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Bluttat nach Trennung: Mann tötet acht Kinder – Schock und Entsetzen in Louisiana

Möglicherweise trieb ein Trennungsstreit mit seiner Frau einen Mann in den USA zu einer unfassbaren Bluttat. Er tötet sieben seiner Kinder und einen Neffen, bevor er selbst erschossen wird. Ein langes Vorstrafenregister hatte er nicht.
In diesem Haus geschah das Massaker. (Bild: AP)
Menschen zünden Kerzen an, während einer Gebetswache für die Opfer des Amoklaufs. (Bild: AP)
Menschen trauern vor dem Haus, wo acht Kinder brutal ums Leben kamen. (Bild: AP)
Der Bürgermeister von Shreveport, Tom Arceneaux, sprach mit den Menschen, die sich vor dem Ort versammelt hatten. (Bild: AP)

Nach der Gewalttat im US-Bundesstaat Louisiana mit acht getöteten Kindern hat die Polizei mitgeteilt, den als Täter identifizierten Mann gekannt zu haben. «Er war bei uns im System», sagte der Polizeichef der Stadt Shreveport, Wayne Smith, bei einer Pressekonferenz. Warum und in Zusammenhang mit welcher Art von Vorfällen der mutmassliche Schütze eingetragen wurde, liess Smith offen.

Laut Polizeiangaben gingen am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) Notrufe über Schüsse an zwei Wohnadressen ein. Eine der Anruferinnen habe gesagt, sie habe sich gemeinsam mit Kindern vor einem schiessenden Angreifer über ein Dach aus einem Wohnhaus gerettet. Eine weitere Frau habe wenig später angerufen und gesagt, sie sei von ihrem Freund angeschossen worden, der nun mit drei ihrer Kinder auf der Flucht sei. Die Polizei teilte am Sonntag mit, bei den Vorfällen seien acht Kinder getötet und mindestens zwei Frauen verletzt worden, eine von ihnen schwer.

«Epidemie häuslicher Gewalt»

Auch der Täter sei tot, nachdem er versucht hatte, mit einem gestohlenen Fahrzeug zu fliehen. Details darüber seien noch Gegenstand von Ermittlungen, sagte Smith. Auch wie viele der Getöteten die eigenen Kinder des mutmasslichen Täters waren, sei noch unklar, es hätten aber zwei Mütter ihre Kinder verloren. Beide Frauen hätten den Täter gekannt und Beziehungen zu dem Mann unterhalten oder das in der Vergangenheit getan, hiess es. Der Hintergrund der Tat ist noch unklar.

Es sei sehr wahrscheinlich, dass es nicht der erste Vorfall von häuslicher Gewalt in der Familie gewesen sei, so die Polizei. Stadtratsmitglied Grayson Boucher sprach von einer «Epidemie häuslicher Gewalt» in Shreveport und forderte Menschen auf, frühzeitig auf Hilfsangebote zurückzugreifen.

Schüsse in zwei Häusern

Laut der Polizei fielen die ersten Schüsse in einem Haus südlich des Zentrums von Shreveport, wo eine Frau angeschossen wurde. Die Kinder seien in einem anderen Haus, einige Strassen entfernt, getötet worden, teilte die Polizei mit. Die acht Kinder - fünf Mädchen und drei Jungen - waren zwischen drei und elf Jahre alt.

In diesem Haus geschah das Massaker. (Bild: AP)

Die Abgeordnete Tammy Phelps sagte, einige der Kinder hätten noch versucht, durch eine Hintertür zu entkommen. Ein Kind wurde tot auf dem Dach gefunden, eines schaffte es noch, vom Dach zu springen, und überlebte. Sie könne sich gar nicht vorstellen, welches Bild sich den Ersthelfern geboten habe, als sie zu dem Haus gekommen seien, sagte Phelps.

