US-Midterms: Wann kommen die wichtigsten Wahlergebnisse? Der Fahrplan für die Nacht
Die Amerikaner wählen heute einen neuen Kongress. Dabei geht es um die Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus – und damit auch um Donald Trumps Macht in Washington.
Die ersten Wahllokale schliessen um Mitternacht Schweizer Zeit. Wirklich spannend wird es aber erst in den Stunden danach. Hier die wichtigsten Bundesstaaten und Uhrzeiten:
00.00 Uhr: Kentucky und Indiana – die ersten Hinweise
In Teilen von Kentucky und Indiana schliessen die ersten Wahllokale. Beide Staaten gelten als republikanische Hochburgen. Allerdings gibt es einzelne umkämpfte Wahlkreise für das Repräsentantenhaus. Erste Ergebnisse werden kurz nach Mitternacht erwartet. Zwischen 1 und 2 Uhr könnte sich zeigen, ob die Demokraten von einer landesweiten Proteststimmung gegen Trump profitieren.
01.00 Uhr: Georgia – die Demokraten müssen einen Senatssitz verteidigen
In Georgia schliessen die Wahllokale. Hier verteidigt der demokratische Senator Jon Ossoff seinen Sitz gegen den Republikaner Mike Collins. Für die Demokraten wäre eine Niederlage ein schwerer Rückschlag im Kampf um die Senatsmehrheit.

Georgia zählt seine Stimmen vergleichsweise schnell aus. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 waren gegen 4.20 Uhr Schweizer Zeit bereits rund 90 Prozent der Stimmen ausgezählt. Auch diesmal könnte sich noch vor dem Morgen ein klares Bild ergeben.
01.00 Uhr: Virginia und Florida – erste Signale für das Repräsentantenhaus
In Virginia und weiten Teilen Floridas endet die Stimmabgabe. Hier stehen mehrere umkämpfte Sitze im Repräsentantenhaus zur Wahl. Besonders Florida zählt traditionell sehr schnell aus. Sollten die Demokraten dort überraschend republikanische Wahlkreise gewinnen, wäre das ein frühes Warnsignal für Trump. Auch in Virginia lässt sich vergleichsweise rasch erkennen, ob die Demokraten auf Kurs sind.
01.30 Uhr: North Carolina – eine grosse Chance für die Demokraten
In North Carolina endet die Wahl. Der frühere demokratische Gouverneur Roy Cooper tritt gegen den Republikaner Michael Whatley an. Der bisher von den Republikanern gehaltene Senatssitz gilt als eine der wichtigsten Chancen für die Demokraten, einen zusätzlichen Sitz zu gewinnen. Noch in der Nacht könnte eine zuverlässige Prognose vorliegen.

01.30 Uhr: Ohio – Trumps Lieblings-Hinterteil vor der Abwahl
Ebenfalls um 1.30 Uhr schliessen die Wahllokale in Ohio. Der frühere demokratische Senator Sherrod Brown versucht, gegen den republikanischen Amtsinhaber Jon Husted in den Senat zurückzukehren. Im Wahlkampf wurde Husted international bekannt, weil Trump bei mehreren Auftritten von dessen Hinterteil schwärmte.
Ohio hat sich in den vergangenen Jahren deutlich in Richtung der Republikaner bewegt. Ein Sieg Browns wäre deshalb ein wichtiges Signal für die Demokraten. Auch hier dürfte die Auszählung vergleichsweise schnell vorankommen. Erste Ergebnisse dürften kurz nach 1.30 Uhr vorliegen. 2024 war um 3 Uhr bereits die Hälfte der Stimmen ausgezählt. Bis zum frühen Mittwochmorgen könnte deshalb Klarheit herrschen.
02.00 Uhr: Maine – eine der wichtigsten Senatsentscheidungen
In Maine steht die republikanische Senatorin Susan Collins unter Druck. Die langjährige Amtsinhaberin tritt gegen den Demokraten Troy Jackson an. Der Staat ist traditionell eher demokratisch geprägt, Collins konnte sich dort aber bislang behaupten. Ein demokratischer Sieg wäre ein wichtiger Schritt zur Senatsmehrheit.
