China wehrt sich gegen Vorwürfe aus Missouri mit Milliardenklage
Wegen angeblicher Rufschädigung durch die Corona-Pandemie haben in China die Verhandlungen über eine milliardenschwere Klage gegen den US-Bundesstaat Missouri begonnen. Wie das zuständige Gericht in Wuhan mitteilte, wurde der Fall am vergangenen Freitag öffentlich verhandelt. Das Verfahren dauert noch an.
Aus der bereits im April 2025 eingereichten Klageschrift geht hervor, dass chinesische Behörden und Forschungseinrichtungen rund 356 Milliarden Yuan (etwa 47,5 Milliarden Euro) Schadenersatz verlangen. Hinter der Klage stehen die Stadtregierung von Wuhan, die Chinesische Akademie der Wissenschaften und das Virologie-Institut in Wuhan. Sie werfen Missouri und drei früheren beziehungsweise amtierenden Generalstaatsanwälten des Bundesstaats vor, mit falschen Behauptungen über die Pandemie ihrem Ansehen geschadet und wirtschaftliche Verluste verursacht zu haben. Die Kläger verlangen auch eine öffentliche Entschuldigung.
Streit begann mit US-Klage gegen China
Der Konflikt hat eine längere Vorgeschichte: Missouri hatte China bereits 2020 verklagt. Der Bundesstaat machte Peking für wirtschaftliche Schäden durch die Pandemie verantwortlich und warf der chinesischen Führung unter anderem vor, den Ausbruch zunächst verschleiert zu haben. Mit einem Grossteil der Vorwürfe kam Missouri vor Gericht allerdings nicht weiter.
Am Ende ging es nur noch um medizinische Schutzausrüstung. Missouri machte geltend, China habe zu Beginn der Pandemie weltweit grosse Mengen an Masken und anderen Schutzartikeln aufgekauft und deren Export eingeschränkt. Ein US-Bundesgericht sprach Missouri im März 2025 deshalb in Abwesenheit der chinesischen Beklagten rund 24,5 Milliarden Dollar Schadenersatz zu. China weist die Vorwürfe zurück und versucht inzwischen, das amerikanische Urteil aufheben zu lassen. (dpa)
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