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Chirurg will Nase von Ministerpräsidentin «flicken» – ihr Konter sitzt

Ein plastischer Chirurg will eine kleine Stelle auf ihrer Nase «reparieren». Dänemarks Ministerpräsidentin lehnt ab – und richtet eine grundsätzliche Botschaft an Menschen, die das Aussehen anderer kommentieren.
Mette Frederiksen wird regelmässig mit Kommentaren zu ihrem Körper konfrontiert. (Bild: Keystone)
Der Text Verlauf von Mette Frederiksen und dem Chirurg. (Bild: Screenshot: Instagram)
Frederiksen traf zuletzt Wolodymyr Selenskyj in Kiew. (Bild: Keystone)

Mette Frederiksen ist seit mehr als sieben Jahren Ministerpräsidentin von Dänemark und gehört damit zu den einflussreichsten Personen Europas. Trotzdem muss auch sie sich mit etwas auseinandersetzen, um das viele Frauen nicht herumkommen: Kommentare über ihren Körper.

Mette Frederiksen wird regelmässig mit Kommentaren zu ihrem Körper konfrontiert. (Bild: Keystone)

Ein erneuter Vorfall am Montag brachte das Fass für Frederiksen zum Überlaufen, wie die 48-Jährige auf Social Media publik machte. So postete sie den Screenshot folgender kurzen Unterhaltung mit einem anonymisierten Mann:

Der Text Verlauf von Mette Frederiksen und dem Chirurg. (Bild: Screenshot: Instagram)

Kommentar ist kein Einzelfall

In einem Text zum Screenshot verschaffte Frederiksen ihrem Ärger Luft. Sie sei eben erst aus der Ukraine, einem Kriegsgebiet in Europa, nach Hause gekommen, als sie die Nachricht gesehen habe. Keine Botschaft zu ihrer Arbeit, sondern zu einer kleinen Warze auf ihrer Nase.

Dabei war es nicht diese einzelne Nachricht, welche Frederiksen ärgerte, sondern die Menge an solchen Kommentaren, welche sie während ihrer politischen Laufbahn schon hinnehmen musste. «Ich kann gar nicht zählen, wie viele Nachrichten ich im Laufe der Zeit zu meinem Aussehen erhalten habe», schreibt sie. Nicht nur ihre Warze sei thematisiert worden, sondern auch ihre angeblich «hässlichen» Zähne und ihr «dünnes» Haar. Auch Ratschläge zu Botox-Behandlungen habe sie schon erhalten, schreibt sie.

Frederiksen traf zuletzt Wolodymyr Selenskyj in Kiew. (Bild: Keystone)

Frederiksens Botschaft: Leute sollten sich nicht darum scheren, wie andere aussehen. «Ich mische mich nicht ein, was andere mit ihrem Aussehen machen», schreibt sie. Weiter erklärt sie, ihren Körper so zu akzeptieren, wie er nun mal sei. Sie sei schliesslich eine Frau, die auf die 50 zugehe, schreibt die dänische Spitzenpolitikerin. Habe man etwas zu kritisieren, sei man dazu herzlich eingeladen, so Frederiksen. «Aber dann nutzt die Zeit für etwas Wesentliches. Und nicht für meine Nase.»

Solidarität mit Betroffenen

Zudem zeigt sich die Sozialdemokratin solidarisch mit anderen Frauen, welche mit ungefragten Kommentaren zu ihrem Körper konfrontiert sind. «Heute sende ich einen besonders liebevollen Gedanken an euch alle, die ihr euch jeden Tag die perfekten Unvollkommenheiten anhören müsst, mit denen wir alle herumlaufen», schreibt sie und beendet den Post mit einem Herz.

Mette Frederiksen ist seit jungen Jahren in der Politik und legte seit den 2010er-Jahren einen steilen Aufstieg hin. 2015 wurde sie Vorsitzende der Socialdemokratiet, der grössten sozialdemokratischen Partei Dänemarks. Nach deren Wahlsieg 2019 wurde sie zur Premierministerin. In diesem Jahr büsste die Socialdemokratiet fast sechs Prozentpunkte ein, blieb aber stärkste Partei. Frederiksen wurde deshalb erneut mit der Bildung einer Regierung beauftragt. (dab/watson)

 
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