Allerdings zählt Maine eher langsam aus. 2024 war erst gegen 7 Uhr Schweizer Zeit die Hälfte der Stimmen ausgezählt. Bei einem knappen Rennen könnte die Entscheidung deutlich länger dauern.
02.00 Uhr: Pennsylvania und New Jersey – Kampf um das Repräsentantenhaus
Pennsylvania zählt zu den wichtigsten Schauplätzen für den Kampf um die Mehrheit in der grossen Kongresskammer. Die Auszählung könnte bis in den Mittwochmorgen dauern. Bei der Wahl 2024 waren in Pennsylvania erst gegen 7 Uhr Schweizer Zeit rund 90 Prozent der Stimmen gezählt.
02.00 bis 03.00 Uhr: Michigan – entscheidend für den Senat
In Michigan endet die Stimmabgabe grösstenteils um 2 Uhr, im letzten Teil des Staates eine Stunde später. Hier kämpfen der Demokrat Abdul El-Sayed und der Republikaner Mike Rogers um einen frei werdenden Senatssitz. Die Demokraten müssen diesen Sitz verteidigen, wenn sie eine realistische Chance auf die Mehrheit haben wollen.
Zugleich stehen mehrere umkämpfte Sitze im Repräsentantenhaus zur Wahl. Michigan zählt allerdings eher langsam aus. Ein knappes Rennen könnte bis weit in den Mittwoch hinein offenbleiben.
02.00 bis 03.00 Uhr: Texas – gelingt den Demokraten die Sensation?
In Texas schliessen die meisten Wahllokale um 2 Uhr Schweizer Zeit, die letzten um 3 Uhr. Der Demokrat James Talarico tritt gegen den Republikaner Ken Paxton an. Texas gilt seit Jahrzehnten als republikanische Hochburg. Ein demokratischer Sieg bei einer landesweiten Wahl wäre eine politische Sensation – und könnte den Kampf um die Senatsmehrheit entscheidend beeinflussen.
Auch mehrere Sitze im Repräsentantenhaus sind umkämpft. Erste Ergebnisse kommen bereits nach 2 Uhr, ein verlässliches Bild könnte sich im Laufe des Morgens ergeben.
05.00 Uhr: Kalifornien und Washington – womöglich die letzten entscheidenden Sitze
An der amerikanischen Westküste endet die Stimmabgabe um 5 Uhr Schweizer Zeit. Kalifornien ist für die Demokraten besonders wichtig. Mehrere republikanische Wahlkreise könnten an die Opposition fallen.
Allerdings werden in beiden Staaten viele Stimmen per Post abgegeben. Die Auszählung dauert deshalb oft mehrere Tage. Sollte die Mehrheit im Repräsentantenhaus an einzelnen dieser Wahlkreise hängen, könnte die Entscheidung entsprechend lange auf sich warten lassen.
06.00 bis 07.00 Uhr: Alaska – der letzte grosse Senatskrimi
In Alaska schliessen die meisten Wahllokale um 6 Uhr Schweizer Zeit, die letzten um 7 Uhr. Hier fordert die Demokratin Mary Peltola den republikanischen Senator Dan Sullivan heraus. Alaska gilt traditionell als republikanisch, doch Peltola hat Chancen auf einen überraschenden Sieg.
Eine endgültige Entscheidung könnte allerdings bis zu zwei Wochen lang auf sich warten lassen. Viele Briefwahlstimmen treffen erst nach dem Wahltag ein. Falls bei der ersten Auszählung kein Kandidat eine absolute Mehrheit erreicht, werden die Stimmen nach dem Präferenzwahlsystem neu verteilt.
Wann wissen wir, wer gewonnen hat?
Bereits im Laufe des Mittwochmorgens könnte sich abzeichnen, welche Partei künftig den Senat und das Repräsentantenhaus kontrollieren wird. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht.
2022 stand die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus erst acht Tage nach der Wahl fest. Auch das Rennen um den Senat blieb damals mehrere Tage offen.
Besonders die Auszählungen in Kalifornien, Alaska und anderen Staaten mit vielen Briefwahlstimmen könnten sich diesmal erneut hinziehen.
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