Sardinien-Trip mit «krankem» Kind: Neuer Wirbel um CDU-Skandalpolitiker Spahn
Spahn hat sich unter der Woche, am Dienstag und am Mittwoch, im Haushaltsausschuss des deutschen Bundestags aus «familiären Gründen» entschuldigen lassen. Wie das Newsmagazin Stern berichtet, war der 46-Jährige offiziell nicht anwesend, weil er sich um sein krankes Kind habe kümmern müssen.
Doch an dieser Version gibt es erhebliche Zweifel. Die «Bild»-Zeitung veröffentlichte nämlich am Mittwoch ein Foto von Spahn und dessen Mann mit ihrem Kind an einem Flughafen auf der italienischen Ferieninsel Sardinien. Der Artikel wurde mittlerweile wieder gelöscht, wie Focus schreibt.
CDU-Politiker fordern Ausschluss
Doch der Schaden war bereits angerichtet. Das Foto machte laut deutscher Medien rasch die Runde in der CDU und stiess insbesondere bei den Angehörigen der Arbeitsgruppe Haushalt, die die Kanzlerpartei im Haushaltsausschuss vertritt, auf grossen Ärger. Eine Mehrheit seiner Parteikollegen habe demnach im Anschluss den Ausschluss Spahns aus dem Ausschuss gefordert.
Spahn wurde laut «Stern» am Freitag von der Partei einbestellt, um Stellung zu beziehen. Dabei soll er sein Fehlen begründet und um eine «letzte Chance» geworben haben. Ob ihm diese gewährt würde, war zunächst nicht klar. Doch schliesslich habe der neue Fraktionschef der Union (CDU und CSU), Thorsten Frei, eine Art Bewährungsfrist für Spahn mit den erzürnten Parteikollegen ausgehandelt.
Frei ist Spahns Nachfolger auf seiner Position, nachdem dieser das Amt wegen der Leihmutter-Affäre (siehe nächster Absatz) abgeben musste. Spahn selbst hat sich bisher nicht öffentlich zur neuen Kontroverse geäussert. Sein Sprecher erklärte allerdings erneut, dass Spahn aus familiären Gründen im Bundestag gefehlt habe, die restlichen Wochentage sei er anwesend gewesen.

Jens Spahn sorgte bereits im Sommer für grossen Wirbel in der deutschen Politik. Der damals hochrangige CDU-Abgeordnete, Fraktionschef und Vertraute von Bundeskanzler Friedrich Merz, gestand ein, bei der Zeugung eines Kindes mit seinem Mann die Dienste einer Leihmutter in den USA in Anspruch genommen zu haben. In Deutschland ist dies verboten.
Die CDU, und auch Spahn selbst, sprachen sich in der Vergangenheit mehrfach deutlich gegen diese Art, Kinder zu bekommen, aus. Dem Politiker wurde danach Doppelmoral und das Umgehen des deutschen Gesetzes vorgeworfen. Spahn musste unter grossem öffentlichen Druck schliesslich seinen Posten als Fraktionschef der CDU abgeben. (con, watson)
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