«Unsere Geduld ist nun am Ende»: Pakistan sieht sich im «offenen Krieg» mit Afghanistan
Asif schrieb, Pakistan habe nach dem Abzug der Nato-Truppen auf Frieden in Afghanistan gehofft und erwartet, dass sich die Taliban auf das Wohlergehen der afghanischen Bevölkerung und die Stabilität der Region konzentrieren würden. Stattdessen hätten die Taliban Afghanistan «in eine Kolonie Indiens» verwandelt, Kämpfer aus aller Welt versammelt und begonnen, «Terrorismus zu exportieren», so sein Vorwurf. «Unsere Geduld ist nun am Ende. Jetzt ist es ein offener Krieg zwischen uns», sagte er.

Zuvor hatte es nach einem grenzüberschreitenden Angriff aus Afghanistan weitere militärische Angriffe auf beiden Seiten gegeben. Nach einer Offensive der afghanischen Taliban hat Pakistans Luftwaffe in der Nacht militärische Einrichtungen im Nachbarland angegriffen. Dabei wurden auch Ziele in der afghanischen Hauptstadt Kabul und den Provinzen Kandahar und Paktia bombardiert. Das bestätigte der Sprecher der islamistischen Taliban-Regierung, Sabiullah Mudschahid, auf der Plattform X. Es gebe keine Berichte über Opfer der Luftangriffe. Die pakistanische Seite sprach von Dutzenden getöteten Taliban-Kämpfern.
Afghanistan hatte zuvor pakistanische Stellungen entlang der umstrittenen Grenze angegriffen. Dabei seien 55 pakistanische Soldaten getötet worden, teilte das afghanische Verteidigungsministerium in einer Stellungnahme auf X mit. Pakistanische Stellungen im Grenzgebiet seien eingenommen worden. Pakistans Präsident Asif Ali Zardari schrieb in der Nacht auf X, die Reaktion der pakistanischen Streitkräfte sei umfassend und entschlossen. Sein Land werde keine Zugeständnisse in Bezug auf Frieden und territoriale Integrität machen. 133 afghanische Taliban-Kämpfer seien bei Gegenschlägen getötet worden, teilte der pakistanische Informationsminister Attaullah Tarar auf X mit.
Bei Angriffen seien unter anderem Waffenlager, Panzer und Militäranlagen zerstört worden. UN-Generalsekretär António Guterres forderte Afghanistan und Pakistan angesichts der jüngsten gegenseitigen Angriffe zur Deeskalation auf. Die Parteien sollten versuchen, alle Differenzen auf diplomatischen Weg beizulegen, sagte Guterres nach Angaben seines Sprechers Stéphane Dujarric.
Die jüngste Gewalteskalation zwischen den beiden Nachbarländern lässt eine von Katar vermittelte Waffenruhe zunehmend brüchig erscheinen. Asif erwähnte die Waffenruhe nicht.
Die Beziehungen zwischen den Nachbarländern Afghanistan und Pakistan haben sich zuletzt massiv verschlechtert. Erst im Herbst war es zu Gefechten gekommen. Laut UN-Angaben starben damals 70 afghanische Zivilisten bei pakistanischen Angriffen. Friedensverhandlungen unter Vermittlung des Golfemirats Katar und der Türkei brachten keine nachhaltige Lösung des Konflikts. (dpa)
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