Festnahme nach geplantem Anschlag auf Regierungschef
Nach einem geplanten Anschlag auf den polnischen Regierungschef Donald Tusk hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Dies gab Innenminister Marcin Kierwinski am Nachmittag auf X bekannt.
Der Mann sei in Niederschlesien gefasst worden, sagte der Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzynski. Tusk selbst dankte in einem X-Post den Polizisten für ihr schnelles und entschlossenes Handeln.
Zuvor hatten die Sicherheitsbehörden zudem Hinweise, dass auch Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz ein Ziel sein könnte. Man habe die Wahrscheinlichkeit, dass die Anschlagsdrohungen wahr gemacht würden, als sehr hoch eingeschätzt, sagte Dobrzynski laut der Nachrichtenagentur PAP. «Wir nehmen das todernst.» Daher habe man umgehend ein Krisentreffen anberaumt.
Tusk erfuhr am Sonntagmorgen von der Gefahr
Regierungssprecher Adam Szlapka sagte dem Sender TVN24, Tusk sei am frühen Sonntagmorgen informiert worden. «Dieses Signal war wesentlich beunruhigender als ähnliche Signale in der Vergangenheit.» Der Regierungschef habe aber normal weitergearbeitet.
Das EU- und Nato-Land Polen ist ein wichtiger westlicher Verbündeter der von Russland angegriffenen Ukraine. Es fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet deshalb deutlich auf.
Tipp soll beim Personenschutz der Regierung eingegangen sein
Die Information über den geplanten Anschlag soll nach Berichten polnischer Medien zunächst per Mail beim Staatsschutzdienst(SOP) eingegangen sein, der für den Personen- und Gebäudeschutz der Regierung und des Präsidenten zuständig ist. Dieser Dienst habe die Polizei informiert.
Wie der Sender TVN24 berichtete, soll aus dem Bericht der Sicherheitsdienste hervorgehen, dass der Hinweisgeber über soziale Medien Kontakt mit einer radikalen Organisation aufgenommen habe, die Freiwillige für ein Attentat mit Schusswaffen gesucht habe. Der Hinweisgeber habe sich daraufhin mit einem Mann namens Krzysztof getroffen, mit dem er über Waffen, Hass auf die Regierung und geplanten Massenmord gesprochen habe.
Wie die Tageszeitung «Rzeczpospolita» schrieb, soll der Autor der Mail an den Wachschutz nicht der potenzielle Attentäter selbst gewesen sein, kannte aber dessen Pläne. (dpa)
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