neue Handels- und Investitionsmöglichkeiten sowie offene, regelbasierte Märkte und widerstandsfähige Lieferketten im Zentrum. Weitere Themen waren aktuelle internationale Entwicklungen, die Stärkung des Multilateralismus, Klima und nachhaltige Entwicklung sowie Fragen der internationalen Finanz- und Steuerzusammenarbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt war der direkte Austausch mit liechtensteinischen Unternehmen in Vietnam. Die Regierungschefin traf Vertreterinnen und Vertreter von Hilti Vietnam und Oerlikon Balzers und besuchte das Beschichtungswerk von Oerlikon Balzers in Hanoi. Der Austausch vor Ort zeigte, wie liechtensteinische Unternehmen bereits heute zur industriellen Entwicklung Vietnams beitragen und welches zusätzliche Potenzial die neuen Abkommen künftig freisetzen können. (ikr)
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