Hegseth-Anhörung zum Iran-Krieg im US-Senat eskaliert: «Sie, Sir, sind der Versager!»
Die USA und Israel starteten am 28. Februar Luftangriffe gegen den Iran. Die US-Regierung will nach eigenen Angaben erreichen, dass die Islamische Republik niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangt.
Eine im April vereinbarte Waffenruhe und ein Rahmenabkommen zu vertieften Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wurden in den vergangenen Tagen durch gegenseitige Angriffe überschattet. Es wird befürchtet, dass der Konflikt immer weiter eskaliert.
Verteidigungsminister Pete Hegseth, der sich selbst Kriegsminister nennt, kam zur Anhörung im US-Senat, um für Mittel im Nachtragshaushalt für die Verteidigung Amerikas zu werben. Dabei ging es wild zu und her.
Anti-Iran-Kriegs-Rufe und dann die Eskalation
Einen ersten Aufreger gab es, als Hegseth von Protesten gestört wurde. Gleich mehrmals nacheinander wurde er von Demonstranten unterbrochen, die ein Ende des Iran-Kriegs forderten. Beamte führten die Protestler in der Folge aus dem Raum im Kapitol.
Irgendwann war die Reihe dann an Jon Ossoff. Der Demokrat drängte Hegseth mit seinen Fragen zum Krieg immer mehr in die Defensive. Vor allem Hegseths voreilige Siegeserklärungen zu Beginn des Krieges wurden heiss diskutiert. Im März und April hatte der Verteidigungsminister jeweils behauptet, dass das iranische Militär «zerstört» und «ausgeschlöscht» sei.
Ossoff wollte darum wissen, ob er weiter zu diesen Aussagen stehe. Hegseth drückte sich minutenlang um eine klare Antwort und wiederholte stets, das Ziel sei gewesen, dass der Iran nicht in Besitz einer Atomwaffe komme.
Ossoff schloss seine Fragerunde mit der Feststellung:
Nach Ossoff war die Reihe an Senator Gary Peters. Der Demokrat knüpfte inhaltlich an die Fragen von Ossoff an.
Dann eskalierte die Situation.
«Sie, Sir, sind der Versager!»
Peters sagte, iranische Raketen seien tödlicher geworden, die Strasse von Hormus sei weiter zu, obwohl sie vor dem Krieg offen war, und wollte dann von Hegseth wissen: «Also, was ist anders?»
Der Verteidigungsminister verlor daraufhin die Fassung, beschuldigte Peters, dass solche Aussagen rücksichtslos seien und es die «Opfer verunglimpfen» würde, die das US-Militär für die USA erbracht hätten: «Schämen Sie sich, das ein Versagen und ein Schlammassel zu nennen», sagte er dem Senator und unterstellte ihm, er würde das US-Militär nicht unterstützen.
Das wiederum liess Peters nicht auf sich sitzen. Auch er verlor die Fassung, erinnerte Hegseth daran, wie er zuvor das Militär gelobt hatte, und sagte sichtlich aufgebracht:
Wenn man keine klare Gewinnstrategie habe, hätten die Befehlshaber Schuld, so Peters weiter. «Und das ist das, was jetzt passiert. Sie haben keine Strategie, um diesen Krieg zu gewinnen», sagte Peters mit erhobener Stimme und fuchtelnden Armen und fragte Hegseth: «Wann werden Sie Führungsstärke zeigen?»
Daraufhin antwortete Hegseth: «Natürlich haben wir Führungsstärke. Aber wann zeigen sie Führungsstärke und wehren sich gegen ihre demokratischen Kollegen, die die Truppen nicht finanzieren würden? Die nur parteiliche Politik betreiben?»
Nach mehr als zwei Minuten Schlagabtausch zwischen Hegseth und Peters war dann Schluss, die Anhörung fand mit den Fragen des US-Senators ein Ende.
Die Vorsitzende Senatorin Susan Collins dankte danach den vorgeladenen Zeugen und dem Komitee für eine «lebhafte Diskussion».
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