«Nur Idioten würden das anders sehen»: So beschwichtigt Donald Trump die Amerikaner wegen steigender Ölpreise
Der Preis für Rohöl ist erstmals seit mehr als dreieinhalb Jahren über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent, dem internationalen Referenzöl, lag kurz nach Wiederaufnahme des Handels an der Chicago Mercantile Exchange bei 101,19 US-Dollar, später zwischenzeitlich gar bei 120 Dollar.
Warum steigen die Preise?
Der Krieg mit dem Iran betrifft Länder und Regionen, die für die Produktion und den Transport von Öl und Gas aus dem Persischen Golf entscheidend sind. Rund 15 Millionen Barrel Rohöl – etwa 20 Prozent des weltweiten Ölhandels – werden nach Angaben der unabhängigen Forschungsfirma Rystad Energy normalerweise täglich durch die Strasse von Hormus transportiert.
Die Gefahr iranischer Raketen- und Drohnenangriffe hat Tanker weitgehend daran gehindert, die Meerenge zu passieren. Sie grenzt im Norden an den Iran und dient dem Transport von Öl und Gas aus Saudi-Arabien, Kuwait, Irak, Katar, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Iran.
Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Ölproduktion reduziert, da die Lagertanks aufgrund der verringerten Exportmöglichkeiten zunehmend gefüllt sind. Iran, Israel und die Vereinigten Staaten haben seit Beginn des Krieges Öl- und Gasanlagen angegriffen, was die Versorgungsängste weiter verschärft.

Die Warnung des katarischen Energieministers
Ende vergangener Woche hatte Katars Energieminister Saad al-Kaabi in einem Interview der «Financial Times» vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energierohstoffen aus der Region gewarnt. Es sei zu befürchten, dass alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen könnten. Dann ist nach Einschätzung des Ministers ein Anstieg des Ölpreises bis auf 150 US-Dollar möglich.
Welche Auswirkungen hat das Thema für die Schweiz?
Steigen die Ölpreise, schlägt sich das hierzulande auf die Preise von Benzin oder Heizöl durch. «Die Schweizer Preise hängen voll und ganz vom Weltmarktpreis für Erdöl ab», sagte Ueli Bamert, Sprecher bei Avenergy Suisse, dem Verband der Schweizer Mineralölimporteure, vergangene Woche gegenüber dieser Zeitung. «Wenn der globale Ölpreis steigt, werden Benzin oder Heizöl bei uns zwangsläufig teurer; wenn er sinkt, werden sie billiger, so einfach ist das.»

Etwas Entlastung bringt auch der starke Franken. Da Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, kann die schwächelnde US-Währung zu tieferen Preisen an der Zapfsäule beitragen.
Was sagt Donald Trump dazu?
US-Präsident Donald Trump, für den steigende Spritpreise mit Blick auf die wichtigen Zwischenwahlen im Herbst zum Problem werden könnten, versuchte, den Fokus auf die langfristige Entwicklung zu lenken.

Verbraucher sollten sich von den steigenden Ölpreisen nicht beunruhigen lassen: «Die kurzzeitigen Ölpreise, die nach der Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch den Iran rasch sinken werden, sind ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. In Grossbuchstaben schob er hinterher: «Nur Idioten würden das anders sehen!» (dpa/chm)
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