Extreme Anschuldigungen gegen Trump, und auch Elon Musk ist in den neuen Epstein-Files – das ist bekannt
Wieso sind die neuen Files brisant?
Das US-Justizministerium veröffentlichte am Freitag etwa drei Millionen Seiten, 2000 Videos und rund 180'000 neue Bilder aus den sogenannten «Epstein-Files». Die Seiten bestehen aus E-Mail-Konversationen, Textnachrichten, Nachrichtenartikeln, internen Untersuchungsberichten und anderem Material im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein.
Darunter sei auch pornografisches Material, das Epstein besessen, aber nicht selbst aufgenommen habe, sagte der stellvertretende Justizminister Todd Blanche bei einer Pressekonferenz. Auffällig: Pam Bondi, Justizministerin, war nicht anwesend. Sie war jüngst Kritik des Weissen Hauses ausgesetzt.
Blanche sagte, das Ministerium habe die Bilder aller Frauen in den Akten bis auf Ghislaine Maxwell, die langjährige Lebensgefährtin und Mitarbeiterin von Herrn Epstein, die wegen Sexhandels verurteilt wurde, unkenntlich gemacht.
Ob das Material neue Erkenntnisse in dem Fall bringt, war unmittelbar nach der Veröffentlichung auf der Website des Ministeriums noch unklar. Inzwischen sind dort elf Datensätze abrufbar. Mit der jüngsten Veröffentlichung sei die Sichtung und Überprüfung der Unterlagen beendet, sagte Blanche weiter. Das Ministerium sei damit nun seiner Verpflichtung nachgekommen. Die neu hochgeladenen Akten umfassen erneut auch E-Mails und Gerichtsdokumente.
Der Kongress hatte die Freigabe im November angeordnet, und Präsident Trump unterzeichnete das Gesetz, obwohl er es ursprünglich abgelehnt hatte – er wolle den Vorwürfen und Spekulationen rund um den Fall ein Ende setzen. Die letzten Dokumente trafen Wochen nach Ablauf der vom Kongress gesetzten Frist am 19. Dezember ein.
Was steckt Neues über Trump in den Files?
Neu ist hauptsächlich, dass in den jüngst veröffentlichten Unterlagen aus dem Epstein-Komplex eine interne FBI-Liste aufgetaucht ist, in der Donald Trump namentlich in zahlreichen Anschuldigungen erwähnt wird. Diese Liste stammt aus der Korrespondenz eines Ermittlers einer Taskforce gegen Kinderhandel und Menschenhandel und sammelt unterschiedliche Hinweise, Aussagen und Behauptungen, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken.
Medienberichten zufolge existieren insgesamt mindestens 4500 Dokumente, in denen Trump erwähnt wird. Die Vorwürfe reichen von angeblichem sexuellen Missbrauch Minderjähriger über die Beteiligung an mutmasslichen Sexhandelsringen bis hin zur Anwesenheit bei Partys, auf denen Frauen oder sogar Minderjährige «versteigert» worden sein sollen.
Gleichzeitig machen die Behörden deutlich, dass diese Nennungen keinen Beweis für Schuld darstellen. Das FBI hält fest, dass der Grossteil der Vorwürfe nicht bestätigt ist und vielfach auf Aussagen aus zweiter Hand oder auf Berichten Dritter beruht. Nur wenige der Anschuldigungen wurden überhaupt weiterverfolgt, und in einigen Fällen vermerkten Ermittler ausdrücklich, dass sie die Angaben für nicht glaubwürdig halten. Die Files zeigen damit eher, welche Anschuldigungen im Umlauf sind, als dass sie gesicherte Erkenntnisse liefern.
Besonders brisant ist zudem, dass eines der sensibelsten Dokumente kurz nach seiner Veröffentlichung wieder gelöscht wurde. Kritiker fordern Aufklärung darüber, warum dies geschah und ob dadurch Informationen zurückgehalten werden. Insgesamt steckt das Neue weniger in belegten Enthüllungen über Trump, sondern in der Offenlegung des Ausmasses und der Art der gegen ihn gesammelten, grösstenteils unbestätigten Vorwürfe.
Worum geht es im gelöschten Dokument genau?
Es handelt sich beim Dokument um ein File, das zur E-Mail-Korrespondenz eines Agenten der Taskforce gegen Kinderausbeutung und Menschenhandel gehört. Darin werden diverse Vorwürfe gegen Jeffrey Epstein gesammelt:

- Donald Trump habe vor 35 Jahren in New Jersey eine 13- bis 14-Jährige zu oralem Sex gezwungen. Sie sei dabei geschlagen worden. Das Mädchen habe Trump gebissen, während sie ihn oral befriedigt habe.
- Eine Klägerin behauptet, sie sei Opfer und Zeugin eines Sexhandelsrings im Trump Golf Course in Rancho Palos Verdes, Kalifornien, zwischen 1995 und 1996 gewesen. Sie gab an, von Ghislaine Maxwell rekrutiert worden zu sein. Zu den Kunden hätten Jeffrey Epstein, Robin Leach und Donald Trump gehört.
