«Stechender Geruch»: Swiss setzt Notruf über Atlantik ab
Der Flug LX9 der Swiss hat am Morgen über dem Atlantik einen Notruf abgesetzt. «Grund dafür war ein vorerst nicht näher identifizierbarer, stechender Geruch in der Economy Class», teilt die Swiss am Mittag mit. Das Flugzeug habe sich zu diesem Zeitpunkt ungefähr in der Mitte des Atlantiks befunden. «In einer solchen Situation gehen unsere Crews keine Risiken ein und entscheiden sich vorsorglich für eine Landung an einem geeigneten Flughafen.» Die Boeing 777 setzte in der Folge um 6:30 Uhr Lokalzeit (8.30 Uhr Schweizer Zeit) auf der portugiesischen Azoren-Insel Terceira auf.
Die Swiss hat gegenüber CH Media bereits am Morgen bestätigt, dass eine Ausweichlandung eingeleitet wurde. Grund dafür war gemäss Swiss-Operationschef Oliver Buchhofer «chemical smell» – also chemischer Geruch – in der Economy-Kabine. Jetzt seien aber alle 16 Crew-Mitglieder und 222 Passagiere sicher am Boden gelandet. Rund fünf Passagiere sowie ein Crewmitglied liessen sich nach der Landung vorsorglich medizinisch untersuchen, nachdem bei ihnen kurzzeitig Symptome wie gereizte Augen, Übelkeit oder Kopfschmerzen aufgetreten waren.
Der dritte Vorfall dieser Art innert weniger Wochen
Unklar ist noch, ob der Vorfall in Zusammenhang mit dem Brand einer Powerbank oder eines Ladecases, etwa für Kopfhörer, steht. Solche Vorfälle sorgten in den vergangenen Wochen bereits zweimal für Ausweichlandungen bei der Swiss.
Am 9. August musste ein Swiss-Flug von Zürich nach Boston zwischenzeitlich abgebrochen werden. Der Flieger kehrte um und landete in Dublin. Grund für den Abbruch war eine plötzliche Rauchentwicklung in der Kabine, verursacht durch eine Powerbank.
Und Ende Juli musste ein Flug von Zürich nach New York notfallmässig in Bangor im US-Bundesstaat Maine landen. Auslöser war eine unklare Rauchentwicklung im vordersten Teil der Business Class. Techniker fanden schliesslich eine Ladebox für Kopfhörer, die in einen Sitz gerutscht und dort beschädigt worden war.
Reise dauert nun einen halben Tag länger
«Was den stechenden Geruch in der Economy Class ausgelöst hat, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit Gewissheit sagen», kommentiert Swiss den aktuellen Zwischenfall. Das Flugzeug solle nun gründlich untersucht werden.
Der Plan besteht gemäss Buchhofer zudem darin, am Nachmittag ein Flugzeug mit Mechanikern aus Zürich loszuschicken und die auf den Azoren festsitzenden Swiss-Passagiere abzuholen. Die Ankunft dieses Ersatzflugs in Zürich ist für heute Abend um 22:15 Uhr vorgesehen, wie Swiss am Mittag präzisiert. Für die Passagiere bedeutet das, dass sich ihre Reise ziemlich genau um einen halben Tag verlängert hat.
Ausserdem müssen wegen des Ersatzflugs andere Passagiere auf ihren Swiss-Flug verzichten. Der Flug LX8 von Zürich nach Chicago sowie der anschliessend mit demselben Flugzeug geplante Rückflug von Chicago nach Zürich wurden gestrichen. Man bemühe sich um alternative Reisemöglichkeiten, betont die Airline. (pin/ehs)
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