Zugunglück in Frankreich: Rätsel um fremde Schiene
Ein Regionalzug in der Normandie ist entgleist, 44 Menschen wurden verletzt: Was zu dem Unglück führte, ist nach wie vor unklar. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an. Der zuständige Staatsanwalt rief zur Vorsicht bei Spekulationen über eine mögliche vorsätzliche Tat auf. Ein Stück einer anderen Schiene wurde auf dem Gleis gefunden.

Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass jemand den Zug absichtlich zum Entgleisen bringen wollte - und damit erst recht nicht für einen Anschlag, sagte Sébastien Gallois nach Angaben französischer Medien. Politische Vertreter hatten am Samstag von einer «kriminellen Tat» oder einem «Anschlag» gesprochen.
Rätsel um Stück fremder Schiene
Der Zug mit 186 Passagieren an Bord war am Freitagabend auf der Strecke zwischen Rouen und Caen mit etwa 140 Kilometern pro Stunde unterwegs, als er teilweise entgleiste. Fünf Waggons sprangen aus den Schienen, einer davon kippte um.
Nach Angaben französischer Medien erklärte Gallois zudem, die bisherigen Ermittlungen hätten keine neuen Erkenntnisse darüber erbracht, wie das Stück einer anderen Schiene, das rund fünf Meter lang sein soll, auf das Gleis gelangte und welche Rolle es bei dem Unglück spielte.
Das Unglück ereignete sich gegen 19.30 Uhr. Für die Passagiere spielten sich in diesen Sekunden dramatische Szenen ab.
Plötzlich flogen Koffer durch die Luft
Ein Passagier schilderte dem Fernsehsender BFMTV die dramatischen Sekunden vor und nach dem Unfall: Erst habe es sich angefühlt wie eine Notbremsung, dann sei der Zug durchgerüttelt worden, weil er nicht mehr auf dem Gleis fuhr, sondern über Schotter rumpelte. «Unser Fenster ist geborsten, Qualm stieg auf und Koffer flogen umher», berichtete der Mann namens Vincent. «Dann haben wir den anderen Waggon an unserem Fenster vorbeirauschen sehen.» (dpa)
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