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Lawinendienst

Viele Gefahrentage trotz wenig Schnee

Die Schneemengen während der vergangenen Saison zeigen im langjährigen Messvergleich tiefe Werte auf. Trotzdem gab es aufgrund der instabilen Schneedecke einige Tage mit hoher Lawinengefahr.
von Sina Thöny
Aufgrund der Lawinengefahr musste der Lawinendienst teilweise Gebiete sperren. (Bild: Lawinendienst)

Lange liess der Schnee in der vergangenen Wintersaison auf sich warten. Auch als er dann kam, fiel er eher gering aus. Dies zeigen die vom Lawinendienst veröffentlichten Zahlen: Insgesamt lag die Neuschneesumme in der gemessenen Zeit von Anfang November bis Ende April an der Messstation in Malbun auf 1610 Meter über Meer mit 457 cm knapp zwei Meter unter dem langjährigen Durchschnitt von 647 cm, heisst es im Abschlussbericht. Die maximale Schneehöhe mass der Lawinendienst erst kurz vor Saisonende am ersten April: Diese lag mit 105 cm unter dem Durchschnitt von 122 cm. Auch in den höheren Lagen war die schneearme Saison zu spüren. Auf 1976 Meter über Meer erreichte die Neuschnee­summe 657 cm, knapp ein Meter unter dem langjährigen Durchschnitt.

Weniger Schneetage, aber mehr Schnee als 2024/25

Einen Negativrekord setzte die Zahl der Neuschneetage: In der Saison 2025/26 schneite es nur 46 Tage – so selten wie seit Beginn der Messung im Winter 1972/73 noch nie, schreibt der Lawinendienst. Damit unterbot der vergangene Winter das bisherige Minimum an Schneetagen von der vorherigen Saison 2024/25 um einen Tag und lag auch deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 68 Neuschnee­tagen. Bei der höheren Messstation zählte der Lawinendienst zwar elf Neuschneetage, also gesamthaft 57 Tage, mehr, doch auch dieser Wert liege nahe beim Minimum von 54 Tagen.

Zwar schneite es in der vergangenen Saison einen Tag weniger als im Winter 2024/25. Dennoch fiel im Vergleich zum Vorjahr insgesamt mehr Schnee: Während der Winter 2024/25 mit einer Neuschneemenge von 378 cm einen Negativrekord aufstellte, mass der Lawinendienst vergangene Saison rund einen Meter mehr. Auch die Tage mit Schneedecke sowie die maximale Schneehöhe übertrafen 2025/26 das vorgehende Jahren, fielen aber wie schon die Jahre zuvor, deutlich unter dem Durchschnitt aus. Mit einer mittleren Temperatur von -0,3 Grad war der vergangene Winter 0,2 Grad wärmer als das Vorjahr und entfernte sich damit noch weiter vom langjährigen Durchschnitt von -1,9 Grad.

Sechs Tage herrschte grosse Lawinengefahr

Die langen Perioden ohne Niederschlag des Winters 2025/26 führten zu einen schlechten Schneedeckenaufbau, schreibt der Lawinen­dienst im Abschlussbericht. Der Lawinendienst rief deshalb an sechs Tagen die Gefahrenstufe 4 (gross) aus, während an 50 Tagen die Gefahrenstufe 3 (erheblich) galt. Während der Saison musste der Lawinendienst aus Sicherheitsgründen zu folgenden Mass­nah­men greifen: Einmal wurde mit der Sperrstufe A ein Betretungsverbot im Gebiet Chur erlassen sowie der Sassweg gesperrt, zweimal musste der hintere Teil der Langlaufloipe im Steg gesperrt werden.

Für den Ernstfall probte der Lawinendienst zusammen mit der Bergrettung, der Landespolizei (Alpinpolizei), dem Gemeindeschutz Triesenberg sowie den Bergbahnen Malbun AG am 18. März in einer gross angelegten praktischen Weiterbildung. Insgesamt trainierten rund 40 Einsatzkräfte die Abläufe einer Evakuation bei sehr grosser Lawinengefahr und festigten die Zusammenarbeit sowie die Koordination zwischen den Organisationen, berichtet der Lawinendienst. «Die gut organisierte Übung war sehr wertvoll und zeigte auf, wo Schwachstellen oder Unklarheiten sind und wie diese für zukünftige Ereignisse behoben werden können», heisst es im Abschlussbericht. 

Artikel: http://www.vaterland.li/liechtenstein/gesellschaft/viele-gefahrentage-trotz-wenig-schnee-art-726201

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