Schock in Modena: Auto rast in Fussgänger – zwei Verletzten werden Beine amputiert
Mit hoher Geschwindigkeit rast ein Mann mit seinem Auto am helllichten Tag mitten im historischen Zentrum der norditalienischen Stadt Modena in eine Gruppe von Fussgängern. Aufnahmen von Sicherheitskameras in der Gegend zeigen, wie der Kleinwagen beschleunigt und zunächst rechts auf den Fussgängerweg und danach auf die linke Seite ausschert. Die auf beiden Seiten erfassten Menschen werden regelrecht durch die Luft geschleudert.
Acht Menschen werden bei dem Vorfall am Samstagnachmittag verletzt, davon vier schwer. Unter den Schwerverletzten ist nach Angaben des Bürgermeisters von Modena, Massimo Mezzetti, auch eine Deutsche. Woher die Frau genau stammt, ist nicht bekannt. Sie wird Medienberichten zufolge mit einer weiteren Ausländerin, einer Polin, in einem Krankenhaus in der Stadt behandelt.
Mezzetti sagt in einer Videobotschaft, er sei «zutiefst betroffen» über diesen «wahnsinnigen Vorfall». Augenzeugen schildern chaotische Szenen. «Überall sah man Blut, Schuhe und Taschen», sagt ein Augenzeuge im Fernsehen
Zwei Verletzten mussten Beine amputiert werden
Die Verletzungen der am schlimmsten Betroffenen sind nach Angaben der Behörden besonders schwer. Wie der TV-Sender Rai berichtet, mussten zwei Personen die unteren Gliedmassen amputiert werden, eine davon schwebt in Lebensgefahr. Bei ihr handelt es sich mutmasslich um die Frau, die am Ende der Fahrt des Autorasers mit voller Wucht gegen ein Schaufenster gedrückt wurde.
An jenem Schaufenster endet die Fahrt des Mannes. Er versucht danach zu fliehen und verlässt das Auto mit einem Messer in der Hand, wie mehrere Augenzeugen berichten. Mehrere Passanten verfolgen den Mann und können ihn letztlich überwältigen und festhalten. Bei dem Gerangel habe der Mann versucht, auf einen der Passanten mit seinem Messer einzustechen.
Die Polizei nimmt den Mann schliesslich fest und befragt ihn. Nach Angaben der Behörden handelt es sich bei ihm um einen 31-Jährigen. Er wurde demnach in der norditalienischen Stadt Bergamo geboren und wuchs in der Provinz Modena auf, er soll nordafrikanische Wurzeln haben. Vor wenigen Jahren sei er kurzzeitig psychiatrisch behandelt worden. Der Mann soll demnach einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften haben und nicht vorbestraft sein.
Bestürzung in Modena am Tag danach
Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Die Behörden erklären, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Mann unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand. Seine Wohnung ist durchsucht worden. Verbindungen zu extremistischen Gruppen seien bisher nicht festgestellt worden, heisst es weiter.
Die Bestürzung in Modena ist gross. Nur wenige Menschen sind am Tag nach dem Vorfall auf den Strassen der 185'000-Einwohner-Stadt in der bei Touristen beliebten Region Emilia-Romagna. «Ich habe gesehen, wie die Menschen zur Seite sprangen und wegrannten - eine schreckliche Szene. Ich bin heute wieder hierhergekommen, weil ich an die Verletzten denke», sagt ein Mann.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat den Vorfall als «sehr schwerwiegend» bezeichnet und den Verletzten ihre Anteilnahme ausgedrückt. In den sozialen Medien schreibt die Politikerin, der Raser müsse nun zur Rechenschaft gezogen werden. Gemeinsam mit Staatspräsident Sergio Mattarella will Meloni nach Modena reisen und die Verletzten in den Krankenhäusern besuchen.

Jüngster Vorfall in Leipzig mit zwei Toten
Der Vorfall erinnert an frühere Taten in anderen Ländern. Der jüngste Fall ereignete sich Anfang Mai in Leipzig mit zwei Toten und mehr als 20 Verletzten. Auch dort fuhr ein Mann im Zentrum mit einem Auto in eine Menschenmenge. (dpa)
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben





Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.