«Durchgeknallt»: Jetzt geht auch Star-Podcaster Joe Rogan auf Distanz zu Trump
So energisch hat Joe Rogan den amerikanischen Präsidenten noch nie kritisiert. «Einiges von dem, wofür Trump einstand, war nicht echt», sagte der Podcaster diese Woche. So habe der Präsident im letzten Wahlkampf versprochen, keine neuen Konflikte anzuzetteln. «Nun befinden wir uns im Krieg mit dem Iran», aus dem es keinen schnellen Ausweg gebe. Und die Art und Weise, wie Donald Trump die Einwanderungsbehörde ICE militarisiert habe, sei «durchgeknallt».
Rogan hatte Trump im Oktober 2024 drei Stunden lang interviewt und dann einen Wahlaufruf zugunsten des Republikaners abgegeben. Er war Teil von Podcast-Hosts in der «Manosphere», die sich in den Wahlkampf einmischten.
Doch nun ist der Präsident unbeliebt: Seiner Republikanischen Partei droht bei den Kongresswahlen eine Niederlage. Und die führenden Stimmen im amerikanischen Podcast-Universum gehen auf Distanz – wenn sie nicht schon komplett das Interesse an Trump verloren haben. Eine Analyse des «Wall Street Journal» ergab kürzlich, dass viele Exponenten des Maga-Lagers lieber über pikante Gerichtsfälle sprechen würden als über den Präsidenten.
Auch Trumps Plattform befindet sich in einer Krise
Hinter diesem Stimmungsumschwung stecken wohl auch wirtschaftliche Motive. Amerikanische Internetmedien, die sich gezielt an ein rechtes Publikum richten, stecken in einer tiefen Krise – und je länger Trump im Weissen Haus ist, desto stärker scheint sich die Notlage der rechten Influencer zu akzentuieren.
Dies geht aus einer aktuellen Zusammenstellung des Medienforschers Howard Polskin hervor, der die Internetseite «The Righting» betreibt. So verloren Plattformen wie «The Blaze», «The Federalist» oder «Free Beacon» in den vergangenen zwölf Monaten rund die Hälfte ihrer Leserschaft. Auch Massenpublikationen wie die Website des Fernsehsenders Fox News müssen einen massiven Rückgang der Klickzahlen hinnehmen, wenn auch auf deutlich höherem Niveau.
Selbst Truth Social ist von diesem Einbruch betroffen, obwohl Trump doch immer wieder offizielle Mitteilungen über den Kanal verschickt. Im September verzeichnete der Onlinedienst noch 15,3 Millionen Zugriffe. Das entspricht einem Minus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Konkurrent X kommt pro Monat in den USA auf rund 1 Milliarde Besucherinnen und Besucher.
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