Chirurg will Nase von Ministerpräsidentin «flicken» – ihr Konter sitzt
Mette Frederiksen ist seit mehr als sieben Jahren Ministerpräsidentin von Dänemark und gehört damit zu den einflussreichsten Personen Europas. Trotzdem muss auch sie sich mit etwas auseinandersetzen, um das viele Frauen nicht herumkommen: Kommentare über ihren Körper.

Ein erneuter Vorfall am Montag brachte das Fass für Frederiksen zum Überlaufen, wie die 48-Jährige auf Social Media publik machte. So postete sie den Screenshot folgender kurzen Unterhaltung mit einem anonymisierten Mann:

Kommentar ist kein Einzelfall
In einem Text zum Screenshot verschaffte Frederiksen ihrem Ärger Luft. Sie sei eben erst aus der Ukraine, einem Kriegsgebiet in Europa, nach Hause gekommen, als sie die Nachricht gesehen habe. Keine Botschaft zu ihrer Arbeit, sondern zu einer kleinen Warze auf ihrer Nase.
Dabei war es nicht diese einzelne Nachricht, welche Frederiksen ärgerte, sondern die Menge an solchen Kommentaren, welche sie während ihrer politischen Laufbahn schon hinnehmen musste. «Ich kann gar nicht zählen, wie viele Nachrichten ich im Laufe der Zeit zu meinem Aussehen erhalten habe», schreibt sie. Nicht nur ihre Warze sei thematisiert worden, sondern auch ihre angeblich «hässlichen» Zähne und ihr «dünnes» Haar. Auch Ratschläge zu Botox-Behandlungen habe sie schon erhalten, schreibt sie.

Frederiksens Botschaft: Leute sollten sich nicht darum scheren, wie andere aussehen. «Ich mische mich nicht ein, was andere mit ihrem Aussehen machen», schreibt sie. Weiter erklärt sie, ihren Körper so zu akzeptieren, wie er nun mal sei. Sie sei schliesslich eine Frau, die auf die 50 zugehe, schreibt die dänische Spitzenpolitikerin. Habe man etwas zu kritisieren, sei man dazu herzlich eingeladen, so Frederiksen. «Aber dann nutzt die Zeit für etwas Wesentliches. Und nicht für meine Nase.»
Solidarität mit Betroffenen
Zudem zeigt sich die Sozialdemokratin solidarisch mit anderen Frauen, welche mit ungefragten Kommentaren zu ihrem Körper konfrontiert sind. «Heute sende ich einen besonders liebevollen Gedanken an euch alle, die ihr euch jeden Tag die perfekten Unvollkommenheiten anhören müsst, mit denen wir alle herumlaufen», schreibt sie und beendet den Post mit einem Herz.
Mette Frederiksen ist seit jungen Jahren in der Politik und legte seit den 2010er-Jahren einen steilen Aufstieg hin. 2015 wurde sie Vorsitzende der Socialdemokratiet, der grössten sozialdemokratischen Partei Dänemarks. Nach deren Wahlsieg 2019 wurde sie zur Premierministerin. In diesem Jahr büsste die Socialdemokratiet fast sechs Prozentpunkte ein, blieb aber stärkste Partei. Frederiksen wurde deshalb erneut mit der Bildung einer Regierung beauftragt. (dab/watson)
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben







Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.