Serbischer Minister deutet Staatsbegräbnis für Mladic an
Die serbische Regierung hat die Möglichkeit eines Staatsbegräbnisses für den im Gefängniskrankenhaus gestorbenen bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Ratko Mladic anklingen lassen. «General Mladic ist ein General, und das Protokoll ist bekannt», sagte Justizminister Nenad Vujic dem bosnisch-serbischen Fernsehsender ATV. Seine Regierung respektiere, was Mladic zustehen würde, fügte Vujic hinzu.
Der Verweis auf das staatliche «Protokoll» wird von serbischen Medien so interpretiert, dass die Regierung unter Präsident Aleksandar Vucic ein Staatsbegräbnis mit höchsten Ehren plant.
Als sicher gilt, dass er im Belgrader Friedhof Topcider beigesetzt wird. Dies entspräche seinem Wunsch, neben seiner Tochter Ana begraben zu werden, die sich 1994 im Alter von 23 Jahren selbst das Leben nahm. Ein Termin für das Begräbnis steht noch nicht fest.
Tod in Haft in Den Haag
Der ehemalige bosnisch-serbische Militärführer war am Donnerstag in Den Haag gestorben. Er verbüsste dort eine lebenslange Gefängnisstrafe für die von ihm im Bosnien-Krieg (1992–1995) begangenen Kriegsverbrechen.

Verurteilt hatte ihn ein internationales UN-Tribunal wegen Völkermords. Unter anderem wies es ihm die Schuld am Massaker von Srebrenica im Juli 1995 nach. Bosnisch-serbische Milizen hatten dort unter seinem Kommando mehr als 8000 Menschen, hauptsächlich Männer und männliche Jugendliche, ermordet.
Mladic war zwar bosnischer Serbe, erhielt aber Sold und Rente von der Armee Serbiens. Das offizielle Belgrad leugnet bis heute den gerichtlich festgestellten Völkermord, den bosnisch-serbische Milizen unter Mladic in Srebrenica und bei der grausamen Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajevo begangen hatten. Vucic war selbst als junger Mann Angehöriger einer extremistischen serbischen Bürgerkriegsmiliz, die vom jüdischen Friedhof in Sarajevo auf Zivilisten in der Stadt schoss. Seine damalige Rolle ist bis heute ungeklärt. (dpa)
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