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Der Todesstrafe entkommen: Ex-Präsident von Südkorea zu lebenslanger Haft verurteilt

Der frühere Staatschef wird wahrscheinlich in Berufung gehen. Dabei hätte die Strafe noch härter ausfallen können
Yoon Suk Yeol vor Gericht. (Bild: Seoul Central District Court Handout)

Ein Gericht in Seoul hat den im vergangenen Jahr abgesetzten südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol wegen Rebellion zu lebenslanger Haft verurteilt. Yoon habe Militär und Polizei mobilisiert, um in einer illegalen Aktion die von den Liberalen geführte Nationalversammlung zu stürmen, Politiker zu verhaften und für einen beträchtlichen Zeitraum uneingeschränkte Macht zu erlangen, sagte Richter Jee Kui Youn am Donnerstag. Beobachter rechneten damit, dass Yoon (65) in Berufung geht. Der unabhängige Sonderermittler Cho Eun Suk hatte die Todesstrafe beantragt. Diese wird in Südkorea seit 1997 nicht mehr vollstreckt.

Vor dem von Hunderten Polizisten gesicherten Gerichtsgebäude protestierten Anhänger Yoons lautstark gegen den Prozess, als der Bus mit dem Ex-Präsidenten vorfuhr. Der Konservative Yoon hatte im Dezember 2024 das Kriegsrecht verhängt und erklärt, das Parlament sei voller Krimineller und «staatsfeindlicher Kräfte». Das Gebäude wurde vom Militär umstellt. Es gelang aber genügend Abgeordneten, in den Plenarsaal zu gelangen, um das Dekret abzulehnen. Deshalb musste das Kriegsrecht nach wenigen Stunden wieder aufgehoben werden.

Yoon Suk Yeol vor Gericht. (Bild: Seoul Central District Court Handout)

Das Parlament leitete ein Amtsenthebungsverfahren ein, und im April 2025 wurde Yoon vom Verfassungsgericht offiziell des Amtes enthoben. Seit Juli sitzt er in Haft. Im Januar wurde Yoon bereits wegen Widerstands gegen seine Festnahme und Fälschung offizieller Dokumente zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht hatte auch mehrere ehemalige Militär- und Polizeibeamte verurteilt, die an der Durchsetzung von Yoons Kriegsrechtsdekret beteiligt waren. Unter ihnen ist der ehemalige Verteidigungsminister Kim Yong Hyun, der zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt wurde. (dpa)

 
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