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Neuer Wirbel um Epstein: Britischer Ex-Wirtschaftsminister Mandelson festgenommen

Dem früheren Botschafter in den USA wird vorgeworfen, vor Jahren sensible Informationen an den Sexualstraftäter weitergegeben zu haben. Ermittler prüfen so wie beim früheren Prinz Andrew den Verdacht des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt.
Peter Mandelson vor seinem Haus im Nordwesten Londons, Samstag, 21. Februar 2026. (Bild: James Manning)

Der Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein schlägt in Grossbritannien weiterhin hohe Wellen. Nach dem Ex-Prinzen Andrew ist in Grossbritannien eine weitere bekannte Persönlichkeit im Zusammenhang mit den Epstein-Ermittlungen festgenommen worden. Der ehemalige Wirtschaftsminister und Ex-Botschafter in den USA, Peter Mandelson, wurde am Montag in seiner Wohnung im Norden der Hauptstadt in Gewahrsam genommen, wie die Polizei mitteilte. Gegen den 72-Jährigen bestehe der Verdacht auf Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt.

Peter Mandelson vor seinem Haus im Nordwesten Londons, Samstag, 21. Februar 2026. (Bild: James Manning)

Mandelsons Name wurde gemäss britischer Polizeipraxis nicht genannt, obwohl der Verdächtige in dem Fall bereits zuvor als Mandelson identifiziert worden war. Auslöser der Ermittlungen waren Dokumente aus den Epstein-Akten, die nahelegen, dass Mandelson vor anderthalb Jahrzehnten sensible Regierungsinformationen an den Sexualstraftäter weitergab. Daraufhin durchsuchten Ermittler Mandelsons zwei Wohnsitze in London und Westengland. Sexuelle Übergriffe werden ihm nicht vorgeworfen.

Mandelson wurde im September als Botschafter in den USA entlassen, nachdem E-Mails öffentlich geworden waren, die belegten, dass er auch nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 wegen Sexualdelikten an einer Minderjährigen weiterhin mit dem Finanzier befreundet war. Als weitere Details aus den Dokumenten bekannt wurden, die vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden, leitete die Polizei strafrechtliche Ermittlungen ein. Anfang Februar legte er sein Mandat im britischen Oberhaus nieder.

Premier bezeichnet Ernennung zum Botschafter als Fehler

Der Fall Mandelson setzt auch den britischen Premierminister Keir Starmer unter Druck, weil er den Politiker 2024 zum britischen Botschafter in den USA ernannte.

Starmer räumte ein, die Ernennung Mandelsons zum Botschafter sei ein Fehler gewesen, und entschuldigte sich bei den Opfern Epsteins. Er habe Mandelsons Lügen geglaubt, erklärte er. Sein Stabschef Morgan McSweeney und sein Kommunikationsdirektor Tim Allan traten wegen der Affäre Mandelson kurz darauf zurück. Kritiker werfen Starmer vor, er hätte den ohnehin umstrittenen Politiker gar nicht erst ernennen dürfen.

Erst vor vier Tagen wurde Andrew Mountbatten-Windsor, der ehemalige Prinz Andrew, wegen eines ähnlichen Verdachts im Zusammenhang mit seiner Freundschaft zu Epstein festgenommen. (cam/dpa)

 
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