Tödliche Attacke in Bank – Spezialkräfte fassen 20-jährigen Deutschen
Schwer bewaffnet sind die Polizisten im Regensburger Westen unterwegs, zahllose Fahrzeuge mit Blaulicht riegeln das Gelände um einen mehrstöckigen Gebäudekomplex ab. Ein 20-Jähriger hat in einer Bank mit einem Messer auf einen Mann eingestochen – und mit ihm sind noch weitere Menschen in dem Gebäude. Zunächst wird eine Geiselnahme befürchtet.

«Stunden grosser Unsicherheit»
Es beginnt eine Zeit, die der Regensburger Oberbürgermeister Thomas Burger (SPD) später als «Stunden grosser Unsicherheit» beschreibt. Erst gut drei Stunden nach der Alarmierung kann die Polizei die Festnahme des mutmasslichen Angreifers vermelden: Spezialkräfte haben den Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft in dem Gebäude gefasst.
Der 20-Jährige bleibt laut Polizei unverletzt. Beamte drücken den jungen Mann, in einen weissen Anzug samt Kapuze gehüllt, in ein Auto und transportieren ihn ab. Das Opfer der Messerattacke ist da schon im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen eines Tötungsdelikts und eines Raubüberfalls. Rathauschef Burger schreibt später auf Facebook von einem Vorfall, der ihn zutiefst erschüttere. «Den Angehörigen und nahestehenden Menschen gilt mein tiefstes Mitgefühl.»
Polizisten können den Schwerverletzten zunächst nur sehen
Nach dem Notruf am Nachmittag waren zahlreiche Streifen zu der Bankfiliale im historischen Stadtteil Prüfening gefahren. Wo früher die Pferderennbahn war, steht heute ein modernes Viertel mit Wohnhäusern und einem kleinen Einkaufszentrum, in dessen Eckgebäude der Angreifer zusticht.
Wenig später werden Hubschrauber und Spezialkräfte angefordert. Die Menschen im Stadtteil werden aufgerufen, den Bereich rund um die Bank zu meiden. «Der Schutz der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität», betont die Polizeisprecherin.

Nachdem die Einsatzkräfte zunächst nur Blickkontakt zu dem Opfer der Messerattacke haben, können Rettungskräfte den Mann später zumindest erstversorgen. Der Schwerstverletzte wird noch in ein Krankenhaus gebracht. Doch wenig später teilt die Polizei dann mit, dass das Opfer in der Klinik an seinen Verletzungen gestorben ist. Ob es sich um einen Kunden oder einen Mitarbeiter der Bank handelt, bleibt zunächst unklar.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagt später, der Mann sei «das Opfer eines brutalen, unvermittelten Angriffs» geworden und habe «offensichtlich keine Chance» gehabt. Er sei mit seinen Gedanken bei seiner Familie und den Angehörigen. Der Einsatz der Spezialkräfte sei aber Herrmann «professionell und präzise» gewesen.
Polizei geht von Einzeltäter aus
Später können Spezialkräfte der Polizei – die teils wie Ritter zum Schutz vor Messerstichen am ganzen Körper in Kettenhemden gehüllt sind – zwei weitere Menschen aus der Bank holen. Äusserlich scheinen sie unverletzt. Speziell geschulte Kräfte zur Krisenintervention sind vor Ort, um ihnen helfen zu können.
Der mutmassliche Täter bleibt weiter in der Bank. Ob weitere Menschen mit ihm im Gebäude sind, kann die Polizei zu diesem Zeitpunkt nicht sicher sagen.
Erst gegen 18.00 Uhr führen Spezialkräfte den Verdächtigen aus dem Gebäude. Polizisten beginnen damit, den Rest des Gebäudes abzusuchen. Im Anschluss nimmt die Spurensicherung ihre Arbeit auf.
«Wir gehen aktuell von einem Einzeltäter aus», sagte eine Polizeisprecherin. Hinweis auf weitere Beteiligte gebe es jedenfalls nicht. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln jetzt zu den Hintergründen. (dpa)
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