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«Chemischer Geruch»: Swiss setzt Notruf über Atlantik ab

Am Dienstagmorgen kam es auf einem Swiss-Flug von Chicago nach Zürich zu einem Zwischenfall. Die 222 Passagiere an Bord müssen nun auf einer Azoreninsel auf die Abholung warten.
Der Swiss-Flug aus Bosten besuchte unplanmässig die Azoren. (Bild: Symbolbild: Laurent Gillieron/Keystone)

Der Flug LX9 der Swiss hat über dem Atlantik einen Notruf abgesetzt. Es handelt sich um den Squawk-Code 7700, den universellen Transpondercode im Flugverkehr für einen allgemeinen Notfall. Die Maschine landete laut «Flightradar24» gegen 8.30 Uhr Schweizer Zeit auf der portugiesischen Azoren-Insel Terceira.

Die Swiss hat gegenüber dieser Zeitung bestätigt, dass eine Ausweichlandung eingeleitet wurde. Grund dafür war gemäss Swiss-Operationschef Oliver Buchhofer «chemical smell» – also chemischer Geruch – in der Economy-Kabine. Jetzt seien aber alle 16 Crew-Mitglieder und 222 Passagiere sicher am Boden gelandet. Rund fünf Passagiere sowie ein Crewmitglied liessen sich nach der Landung vorsorglich medizinisch untersuchen, nachdem bei ihnen kurzzeitig Symptome wie gereizte Augen, Übelkeit oder Kopfschmerzen aufgetreten waren.

Der dritte Vorfall dieser Art innert weniger Wochen

Unklar ist noch, ob der Vorfall in Zusammenhang mit dem Brand einer Powerbank oder eines Ladecases, etwa für Kopfhörer, steht. Solche Vorfälle sorgten in den vergangenen Wochen bereits zweimal für Ausweichlandungen bei der Swiss.

Am 9. August musste ein Swiss-Flug von Zürich nach Boston zwischenzeitlich abgebrochen werden. Der Flieger kehrte um und landete in Dublin. Grund für den Abbruch war eine plötzliche Rauchentwicklung in der Kabine, verursacht durch eine Powerbank.

Und Ende Juli musste ein Flug von Zürich nach New York notfallmässig in Bangor im US-Bundesstaat Maine landen. Auslöser war eine unklare Rauchentwicklung im vordersten Teil der Business Class. Techniker fanden schliesslich eine Ladebox für Kopfhörer, die in einen Sitz gerutscht und dort beschädigt worden war.

Der Plan besteht gemäss Buchhofer nun darin, heute Nachmittag ein Flugzeug mit Mechanikern aus Zürich loszuschicken und die auf den Azoren festsitzenden Swiss-Passagiere abzuholen. Weil dafür ein Flugzeug hergenommen werden muss, das für einen Flug nach Chicago geplant war, kommt es bei einigen Flügen der Swiss zu Verspätungen. (pin/ehs)

 
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