«Lahme Ausrede»: Podolskis Entschuldigung an Alphaville geht nach hinten los
«Wer mich kennt, weiss, wie ich ticke. Für mich zählt der Mensch, egal wo jemand herkommt oder woran er glaubt. Jeder darf seine Meinung sagen und auch mal Kante zeigen. Im Stadion genauso wie auf der Bühne.» Das sagt Lukas Podolski in einem Statement auf Instagram.
Der Grund: Der Fussball-Weltmeister ist Mitveranstalter des «Glücksgefühle»-Festivals und nach der Ausladung von Alphaville ist der Shitstorm auch bei ihm angekommen.
Die Kultband der 80er, bekannt für Hits wie «Forever Young», hat schon mehrmals öffentlich die AfD und Rechtsextremismus kritisiert. Darum sagte der Festival-Veranstalter: «Unsere Bühne soll der Musik gehören – nicht politischen Auseinandersetzungen.» Weil die Band der Forderung nicht nachkommen wollte, wurde sie kurzerhand ausgeladen.
Noch am Donnerstagnachmittag ruderte der Veranstalter zurück und entschuldigte sich. Und Podolski unterstützt ihn in seinem Statement: «Fehler passieren, wichtig ist doch, wie man damit umgeht.»
Auch er hofft darauf, dass die Band nun doch beim Festival auftritt, und betont: «Alphaville ist herzlich willkommen. Ich hoffe, dass sie wieder dabei sind!» Er schaue nun nach vorn und freue sich auf das Festival.
Podolski will Versöhnung – doch Alphaville hat keinen Bock mehr
Doch ein Blick auf die Kommentare zeigt: Ganz so schnell lassen sich die Wogen offensichtlich nicht glätten. «Fehler passieren? Nein, das ist eine lahme Ausrede», schreiben Fans – und: die «Einsicht» käme «ein bisschen spät.» Viele sind sich sicher: «Hättet ihr nicht massiv Gegenwind auf allen Kanälen bekommen, hättet ihr da überhaupt nichts eingesehen.»
Ursprünglich wäre ihr Auftritt für den Freitagnachmittag vorgesehen gewesen. Doch nach alledem wollen Alphaville nicht mehr beim Festival auftreten.
«Wir nehmen die Entschuldigung und Wiedereinladung des Veranstalters Markus Krampe zur Kenntnis und hoffen, dass er von nun an die Bedeutung von Rede- und Kunstfreiheit beim ‹Glücksgefühle›-Festival gebührend respektiert», sagt Sänger Marian Gold.
Und weiter: «Ungeachtet dessen haben die vorangegangenen Äusserungen eine Atmosphäre geschaffen, in der wir von einem Auftritt absehen. Die Gage für den nicht stattfindenden Auftritt wird Alphaville an eine gemeinnützige Organisation spenden.»

«Das ist betreutes Weggucken»
Die Band erntet Lob: «Respekt, das nenne ich konsequent!» Derweil tobt der Shitstorm auf Social Media weiter.
Kurz vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt ist die AfD laut Umfragen nicht nur dort, sondern in ganz Deutschland die neue Nummer eins. Die Ausladung vom «Glücksgefühle»-Festival sei ein «übler Vorgeschmack», befürchten User auf Instagram und TikTok.
«Wer eine Band auslädt, die sich für eine Demokratie einsetzt, positioniert sich politisch rechts», lautet die Kritik an der «unpolitischen» Haltung. Und: «‹Good Vibes only› ist kein Glücksgefühl. Das ist betreutes Weggucken.»
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben







Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.