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Sorgen um iranisches Frauenteam – nun schaltet sich auch Trump ein

Während im Heimatland Krieg herrscht, nahmen die iranischen Frauenfussballerinnen an der Asienmeisterschaft in Australien teil und sorgten dabei für Aufsehen, als sie beim ersten Gruppenspiel die Nationalhymne nicht mitsangen. Nun werden Forderungen laut, dass die australische Regierung die Spielerinnen schützen soll.
von Elia Arianna
Die Iranerinnen vor dem letzten Gruppenspiel gegen die Philippinen. (Bild: Dave Hunt)
Screenshot, der von Trump veröffentlichten Botschaft. (Bild: Screenshot/X)
Salutierende Iranerinnen während der Nationalhymne im letzten Gruppenspiel. (Bild: Dave Hunt)

Mit null Punkten und einem Torverhältnis von 0:9 nach drei Spielen ist für die iranischen Fussballerinnen die Asienmeisterschaft in Australien beendet. Damit ginge es jetzt zurück in den Iran. Eigentlich.

Screenshot, der von Trump veröffentlichten Botschaft. (Bild: Screenshot/X)

Bei der Stadion-Abreise nach dem letzten Gruppenspiel versammelten sich einige Demonstrierende um den Teambus, blockierten die Wegfahrt und riefen «Save our Girls», während sie Protestschilder wie «Bleibt sicher in Australien» zeigten, oder die Iranische Flagge mit Löwe und Sonne von vor der islamischen Revolution wehten.

Laut Eigenzeugen und wie auf einigen Social-Media-Videos verschwommen zu erkennen ist, signalisierten zudem mehrere iranische Spielerinnen das internationale Handzeichen für Hilfe an die Fenster des Teambusses.

Nun haben mehrere Menschenrechtsaktivistinnen und iranische Regime-Gegner die australische Regierung zum Handeln aufgefordert.

Das grosse Schweigen

Grund für die Angst um das Team ist eine Aktion der iranischen Spielerinnen vor dem ersten Gruppenspiel der Asienmeisterschaft. Während der Nationalhymne standen die Iranerinnen still da und sangen nicht mit. Seit den landesweiten Protesten der vergangenen Jahre gilt das demonstrative Schweigen bei der Hymne bei iranischen Sportlern immer wieder als Zeichen der Distanz zum Regime. Im Staatsfernsehen nannte ein Reporter das Team nach der Aktion «Kriegsverräter».

In den beiden folgenden Spielen sangen die Iranerinnen die Nationalhymne wieder mit und salutierten dabei. Eine offizielle Erklärung der Mannschaft dazu gab es nicht. Australische Menschenrechtsaktivistinnen vermuten deshalb, dass das Team unter Druck der iranischen Behörden gehandelt haben könnte.

Athletinnen sind isoliert

Craig Foster, ein ehemaliger australischer Nationalspieler und Menschenrechtsaktivist, forderte deshalb, dass die Spielerinnen Zugang zu unabhängigen Unterstützungsnetzwerken erhalten sollen. Zahlreiche Organisationen hätten während ihres Aufenthalts in Australien versucht, mit dem Team zu sprechen, seien jedoch abgewiesen worden.

Salutierende Iranerinnen während der Nationalhymne im letzten Gruppenspiel. (Bild: Dave Hunt)

Kein Athletinnen-Team dürfe von seinem eigenen Verband faktisch isoliert und von externer Hilfe abgeschnitten werden. Nachdem die Mannschaft aus dem Turnier ausgeschieden sei, liege die Verantwortung für ihr Wohlergehen nun beim Asiatischen Fussballverband, erklärte Craig Forster.

Ehemaliger Kronprinz schaltet sich ein

Auch mehrere in Australien ansässige iranische Aktivisten äusserten sich zur Situation. Der in Brisbane lebende Menschenrechtsaktivist Hadi Karimi warnte gegenüber ABC News, das Leben der Spielerinnen sei bei einer Rückkehr in den Iran in Gefahr.

Auch der in Melbourne tätige iranische Journalist Masoud Zoohori äusserte sich gegenüber ABC News. Er habe bis Samstag noch Kontakt zu den Spielerinnen gehabt. Diese hätten ihm berichtet, sie fühlten sich «wie im Gefängnis», dürften das Hotel nicht alleine verlassen und hätten keinen Kontakt zu ihren Familien.

Zoohori meinte zudem, die Mannschaft werde streng überwacht, mutmasslich von einer Person, die dem Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC), den iranischen Revolutionsgarden, angehöre. Das IRGC gilt in Australien als Terrororganisation. Nach australischem Recht erhalten Personen mit bekannten Verbindungen zu der Organisation kein Visum; werden solche Verbindungen während ihres Aufenthalts bekannt, droht ihnen die Ausweisung.

Auch Reza Pahlavi, der Sohn des ehemaligen Schahs des Irans, äusserte sich via X zum iranischen Frauennationalteam und forderte die australische Regierung dazu auf, für die Sicherheit der Spielerinnen zu sorgen und ihnen alle Hilfe zu gewähren, die sie benötigen. Bei einer allfälligen Rückkehr in den Iran hätten die Spielerinnen mit schrecklichen Konsequenzen zu rechnen.

Artikel: http://www.vaterland.li/international/iranisches-frauenteam-sorgen-um-spielerinnen-art-714108

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