Waffenruhe auf der Kippe: Trumps jüngste Angriffe verschärfen den Iran-Krieg
Neue US-Angriffe im Süden Irans und eine Eskalation im Libanon überschatten die laufenden Verhandlungen über ein Ende des Iran-Kriegs. Das US-Militär griff in den vergangenen 48 Stunden nach eigenen Angaben Raketenstellungen sowie Boote an, die in der Strasse von Hormus Minen verlegen wollten. Das Regionalkommando sprach laut «Washington Post» von «Selbstverteidigung», um amerikanische Truppen vor Bedrohungen durch iranische Kräfte zu schützen.
Teheran reagierte scharf. Das iranische Aussenministerium bezeichnete die Angriffe am Dienstag als «eklatanten Verstoss» gegen die Waffenruhe und drohte, keine «feindliche Handlung unbeantwortet» zu lassen. Die seit Anfang April geltende Feuerpause zwischen den USA und Iran wirkt damit zunehmend fragil.
Parallel dazu gehen die Gespräche in Katar weiter. US-Aussenminister Marco Rubio erklärte am Rande eines Indien-Besuchs, derzeit gebe es «viel Hin und Her» über Formulierungen eines möglichen Rahmenabkommens. Präsident Donald Trump werde «entweder einen guten Deal oder keinen Deal» akzeptieren, zitierte ihn die «New York Times».
Im Zentrum der Gespräche steht die Zukunft der Strasse von Hormus. Durch die Meerenge läuft rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels. Nach den Angriffen der USA und Israels Ende Februar hatte Iran den Schiffsverkehr dort massiv eingeschränkt.
Was dort jetzt geschehe, sei «illegal» und «inakzeptabel», fuhr Rubio fort. Die Aussicht auf neue Spannungen liess den Ölpreis erneut steigen: Brent-Öl verteuerte sich zeitweise um rund drei Prozent auf knapp 99 Dollar pro Fass.
Die Trump-Regierung setzt offenbar auf einen stufenweisen Ansatz: Zunächst soll die Waffenruhe verlängert und die Schifffahrt durch die Hormus-Strasse gesichert werden. Die schwierigeren Fragen – Irans Atomprogramm, Raketenarsenal und Unterstützung regionaler Milizen – würden später verhandelt. Analysten sehen darin laut «New York Times» ein riskantes Modell mit Parallelen zu den stockenden Gaza-Verhandlungen, bei denen zentrale Konfliktpunkte bis heute ungelöst geblieben sind.
Panik im Libanon nach israelischen Attacken
Zusätzlichen Druck erzeugt die Lage im Libanon. Israel intensivierte seine Angriffe auf die Hisbollah. Nach Angaben der Agentur DPA wurden am Dienstag mehr als 100 Ziele in der Bekaa-Ebene und im Süden des Landes attackiert, mindestens zwölf Menschen kamen ums Leben. In Beirut lösten laut dröhnende israelische Drohnenflüge Angst und Panik aus.
Nach Evakuierungsaufrufen der israelischen Armee verliessen zahlreiche Bewohner ihre Häuser, Krankenhäuser brachten Patienten in Sicherheit.
Beobachter warnen, dass eine weitere Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah die Verhandlungen zusätzlich erschweren könnte. Teheran verlangt, dass ein mögliches Rahmenabkommen nicht nur den Krieg mit den USA und Israel, sondern auch den Konflikt im Libanon umfasst. Zugleich fordert Iran die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte in Katar.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim sollen zunächst zwölf Milliarden Dollar überwiesen werden, der Rest innerhalb einer 60-tägigen Übergangsfrist. Trump beharrt seinerseits darauf, dass Irans hochangereichertes Uran «zerstört» oder an die USA übergeben werden müsse.
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