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Florence Pugh ist wütend: Aufsatz als Strafe für Vergewaltigung?

Eine US-Studentin soll betäubt und vergewaltigt worden sein – niemand wurde verhaftet. Stattdessen kamen die mutmasslichen Täter mit einer extrem milden Strafe davon. Jetzt geht der Fall viral, und auch Hollywood-Stars machen ihrer Wut Luft.
Florence Pugh trägt den Fall, der seit Tagen auf Social Media viral geht, in die Öffentlichkeit. (Bild: Ian West)
Mit dieser Nachricht sollen Studenten zum «gratis Sex» eingeladen haben. (Bild: Instagram Screenshot)
Schauspieler Josh Gad findet deutliche Worte. (Bild: Caroline Brehman)

«Free Pussy», stand im Gruppenchat einer Studentenverbindung der Cornell Universität in New York. Mit diesen Worten sollen Studenten dazu eingeladen worden sein, bei der Vergewaltigung einer 20-Jährigen mitzumachen.

Zuvor sollen zwei von ihnen die Studentin dazu gedrängt haben, Ketamin zu nehmen. Als sie wehrlos war, sollen sie insgesamt sieben Männer über Stunden vergewaltigt haben.

Nachdem die Studentin den Fall der Universitätspolizei meldete, gab es laut der «New York Post» eine «interne Untersuchung». Das Ergebnis: Zwei Studenten wurden aus der Uni ausgeschlossen. Die anderen mussten zur «Strafe» einen Aufsatz über ihre Tat schreiben. Niemand wurde verhaftet.

Florence Pugh ruft Männer auf: «Seid wütend für uns»

Geschehen ist all das 2024 – erst jetzt kommt es ans Licht. Denn das Opfer hat eine Zivilklage gegen die Cornell Universität eingereicht. Und auf Social Media ist der Aufschrei enorm.

Auch Promis melden sich angeekelt und schockiert zu Wort. Nun prüft die Staatsanwaltschaft erneut mögliche Strafanzeige gegen sieben ehemalige Mitglieder der Studentenverbindung.

Mit dieser Nachricht sollen Studenten zum «gratis Sex» eingeladen haben. (Bild: Instagram Screenshot)

«Mir ist übel und ich bin voller Angst», schreibt Florence Pugh auf Instagram. Die Schauspielerin rechnet auch mit jenen ab, die weggeschaut haben: «Das ist genau der Moment, in dem unsere Männer genauso entsetzt und angewidert sein müssen wie wir. Wie könnt ihr erwarten, dass wir darauf vertrauen, dass es ‹nicht alle Männer› sind, wenn viele von euch in solchen Momenten schweigen?»

Denn nicht nur die Täter, sondern «jeder Einzelne, der von diesem Vorfall wusste oder davon gehört hat», sei «genauso böse». Gleichberechtigung sei nicht möglich, «solange ihr unsere Körper nicht respektiert» und «wir nicht sagen können, dass wir uns sicher fühlen», schreibt sie weiter und fordert Männer auf: «Seid wütend für uns. Bitte.»

«Es reicht»

Einer, der stinksauer ist, ist Schauspieler Josh Gad, bekannt als Stimme von Olaf aus «Frozen». Auch er nimmt auf Instagram kein Blatt vor den Mund.

«Lasst mich das in aller Deutlichkeit sagen: Wenn wir einen Präzedenzfall schaffen, bei dem unsere Mädchen und Frauen brutal vergewaltigt werden können und die daraus resultierende Disziplinarmassnahme darin besteht, Aufsätze schreiben zu lassen – als wäre man Bart Simpson, der gerade einen kleinen Streich gespielt hat –, dann haben wir völlig den Verstand verloren», schreibt er.

Schauspieler Josh Gad findet deutliche Worte. (Bild: Caroline Brehman)

Diese «gewalttätige und kranke Straftat» sei kein «Missgeschick», schreibt er weiter: «Es ist die Zerstörung eines Lebens. Und indem wir niemanden zur Rechenschaft ziehen, senden wir das zutiefst verstörende Signal aus, dass so etwas in Ordnung sei. Zum Teufel damit. Es reicht.»

Auch Schauspielerin Christina Ricci und Moderatorin Rosie O’Donnell teilen Posts über den Fall und tragen ihn damit in die Öffentlichkeit. Derweil erklärt die Universität in einem Statement, man nehme «sexuelle Gewalt äusserst ernst» und die «Studentenverbindung Chi Phi bleibt weiterhin vom Campus ausgeschlossen». Mehr könne man während der Ermittlungen nicht sagen.

Schweigen hilft nicht

Der Fall schockiert – aber vor allem, weil es so oft passiert. Männer setzen Frauen unter Drogen und vergewaltigen sie. In Frankreich war es Gisèle Pelicot, doch dasselbe passiert auch in Österreich, Deutschland, in England und in der Schweiz. Tausende Männer tauschen online sogar Tipps dazu aus.

Nutzt es nun, wenn sich Promis dazu äussern? Vielleicht nicht. Doch Schweigen hilft noch weniger. Und je grösser die Plattform, desto besser.

Florence Pugh schreibt zu ihrem Post: «Wenn du zu denjenigen gehörst, die dies lautstark in die Welt hinaustragen – danke. Dies ist ein Thema, das uns alle als Menschen betrifft, nicht nur Frauen. Wir sind alle gefragt – besonders die Männer.»

Zum Schluss wendet sie sich an das Opfer, das sich «mutig gegen jene verabscheuungswürdige Hochschule zur Wehr gesetzt hat – du bist unglaublich stark. Du hast einen enormen Willen. Und sei dir sicher, dass Frauen überall an deiner Seite stehen, um dich zu stützen und dich auf deinem Weg der Heilung zu begleiten.»

 
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