Furchterregend oder genial? Roboter läuft den Halbmarathon in Weltrekord-Zeit
Lange klang es nach Science-Fiction und nach einem PR-Gag aus der Tech-Welt. Doch was sich am Sonntag beim Halbmarathon in Peking abgespielt hat, markiert eine Zäsur: Humanoide Roboter sind nicht mehr bloss Kuriositäten auf Messen – sie beginnen, den Menschen physisch zu übertreffen.
Der Sieger des Laufrennens benötigte für die 21 Kilometer gerade einmal 50 Minuten und 26 Sekunden. Damit war die Maschine nicht nur schneller als sämtliche menschlichen Teilnehmer, sondern unterbot sogar den offiziellen Weltrekord des Uganders Jacob Kiplimo (57:20).

Noch vor einem Jahr wäre ein solcher Vergleich absurd gewesen. 2025 kämpften viele der damaligen Roboter überhaupt erst damit, vom Start wegzukommen; Stürze, Ausfälle und Zielankünfte jenseits der Zweieinhalb-Stunden-Marke waren die Regel.
Nun das Gegenteil: flüssige Bewegungen, stabile Läufe, ein Teilnehmerfeld von über 100 Teams. Was sich hier zeigt, ist nicht bloss ein technischer Fortschritt, sondern eine Beschleunigung, wie man sie sonst aus der Softwareentwicklung kennt – nur dass sie diesmal im physischen Raum stattfindet.
Zwar liefen Mensch und Maschine in Peking aus Sicherheitsgründen noch auf getrennten Strecken. Doch die Trennung wirkt inzwischen symbolisch: Die Leitplanken zwischen biologischer und künstlicher Leistungsfähigkeit dürften bald schon hinfällig werden.

Die beeindruckenden Zeiten relativieren sich bei genauerem Hinsehen zwar leicht – der Siegerroboter musste kurz vor dem Ziel nach einem Zusammenstoss wieder aufgerichtet werden. Autonomie ist also noch kein gelöstes Problem. Und auch wirtschaftlich sind humanoide Roboter vielerorts weiterhin im Versuchsstadium.
Doch das Tempo der Entwicklung ist kaum zu übersehen. Innerhalb eines Jahres hat sich die Leistungsfähigkeit vervielfacht. Parallel dazu investiert China Milliarden in sogenannte «verkörperte KI», also künstliche Intelligenz, die nicht nur denkt, sondern handelt und sich bewegt. Die Nachrichtenagentur DPA zitiert eine offizielle Studie, wonach sich die Investitionen in Robotik und sogenannte verkörperte KI in China Ende 2025 auf 73,5 Milliarden Yuan, also rund 8,4 Milliarden Franken beliefen.
Politisch gewollter Wettlauf
Der Halbmarathon von Peking zeigt vor allem eines: Die Grenze zwischen menschlicher und maschineller Leistungsfähigkeit verschiebt sich schneller, als vielen lieb sein dürfte. Heute sind es 21 Kilometer auf abgesperrten Strecken. Morgen könnten es Aufgaben sein, die bislang als ureigen menschlich galten.
Dabei ist dieser Wettlauf politisch gewollt und wird in China öffentlich inszeniert, etwa in Fernsehshows, die maschinelle Kampfsport-Vorführungen zeigen, oder eben bei Laufveranstaltungen wie am Sonntag. Dass Roboter heute schneller laufen können als Menschen, ist dabei mehr als eine sportliche Kuriosität. Es ist ein Signal.
Maschinen, die sich sicher und effizient im Raum bewegen, sind der Schlüssel für Anwendungen weit über den Sport hinaus: in der Industrie, in Katastrophengebieten, im Militär. Vor wenigen Tagen hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski öffentlich die Gefangennahme mehrerer russischer Soldaten durch einen Kampfroboter abgefeiert.
Doch das ist gar nichts im Vergleich zu einem KI-generierten Trickfilm aus China, der seit einiger Zeit im Internet kursiert: Dort wird die Eroberung einer von Menschen verteidigten Insel – offensichtlich Taiwan – durch endlose Horden von Kampfrobotern und Kampfdrohnen zelebriert.
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