- Dieselbe Frau behauptet auch, bei Orgien dabei gewesen zu sein. Einige der Mädchen seien danach verschwunden oder ermordet worden – und angeblich auf dem Gelände begraben worden. Weiter sei sie von Trumps damaligem Sicherheitschef bedroht worden. Sollte sie jemals darüber sprechen, was sie erlebt und gesehen habe, werde sie «als Dünger für die hinteren neun Löcher enden – wie die anderen Schlampen».
- Ein Kläger behauptet, er wisse von Filmen mit prominenten Männern wie Jeffrey Epstein, Bill Clinton und Donald Trump.
- Eine Klägerin meldete sich bei der New Yorker Polizei. Sie sei 1984 im Alter von 13 Jahren zu sexuellen Handlungen gezwungen worden. Unter ihren Peinigern habe sich auch Donald Trump befunden. Er sei ausserdem dabei gewesen, als ihr Onkel ihr neugeborenes Kind ermordete.
- Eine Klägerin behauptet, 2004 oder 2005 Donald Trump und Jeffrey Epstein an einer Party gesehen zu haben, bei der Frauen versteigert worden seien.
- Eine Klägerin behauptet, Donald Trump habe unter dem Titel «Kalendermädchen» Partys veranstaltet, bei denen Minderjährige «versteigert» wurden. Trump habe die Vulva und die Vagina der Kinder gemessen, indem er einen Finger einführte. Unter den Gästen sollen sich ältere Männer, darunter Elon Musk, Don Jr. Trump und Ivanka Trump befunden haben.
Das FBI hält in dem Dokument fest, dass der Grossteil der Vorwürfe nicht bestätigt sei. Mehrere Hinweise basierten auf Informationen aus zweiter Hand oder auf Aussagen von Dritten. Nur wenige der Anschuldigungen seien jemals weiterverfolgt worden. In einzelnen Fällen vermerkten die Ermittler ausdrücklich, dass sie die Angaben als nicht glaubwürdig einschätzten. Das US-Justizministerium merkt zudem an, dass einige Dokumente «unwahre, sensationsheischende Behauptungen» über Präsident Trump enthielten – welche Vorwürfe damit genau gemeint sind, hat das Ministerium der Trump-Vertrauten Pam Bondi nicht spezifiziert.
Weitere Prominente involviert: Wer taucht jetzt auch auf?
Die Veröffentlichung der Akte brachte bisher unbekannte finanzielle Verbindungen und soziale Beziehungen zwischen Epstein und prominenten Persönlichkeiten in den USA und Grossbritannien ans Licht. So schreibt es der britische «Guardian» in einer ersten Zusammenfassung. Die wichtigsten sind:
Elon Musk: Die Verbindungen zwischen Musk und Epstein scheinen enger gewesen zu sein als bislang bekannt. Eine E-Mail-Korrespondenz zwischen Epstein und Musk aus dem Jahr 2012 scheint zu zeigen, dass der reichste Milliardär der Welt auf die Frage «Wie viele Personen werden mit dem Hubschrauber auf die Insel kommen?» mit «An welchem Tag/in welcher Nacht findet die wildeste Party auf unserer Insel statt?» antwortet. Das berichtet unter anderem der «Guardian».
Prinz Andrew: Andrew Mountbatten-Windsor (ehemals Prinz) nahm laut Unterlagen Monate nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis an einer privaten Feier mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein teil. In den neuen Files befinden sich auch Bilder des Prinzen, die ihn am Boden über einer angezogenen Frau liegend zeigen.

Howard Lutnick, Trumps Handelsminister: Aus den Dokumenten geht auch hervor, dass Howard Lutnick, Trumps Handelsminister, im Dezember 2012 einen Besuch auf Epsteins Privatinsel geplant hatte, obwohl er letztes Jahr behauptet hatte, dass er und seine Frau um 2005 von Epstein so «angewidert» gewesen seien, dass sie beschlossen hätten, «nie wieder mit diesem ekelhaften Menschen in einem Raum zu sein».
Einen Tag nach dem geplanten Treffen scheint aus den E-Mails hervorzugehen, dass Epsteins Assistent Lutnick eine Nachricht von Epstein weitergeleitet hat, in der stand: «Schön, Sie zu sehen.» Howard Lutnick und seine Frau Allison.
Kronprinzessin Mette-Marit: Auch die norwegische Adelige wird in den Dokumenten mehrfach erwähnt. Sie hat 2013 mit einer Freundin vier Tage in Epsteins Haus in Palm Beach verbracht, wie der norwegische Hof mittlerweile bestätigte. Mette-Marit hat sich bereits mehrmals für den Kontakt mit Epstein entschuldigt und sprach von «schlechtem Urteilsvermögen». Es sei einfach nur peinlich.
Bill Gates: Laut veröffentlichten E-Mails verfasste Epstein 2013 Notizen an und über Gates, in denen er andeutete, dass dieser ausserehelichen Sex hatte, das schreibt die «NYT». Die Gates Foundation bezeichnete die Anschuldigungen als «absolut absurd und völlig falsch». In einer E-Mail schrieb Epstein demnach, er habe Gates dabei geholfen, Medikamente zu beschaffen, um «mit den Folgen des Sex mit russischen Mädchen fertig zu werden», und dass er Gates Treffen mit verheirateten Frauen ermöglicht habe. Es ist allerdings unklar, ob Epstein die E-Mails jemals an Gates geschickt hat.
(lak, tog, ke, watson/smr)
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