Brasilianerin stürzt beim Rope Jumping in den Tod: Nun kommen neue Details ans Licht
In Brasilien ist eine junge Frau beim Rope Jumping von einer Brücke tödlich verunglückt. Die Mitarbeiter des Extremsport-Anbieters vergassen, die 21-Jährige mit dem Sicherungsseil zu verbinden und die Frau stürzte von der Brücke Ponte do Esqueleto nahe der Stadt Limeira im Bundesstaat São Paulo etwa 40 Meter in die Tiefe, wie die Stadtverwaltung unter Berufung auf die Militärpolizei mitteilte.
Auf Videos war zu sehen, wie drei Männer die Frau zum Rand der Brücke tragen und sie hinabwerfen. Das Sicherungsseil liegt daneben zusammengerollt auf dem Boden.
Die drei Brasilianer, von denen die Frau in den Abgrund geworfen wurde, wurden wegen Totschlags mit bedingtem Vorsatz festgenommen, schreibt die brasilianische Zeitung O Globo. Aktuell befänden sie sich in Untersuchungshaft. Richter Paulo Henrique Stahlberg Natal begründete die Entscheidung gemäss der Zeitung damit, dass sie versucht hätten, zu fliehen. Ausserdem sei er der Ansicht, dass «ihre Freilassung zu einer Wiederholung ähnlich gefährlicher Handlungen führen könnte». Die vorgesehene Strafe liegt zwischen 6 und 30 Jahren.

Zudem wurden drei weitere Mitarbeiter, die den Kundinnen und Kunden an einem Stand nebenan Sicherheitsgurte und Kindersitze anlegten, festgenommen. Sie wurden jedoch wieder freigelassen.
Verantwortliche hatten laut eigener Aussage «Blackout»
Zwei der Personen, die laut eigener Aussage für das Befestigen der Seile verantwortlich waren, erklärten gemäss «O Globo», sie hätten während des Vorgangs einen «Blackout» gehabt und vergessen, die Seile anzubringen. Sie könnten sich nicht daran erinnern, wo und wann der Fehler passiert sei und wer das Seil hätte anbringen müssen, es aber nicht getan habe.
Der Dritte, der die Beine festhielt, sagte laut «O Globo», er sei nur gerufen worden, um beim Abwurf zu helfen.
Es hätten zwei Seile angebracht werden müssen, jedoch sei keines davon befestigt worden. «Bei einem so risikoreichen Sport hätten sie das dreimal überprüfen müssen», sagte die für den Fall zuständige Polizeibeamtin, Andrea Dantas Levy, gegenüber der Zeitung.
Junge Frau atmete noch
Wie das brasilianische Medium ebenfalls berichtete, soll die junge Frau kurz nach dem Sturz noch am Leben gewesen sein. Eine Ersthelferin berichtete «O Globo», der Weg zu der Verunglückten sei steinig und steil gewesen.
«Ich sah, dass sie schwer atmete, und ich schaute auf ihre Pupillen, die leider beide erweitert waren. Ich sah einen Puls, er war sehr schwach, aber sie hatte noch einen Puls», erklärte die als Krankenschwester arbeitende Frau. Ihrer Aussage zufolge war die Verunglückte zunächst noch ansprechbar. Doch am Ende kam jede Hilfe für die 21-Jährige zu spät.
Kein offizielles Unternehmen
Das Bungeejumping sei von einer eigenständigen Gruppe organisiert worden, es stecke kein offizielles Unternehmen dahinter. Der Polizeibeamtin zufolge agierten die Organisatoren unter dem Deckmantel inoffizieller Marken, deren Internetauftritte inzwischen gelöscht sind. Die Verteidigung der Verantwortlichen beruft sich laut «O Globo» hingegen auf «umfangreiche Erfahrung in der Branche» und argumentiert, dass es sich um den ersten Todesfall in ihrer Laufbahn handle.
Der Sprung sollte mit einer 360-Grad-Kamera gefilmt werden. In dem Video, das den Tod der Frau zeigt, hält sie diese in ihren Händen. Die Kamera wurde von den Ermittlern jedoch nicht gefunden.
Der Mann, der die Frau begleitet hatte, muss von der Polizei noch vernommen werden. Er wurde laut der Zeitung ins Spital eingeliefert, da ihm beim Anblick der Szene unwohl geworden ist.
Rope Jumping: Extremsport mit Kletterseil
Rope Jumping ist ein Extremsport, bei dem sich Menschen gesichert mit einem Kletterseil in die Tiefe stürzen. Im Gegensatz zum bekannteren Bungee Jumping ist das Seil kaum elastisch. Es wird üblicherweise versetzt von der Absprungstelle befestigt, sodass der Sturz durch eine Pendelbewegung abgefedert wird. (dpa)
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