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Russische Nachrichtenagentur kündigt Angriff auf Litauen an – und löscht den Beitrag kurz darauf

Ein kremlnaher Autor bringt einen russischen Militäreinsatz gegen Litauen ins Spiel – bis hin zu Atomwaffen. Wenige Stunden später verschwindet der Text.
Wladimir Putin hinter russischen Soldaten. (Archivbild) (Bild: Keystone)
Alexander Nosowitsch. (Bild: svop.ru)

Peinliches Versehen oder Kalkül? Ein brisanter Beitrag der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti sorgte am Freitag für Verwirrung. Der Autor kündigte nämlich eine neue «militärische Spezialoperation» gegen Litauen an, berichtet das russische Exilmedium «Medusa».

Unter dem Titel «Russland steht eine weitere militärische Spezialoperation bevor. Sie wird sehr kurz sein» droht Autor Alexander Nosowitsch Litauen mit einem Militäreinsatz. Der Grund: Das Litauer Parlament hat den Vorstoss, das Verbot der Stationierung von Atomwaffen im Land aufzuheben, unterstützt. Nosowitsch ist freier Autor und gilt als besonders kremlnah.

Alexander Nosowitsch. (Bild: svop.ru)

Zur Einordnung: Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine vermied der Kreml es jahrelang, von einem Krieg zu sprechen. Stattdessen wurde das Unterfangen «Militärische Spezialoperation» genannt. In seinem Text schreibt Nosowitsch, die europäischen Staaten würden «die Verlegung nichtkonventioneller Waffen an die Grenzen Russlands» weiter vorantreiben. Er vergleicht Litauen – ein «Selbstmordland ohne Verstand» – mit dem Kuba der 1960er-Jahren.

Russland habe nun die Entscheidung, wie es kämpfen möchte. Nosowitsch macht auch gleich einen Vorschlag und schwärmt von einer «blitzschnellen Lösung»: Raketen mit Nuklearen Sprengköpfen. Weil die «Gegner» das Thema der nuklearen Bedrohung mit dem Entscheid in Litauen als erste angeschnitten hätten, könne Russland sich den Nuklearschlag erlauben.

Nach wenigen Stunden wurde der Beitrag von der Website von RIA Novosti entfernt. Die Agentur erklärte in einer Mitteilung, dass er Beitrag nicht «der Meinung der Redaktion, der redaktionellen Politik und der staatlichen Politik der Russischen Föderation» entspreche. Der Artikel ist im Webarchiv weiterhin abrufbar. (cpf, watson)

 
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