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Rettungsaktion für Wal «Timmy» hat begonnen – nicht alle sind davon begeistert

Der vor der deutschen Ostseeinsel Poel gestrandete Buckelwal ist noch am Leben, aber schwer krank. Sechs Helfer sind bei ihm. Jetzt soll er zurück ins Meer geschleppt werden.
Ein Boot von Greenpeace nähert sich am 1. April dem Buckelwal – jetzt hält sich die Umweltorganisation zurück. (Bild: Markus Golejewski/Keystone)

Die Rettungsaktion für den gestrandeten Wal vor der kleinen deutschen Ostseeinsel Poel hat begonnen. Sechs Helfer haben sich im hüfttiefen Wasser zu dem Buckelwal begeben, wie im Livestream von News5 zu sehen war. Unter anderem spritzten sie Wasser auf den Wal.

Die Behörden im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hatten am Vortag eine private Rettungsmission genehmigt. Danach soll versucht werde, Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll zuvor Schlick unter ihm weggespült werden.

Ein Boot von Greenpeace nähert sich am 1. April dem Buckelwal – jetzt hält sich die Umweltorganisation zurück. (Bild: Markus Golejewski/Keystone)

Der Wal soll dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und in die Nordsee beziehungsweise in den Atlantik transportiert werden. Ein Schlepper soll die Pontons ziehen. Das Tier wird aus der Bucht heraus, quer durch die Ostsee bis in die Nordsee abgeschleppt.

«Unser Ziel ist es, alles Menschenmögliche für das Tier zu tun», erklärte der zuständige Umweltminister Till Backhaus zu den Plänen der privaten Initiative. «Das Konzept hat das Potenzial, dem Wal wirklich zu helfen.»

Buckelwal «Timmy»: Seine Geschichte in Bildern

Anders sehen das offenbar sogar Umweltaktivisten. So beteiligt sich Greenpeace bewusst nicht. «Wir unterstützen die Rettungsaktion nicht, denn nach allen uns vorliegenden Informationen ist dieser Wal krank und stark geschwächt», teilte eine Sprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Laut wissenschaftlichen Gutachten des Deutschen Meeresmuseums und des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung seien die Erfolgsaussichten des Tieres bei einer Lebendbergung sehr gering und gingen mit einem hohen Verletzungsrisiko einher. Greenpeace habe sich in den vergangenen Tagen an den Rettungsversuchen beteiligt. «Jetzt konzentrieren wir unsere Arbeit darauf, den Schutz der Meere auch als Lebensraum der Wale voranzubringen.»

«Er ist nicht aktiv, er ist erst recht nicht agil», musste auch Backhaus zugeben. Sicher habe der Wal schwere Schäden. «Aber er zeigt, dass da Leben noch drinsteckt. Vielleicht gelingt die Rettung dennoch.» Die Verantwortung für die Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. «Die haben unser Haus komplett freigestellt.» (dpa/pin)

 
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