Influencer Jake Paul als Politiker? Donald Trump findet das eine ganz tolle Idee
«Ich wage die Prognose, dass Sie in absehbarer Zeit für ein politisches Amt kandidieren werden. Sie haben meine volle Unterstützung.» Das sagte US-Präsident Donald Trump zu Jake Paul – obwohl dieser derzeit weder für ein Amt kandidiert, geschweige denn auch nur ansatzweise politische Qualifikationen vorweisen kann. Der 29-Jährige ist als YouTuber und Influencer bekannt und glänzte bisher vor allem mit Skandalen und einem grossen Mundwerk.
Jake Pauls bisherige «Leistungen»
Während der COVID-Pandemie feierte er rauschende Partys und teilte die Videos fröhlich auf Social Media, während die meisten Menschen allein zu Hause fast die Wände hochgingen. Ihm wurde bereits mehrmals Mobbing gegenüber Mitarbeitern und sexuelle Belästigung von Frauen vorgeworfen. Er wurde wegen Hausfriedensbruchs angeklagt, und auch das FBI ermittelte bereits gegen ihn.
Paul versucht sich seit einiger Zeit als Boxer. Zuletzt wurde er im Dezember von Profi Anthony Joshua nach sechs Runden K.o. geschlagen, nachdem Paul zuvor gross herumposaunt hatte, wie er ihn besiegen würde. Die Bilder des Kampfes, die ihn mit leicht verängstigtem Gesicht zeigten, gingen viral. Zahlreiche Menschen amüsierten sich köstlich darüber und zelebrierten online ihre Schadenfreude.
Jake Paul sorgte auch für negative Schlagzeilen, als er den Sänger Bad Bunny im Februar während dessen Halbzeit-Show als «falschen Amerikaner» bezeichnete, der «Amerika hasse». Sogar sein Bruder Logan Paul, ebenfalls YouTuber und Influencer mit seinen eigenen Skandalen, distanzierte sich daraufhin von ihm, und Jake versuchte, zurückzurudern.
Bei den Olympischen Winterspielen gab er kürzlich auch indirekt zu reden. Die Niederländerin Jutta Leerdam gewann beim Eisschnelllauf die Goldmedaille, doch die Medien berichteten fast ausschliesslich mit der Schlagzeile: «Jake Pauls Freundin gewinnt Gold», als wäre der Influencer wichtiger als ihre eigene Leistung.
Ob sie das störte, ist unklar. Seinen Antrag nahm sie jedenfalls trotzdem an, was Donald Trump auch erwähnte: «Jake hat eine brandneue, wunderschöne Verlobte. Und ich weiss, man dürfe das Wort ‹wunderschön› nicht mehr verwenden, wenn man Frauen beschreibt.»

Jake Paul lebt, wo Bad Bunny herkommt: in Puerto Rico
Diesem Mann traut Donald Trump also eine Zukunft als Politiker zu. Wobei das beim Anblick seiner teilweise höchst kontroversen Mitarbeiter eigentlich nicht überrascht. Bei der Veranstaltung im Bundesstaat Kentucky zeigte sich der ehemalige Präsident als Fan: «Sein lokaler Podcast ist der Hammer, und er selbst ist auch der Hammer. Der Typ hat Eier.» Ach ja, Jake Paul hat natürlich auch einen Podcast.
Und die Begeisterung beruht auf Gegenseitigkeit. «Was mir Herr Trump beigebracht hat, ist Mut. Wir weichen niemals einem Kampf aus, selbst wenn unser Gegner viel, viel grösser ist als wir. Ich glaube, alle hier in Kentucky sehen das genauso. Ihr habt Kampfgeist. Ihr habt diesen Style», meinte Paul und fügte hinzu: «Mein Vater hat mir beigebracht zu kämpfen, und in Amerika zählt jede Stimme. Ich habe keine Angst, die Wahrheit zu sagen.»
Erwähnenswert ist, dass Paul nicht auf dem US-Festland lebt, sondern in Puerto Rico – wo auch Bad Bunny herkommt. Nach seiner Rede postete er natürlich noch ein Video auf Social Media, in dem er mit Trump in dessen «faszinierendem» Stil tanzte.
Natürlich gibt es Prominente, die in die Politik gehen. Donald Trump ist das bekannteste Beispiel. Zuvor war auch Arnold Schwarzenegger Gouverneur von Kalifornien, und Ronald Reagan, selbst einstiger Hollywood-Star, wurde in den 1980er-Jahren Präsident. Auch ausserhalb der USA wurde Wolodimir Selenski vom beliebten Komödien-Star zum Präsidenten der Ukraine. Die Talente für ein politisches Amt sind dabei – nennen wir es mal – sehr unterschiedlich.
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