Vier Renaissance-Kunstwerke aus Museum auf Sizilien gestohlen
Diebe haben aus einem Museum auf Sizilien vier Werke des Renaissance-Künstlers Antonello da Messina gestohlen. Sie hätten am Samstagabend im Museum MuMe in der Stadt Messina drei von fünf der noch vorhandenen Tafeln des San-Gregorio-Polyptychons aus dem Jahr 1473 sowie eine Tafel, die die Jungfrau Maria mit dem toten Christus darstelle, mitgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur LaPresse am Sonntag.
Der Kunstexperte Alberto Fiz schätzte den Wert der gestohlenen Kunst auf 70 bis 80 Millionen Euro. Die Diebe sollen alle fünf Tafeln des Polyptychons aus deren Rahmen entfernt, aber zwei davon bei der Flucht hinter einer Mauer zurückgelassen haben.
Die Museumsdirektorin Marisa Mercurio sagte der Nachrichtenagentur Ansa, der Diebstahl habe sich kurz vor 22.00 Uhr am italienischen Feiertag Ferragosto ereignet. Die Alarmanlage habe funktioniert, zudem seien Wachleute vor Ort gewesen. «Wir sind am Boden zerstört», sagte sie. Der Diebstahl sei «ein gewaltiger Verlust für das Museum, die Stadt, die Gemeinde und die Kunstwelt».
Dem Sender Sky TG 24 sagte Mercurio: «Das sind nicht einfach Werke von Antonello da Messina.» Die Werke seien «von erheblicher Bedeutung hinsichtlich unserer Identität», da sie von einem Künstler der Stadt stammten.
Der ranghöchste Kulturbeauftragte der Stadt Messina, Enzo Caruso, sprach von «einer Katastrophe». Im Sender Sky TG 24 forderte er, dass die Kunstwerke schnell sichergestellt werden.
Caruso verwies darauf, dass das internationale Interesse an Antonello zugenommen habe, seit Italien in diesem Jahr das Gemälde «Ecce Homo» des Künstlers bei Verhandlungen mit dem Auktionshaus Sotheby's in New York für 14,9 Millionen Dollar erwarb.
Das Museum blieb am Sonntag geschlossen, während Ermittler Beweismaterial sammelten. Zum Zeitpunkt des Diebstahls fand in der Stadt eine Prozession zum Feiertag Ferragosto statt, bei dem an das Fest Mariä Himmelfahrt erinnert wird.
Nicht der erste Kunstdiebstahl in Italien in diesem Jahr
Die auf Kunstdiebstahl spezialisierte Analystin Lynda Albertson sagte der italienischen Tageszeitung «La Repubblica», die entwendeten Werke hätten einen hohen Wiedererkennungswert, weshalb die Diebe es schwerer dabei haben dürften, sie zu verkaufen. «Einen Antonello zu stehlen, könnte deutlich einfacher sein, als einen zu verkaufen», sagte Albertson vom Forschungsverband Arca. «Wenn das gewöhnliche Diebe sind, werden sie das bald feststellen - auf ihre Kosten.»
Erst vor wenigen Tagen hatte die Polizei in der norditalienischen Stadt Parma bekanntgegeben, dass drei im März aus einem nahegelegenen Museum gestohlene Kunstwerke von Renoir, Cézanne und Matisse sichergestellt worden seien. Fünf Personen wurden im Zusammenhang mit diesem Diebstahl festgenommen. (dpa)
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