Ungewissheit nach Ätna-Ausbruch - Flugverbot bleibt bestehen
Ein Ende des Ausbruchs des Vulkans Ätna lässt sich nach Einschätzung eines Experten nicht voraussehen. Für die Mittelmeerinsel Sizilien hat das Folgen für den Tourismus, der Flughafen Catania bleibt geschlossen. «Wir können nicht wissen, wie lange die Aktivität des Ätna andauern wird», sagte Stefano Branca, Direktor der Vulkanabteilung des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV). Zwar lasse sich der Beginn einer Eruption mit Überwachungssystem vorhersagen, nicht aber deren Ende, so Branca.
Wegen des starken Ausstosses von Asche ist der Flugverkehr am Flughafen von Catania derzeit komplett gesperrt. Am Mittwochabend verlängerte die Betreibergesellschaft des Airports das Flugverbot abermals – bis Freitag, 2.00 Uhr. Starts und Landungen sind nicht möglich. Weitere Verlängerungen sind nicht ausgeschlossen, sollte der Vulkan demnächst nicht zur Ruhe kommen.
Schäden in Millionenhöhe für Tourismus
Die Folgen für den Tourismus sind bereits deutlich zu spüren: Nach Schätzungen des Handelsverbands Assoesercenti belaufen sich die wirtschaftlichen Schäden infolge der Flugausfälle und Behinderungen auf 12 bis 24 Millionen Euro. Seit Beginn des Ausbruchs am vergangenen Freitag waren Hunderte Flüge von Streichungen, Verspätungen und Umleitungen betroffen. Zehntausende Urlauber mussten umplanen.
Lage am Airport etwas beruhigt
Nach den Worten von Branca sei die eruptive Aktivität «leicht rückläufig». Doch der Vulkan-Experte merkte auch an: «Die einzige Gewissheit ist, dass es keine Gewissheiten gibt.» Die Betreibergesellschaft des Flughafens und das INGV stehen in engem Kontakt – die Behörden entscheiden je nach Windrichtung und Asche-Konzentration in der Luft über Sperrungen, oft auch sehr kurzfristig.
Vor Ort am Flughafen von Catania hat sich die Lage inzwischen im Vergleich zu den chaotischen Zuständen der vergangenen Tage etwas beruhigt. Viele Passagiere prüfen ihren Flugstatus vor der Anreise zum Airport. Ausserdem werden Transfers zu anderen Flughäfen auf der Insel organisiert. Dennoch bilden sich immer wieder längere Warteschlangen vor Infoschaltern. Einige Menschen übernachten vor Ort und warten auf Informationen. (dpa)
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