Ex-«South Park»-Autor stellt mutmassliche Cornell-Vergewaltiger an den Internet-Pranger
«Jetzt kommt der Teil, den sie nicht ignorieren können», schreibt Toby Morton auf Instagram. Der Ex-«South Park»-Autor hat die Website «TheCornell7.org» gegründet. Das Ziel: die sieben mutmasslichen Vergewaltiger der Cornell Universität anprangern.
Er warnt: Die Website soll sich nicht nur gegen die mutmasslichen Täter richten, sondern gegen «diejenigen, die an der Universität angestellt sind und den mutmasslichen Vergewaltigern einen Gefallen getan haben».
Dabei geht er bis hinauf zum Universitätspräsidenten: «Ich bin auch hinter euch her. Es wird Werbung geben, es wird Plakatwände geben. Das wird nicht verschwinden.»
Der Fall der Studentin, genannt «Jane Doe», die 2024 von sieben Studenten betäubt und vergewaltigt worden sein soll, nimmt dramatische Ausmasse an. Das Ganze ging viral, nachdem auch Schauspielerin Florence Pugh sich kürzlich dazu äusserte.

Vor allem, die milden Strafen schockieren. Demnach mussten die Beschuldigten unter anderem einen Aufsatz über ihre Tat schreiben. Manche wurden auch suspendiert, doch verhaftet wurde niemand und es wurde nie Anklage erhoben.
«Gefährlicher als ein Journalist»
Toby Morton will es nicht nur bei seiner Website belassen. Er plant auch Werbung und Plakate, um «die in diesem Fall namentlich genannten Männer in der Öffentlichkeit im Blick zu behalten und die Leute auf ‹TheCornell7.org› zu lenken». Und er sagt unmissverständlich: «Es wird Zeit für die Abrechnung.»
Auf Instagram postet er auch den Gegenwind – den er mit augenzwinkernder Gelassenheit nimmt: «Schaut mal, 100 Prozent der Troll-Nachrichten kommen bisher von Männern. Was für eine absolut unvorhersehbare Entwicklung.».
Manche halten ihm vor, er habe keine Beweise und sei «nur ein Satiriker». «Das stimmt», schreibt Morton. «Aber genau das macht mich viel gefährlicher. Ich habe keine Grenzen. Niemand, der mir sagt, dass ich zu weit gegangen bin.»

Morton ist für diese Art des digitalen Aktivismus bekannt. Zuvor hat er die Website «draftbarrontrump.com» («Zieht Barron Trump ein») eingerichtet. Dazu schrieb er ironisch: «Amerika ist stark, weil seine Führer stark sind. Präsident Trump beweist das jeden Tag. Natürlich ist sein Sohn Barron mehr als bereit, das Land zu verteidigen, das sein Vater so mutig regiert.»
Als jemand zu seiner «Cornell 7»-Website meint: «Das interessiert keinen, Toby. Du bewirkst nichts», postet Morton als Antwort stolz den Kommentar von Musiker Questlove, der ihn für seine Aktion für soziale Gerechtigkeit lobt.
Auch die Schauspielerinnen Florence Pugh und Christina Ricci, die sich lautstark zu dem Fall äusserten, kommentieren einen von Mortons Posts und danken ihm. «Endlich. Danke, dass du dich um dieses derart ungeheuerliche Unrecht kümmerst – ich applaudiere dir», schreibt Pugh.
«Ist der Laden noch offen?» – Staatsanwalt reagiert auf neue Beweise
Mittlerweile wird der Fall um ein verstörendes Detail reicher. Nachdem einer der Studenten im Gruppenchat mit der Nachricht «Free Pussy» zum «gratis Sex» mit «Jane Doe» einlud, gibt es nun einen neuen Screenshot. Laut der «New York Post» fragte jemand während des stundenlangen Missbrauchs: «Ist der Laden noch offen?»

Doch es gibt auch eine entscheidende Wendung: Laut Staatsanwalt Matthew Van Houten wurde 2024 keine Anklagen erhoben, weil «Jane Doe» den Vorfall bei der ursprünglichen Befragung als «freiwillig, bewusst und einvernehmlich» beschrieben habe.
Doch nun liegt CBS News ein Transkript der Befragung vor. Darin sagt sie gegenüber der Campus-Polizei: «Ich kann mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass ich vergewaltigt wurde.»
Auch die Screenshots aus dem Gruppenchat gelten als neue Beweise, die zuvor nicht bekannt waren. Jetzt hat der Staatsanwalt die Untersuchung wieder aufgenommen und will einer Grand Jury neue Beweise vorlegen.
Braucht es einen Internet-Pranger?
Die Studentenverbindung wurde inzwischen vom Campus verbannt. Zwei der mutmasslichen Täter sollen laut «TMZ» ausserdem ihre Jobs verloren haben – nachdem online ihre Namen und Arbeitgeber veröffentlicht worden waren.
Welche Rolle spielt der tobende Online-Shitstorm dabei? «Ich kann nicht fassen, dass es erst einen riesigen Aufschrei brauchte», schreibt jemand auf Instagram darüber, dass es erst jetzt die Chance auf Gerechtigkeit geben könnte.
Der Fall wird tausendfach leidenschaftlich kommentiert. So ist in einem CNN-Post die Rede davon, wie Morton mit seiner Website auf die Täter abzielt. In einem Kommentar fragt jemand: «Abzielen? Er zieht sie zur Rechenschaft!»
Viele stören sich auch am Wort «mutmasslich». Aber noch immer wurde keiner der Studenten verhaftet oder angeklagt. Es gilt die Unschuldsvermutung – doch die Online-Wut kocht. Und sie scheint zu wirken.
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