«Vollständig überwacht»: Was steckt hinter den Drohungen des Irans gegen Trumps Sohn?
Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs schlagen beide Seiten eine schärfere Rhetorik an. «Der Iran bricht völlig zusammen!!!», behauptete Donald Trump am Montag auf dem Internet-Dienst Truth Social.
Anlass für diese neuerliche Triumph-Meldung eines Präsidenten, der schon mehrmals gesagt hat, der Iran stehe vor der Kapitulation: Neue wirtschaftliche Sanktionen, die Teheran in die Knie zwingen werden.
Trumps Finanzminister Scott Bessent stellte das entsprechende Paket, das den Iran wirtschaftlich komplett isolieren werde und das angeblich das «Endspiel» im Nahost-Konflikt darstellt, am Montag an einer Pressekonferenz vor. Allerdings vermied es der Finanzminister dabei, ins Detail zu gehen. Derzeit fänden vertrauliche Gespräche mit denjenigen Ländern statt, die immer noch mit dem Iran zusammenarbeiteten. «Wir werden alle zur Verantwortung ziehen», sagte er.
Bessent zog in einem zuvor publizierten Meinungsbeitrag für die «Financial Times» einen Vergleich zur Entscheidung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg, Westeuropa mit Hilfe einer Invasion in der Normandie von Nazi-Deutschland zu befreien. In diesem Zusammenhang fiel erneut der Begriff «ökonomischer D-Day». Bessent erinnerte daran, dass eine der entscheidenden Konferenzen zur Vorbereitung der Normandie-Invasion 1943 in der iranischen Hauptstadt stattgefunden habe.
Im heutigen Teheran reagierten hochrangige Vertreter des Regimes umgehend. Wer den ökonomischen Krieg der Amerikaner unterstütze, der begehe eine Kriegshandlung gegen das iranische Volk, donnerte der Funktionär Mohsen Rezaei auf dem Internet-Dienst X. Auch kündigte Rezaei eine Fortsetzung der Blockade der Strasse von Hormuz an. Zugleich kursierten in Teheran neue Anschlagspläne gegen Familienangehörige des Präsidenten.
Haben die Iraner ein Fussball-Spiel gehackt?
In einem bizarren Video, das auf einem staatlichen Fernsehsender ausgestrahlt wurde, rief der Iran zur Tötung von Barron Trump auf, dem 20 Jahre alten Sohn des Präsidenten. Dies berichtete ein unabhängiger Exil-Journalist auf X, mit Verweis auf das entsprechende Filmchen. Das Kopfgeld soll sich auf 10 Millionen Dollar belaufen.
Das animierte iranische Video behauptet, dass es Hackern gelungen sei, das Profil des jungen Trumps auf populären Videospielen wie «FC 26» zu knacken. Barron Trump werde nun «vollständig überwacht». Allerdings strotzt das Filmchen vor Fehlern.
So wird behauptet, dass der Präsidentensohn im Trump Tower in New York City wohne, aber in Washington studiere – in der Nähe des Weissen Hauses. Die Fahrzeit zwischen den beiden Städten beträgt gegen viereinhalb Stunden, was ein Pendeln erschwert. Ausserdem hat das Herbst-Semester der New York University, an der Trump gemäss amerikanischen Medienberichten immatrikuliert ist, noch nicht begonnen.
Ob die Drohung gegen Barron Trump ernst zu nehmen ist, darüber streiten sich deshalb die Fachleute. Sie verweisen darauf, dass die Familienmitglieder des Präsidenten auf Schritt und Tritt von Agenten des Secret Service bewacht werden.
Treffen die neuen Sanktionen auch China?
Andererseits deuten die zunehmend scharfen Attacken des Regimes in Teheran auf Trump darauf hin, dass der Präsident einen wunden Punkt trifft und die Staatsführung tatsächlich unter massivem Druck steht. So ist die iranische Volkswirtschaft in eine Rezession gestürzt und der Zivilbevölkerung fällt es zunehmend schwer, die Grundbedürfnisse zu decken.
Trump wiederum riskiert eine Konfrontation mit China, sollten Transaktionen mit iranischen Rohstoffen künftig tatsächlich sanktioniert werden. Peking ist der Hauptabnehmer von Öl aus dem Iran; schwer vorstellbar, dass die chinesische Führung die amerikanische Kriegserklärung einfach stillschweigend hinnehmen wird. Chinas Herrscher Xi Jinping wird im nächsten Monat in Washington für einen Staatsbesuch erwartet. Auf diese Visite freut sich Trump schon lange.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben






Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.