Frachtflugzeug verunfallt am Flughafen Miami – mindestens fünf Tote
Ein Frachtflugzeug des Onlinehändlers Amazon ist am Sonntag am internationalen Flughafen von Miami über das Ende einer Startbahn hinausgeschossen. Dabei prallte die Maschine gegen mehrere Fahrzeuge und ging in Flammen auf. Mindestens fünf Menschen kamen Behördenangaben zufolge ums Leben, fünf weitere wurden verletzt. Drei von ihnen wurden lebensgefährlich verletzt, zwei mit weniger schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, wie Vertreter des Landkreises Miami-Dade mitteilten. Zunächst war unklar, ob die Piloten den Unfall überlebt hatten oder ob sich alle Todesopfer in den Fahrzeugen befanden, die das Flugzeug erfasste.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA teilte mit, dass das Flugzeug gegen 14 Uhr Ortszeit über das Ende der Startbahn hinausrollte. Anschliessend überquerte die Maschine eine Strasse, die von Beschäftigten umliegender Lagerhäuser und anderer Unternehmen genutzt wird, und prallte gegen mehrere Fahrzeuge. Bilder vom Unfallort zeigten, dass das Flugzeug offenbar auf dem Rumpf lag und trotz des Feuers weitgehend intakt geblieben war. Die Maschine - eine 32 Jahre alte Boeing 767 - war vom Luis Muñoz Marín International Airport in San Juan auf der Karibikinsel Puerto Rico gestartet.
Pilot und Copilot im Cockpit eingeschlossen
Bei dem Unfall stieg eine dichte schwarze Rauchwolke in den Himmel auf. Der Pilot und der Copilot sassen im Cockpit fest, einige Insassen in Fahrzeugen waren ebenfalls eingeschlossen, sagte Ray Jadallah, Leiter der Feuerwehr und Rettungsdienste von Miami-Dade. Einsatzkräfte mussten zudem eine Person befreien, die unter einem Fahrzeug eingeklemmt war.
Feuerwehrleute setzten Schaum aus speziellen Flughafen-Löschfahrzeugen ein, um den Brand zu löschen. Noch Stunden später waren Einsatzkräfte mit einem Treibstoffleck an dem Flugzeug beschäftigt.
Flugverkehr erheblich beeinträchtigt
Der Unfall legte den Flugverkehr an dem stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt für einen Grossteil des Nachmittags lahm. Rund 200 Einsatzkräfte waren vor Ort. Nach Angaben des Flughafens wurden zunächst sämtliche Start- und Rollbahnen geschlossen. Bis Sonntagabend wurden nach Angaben von FlightAware, einer Website zur Überwachung von Flugstörungen, mehr als 160 Flüge gestrichen und fast 325 weitere verspätet. Vertreter des internationalen Flughafens von Orlando, der mehr als 320 Kilometer nördlich von Miami liegt, teilten mit, dass einige Flüge dorthin umgeleitet worden seien.
Die FAA warnte, dass die Behinderungen auch nach einer Wiederaufnahme des Flughafenbetriebs anhalten könnten. Starts und Landungen sollten zunächst nur eingeschränkt möglich sein.
Ermittlungen zur Unfallursache
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB erklärte, sie sammle Informationen zu dem Unfall. US-Verkehrsminister Sean Duffy kündigte an, dass die FAA Ermittler an den Unfallort schicken werde. Die Ursache des Unfalls war zunächst nicht bekannt. Auch war unklar, ob das Wetter eine Rolle gespielt hatte.
Amazon erklärte in einer Stellungnahme, das Unternehmen werde mit allen Ermittlungen kooperieren. «Wir sind zutiefst betroffen, dass bei dem heutigen Vorfall am internationalen Flughafen von Miami fünf Menschen ihr Leben verloren haben», teilte das Unternehmen mit. «Unser tiefstes Mitgefühl gilt den Familien, Angehörigen und allen Menschen, die von diesem verheerenden Verlust betroffen sind.» (dpa)
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