Mahnwache für Opfer

Menschen zünden Kerzen an, während einer Gebetswache für die Opfer des Amoklaufs. (Bild: AP)

Anwohner legten vor dem Haus Blumen nieder. Vor einem nahe gelegenen Einkaufszentrum wurden bei einer Mahnwache für die Opfer Kerzen entzündet. «Da möchte man einfach seine Kinder in die Arme nehmen, sie festhalten und ihnen sagen, wie sehr man sie liebt», sagte Kimberlin Jackson, die an der Mahnwache teilnahm.

Menschen trauern vor dem Haus, wo acht Kinder brutal ums Leben kamen. (Bild: AP)

Der mutmassliche Täter sei bisher nie wegen häuslicher Gewalt aufgefallen, sagte Polizeisprecher Chris Bordelon. Auch sonst habe er kein umfassendes Vorstrafenregister gehabt. 2019 wurde gegen ihn eine Bewährungsstrafe verhängt, nachdem er die illegale Nutzung einer Feuerwaffe eingeräumt hatte. Laut dem Polizeibericht von damals sagte er aus, jemand habe ihn von einem Auto aus mit einer Waffe bedroht.

Überwachungskamera filmte Verdächtigen

Anwohnerin Liza Demming, die zwei Häuser von einem der Tatorte entfernt wohnt, sagte, dass ihre Überwachungskamera Aufnahmen vom flüchtenden Verdächtigen sowie das Geräusch von zwei Schüssen aufgezeichnet habe. «Das ist so ziemlich alles, was ich gesehen habe - wie er aus dem Haus rannte und die Autos wegfuhren», sagte sie. Demming ging später nach eigenen Angaben nach draussen und sah die abgedeckte Leiche eines Kindes auf dem Dach des Hauses.

Bei einer Pressekonferenz vor einem der Häuser, in denen die Schüsse fielen, rangen Behördenvertreter sichtlich um Fassung. «Ich weiss einfach nicht, was ich sagen soll, mein Herz ist bedrückt», sagte der Polizeichef von Shreveport, Wayne Smith. «Ich kann mir nicht ansatzweise vorstellen, wie so etwas passieren konnte.»

Bestürzte Politiker

Bestürzt zeigte sich auch der Bürgermeister von Shreveport, einer Stadt mit rund 180'000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Nordwesten Louisianas. «Das ist eine tragische Situation - vielleicht die schlimmste tragische Situation, die wir je hatten», erklärte Tom Arceneaux. «Es ist ein schrecklicher Morgen.»

Der Bürgermeister von Shreveport, Tom Arceneaux, sprach mit den Menschen, die sich vor dem Ort versammelt hatten. (Bild: AP)

Louisianas Gouverneur Jeff Landry erklärte, er und seine Frau Sharon seien zutiefst erschüttert. «Wir sind den Strafverfolgungsbehörden und Ersthelfern sehr dankbar, die unermüdlich am Tatort arbeiten», teilte er mit.

Schlimmster Schusswaffenvorfall in den USA seit Januar 2024

Bei den Bluttaten in Shreveport handelte es sich um den opferreichsten Schusswaffenvorfall in den USA seit Januar 2024. Damals waren acht Menschen in einem Vorort von Chicago getötet worden, wie aus einer Datenbank der Nachrichtenagentur AP und der Tageszeitung «USA Today» hervorgeht, die in Zusammenarbeit mit der Northeastern University angelegt wurde.

Auch in Washington D.C. sorgten die Ereignisse in Shreveport für Entsetzen. Der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, der aus Shreveport stammt und auch einen Teil des Nordwestens von Louisiana als Kongressabgeordneter vertritt, teilte mit: «Eine herzzerreissende Tragödie heute Morgen in Shreveport – acht Kinder wurden sinnlos getötet und mehrere weitere verletzt.» Sein Team sei mit den örtlichen Strafverfolgungsbehörden in Kontakt. «Wir schliessen die Opfer, ihre Familien und Angehörigen sowie unsere Gemeinde in Shreveport in dieser unglaublich schwierigen Zeit in unsere Gedanken und Gebete ein.» (dpa)

Artikel: http://www.vaterland.li/international/louisiana-mann-toetet-acht-kinder-art-725188

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