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Erbprinz Alois: «Es braucht weitere Reformen»

«Damit der Lebensbaum Liechtenstein weiterhin blüht», sind nach Ansicht von Erbprinz Alois weitere Reformen notwendig. Dabei sollten Regierung und Landtag vor allem das Ziel verfolgen, «den Staatshaushalt auszugleichen, unsere Sozialversicherungssysteme finanziell nachhaltig zu gestalten und unser Bildungssystem weiter zu verbessern».

Durchlaucht, am 15. August 2004 wurden Sie von Ihrem Vater zur Vorbereitung der Thronfolge als Stellvertretendes Staatsoberhaupt eingesetzt. Wenn Sie nun die vergangenen zehn Jahre Revue passieren lassen, gibt es politische Agenden, bei denen Sie im Rückblick sagen, dass es da und dort besser hätte laufen können?

Erbprinz Alois: Es gibt vor allem Agenden, bei denen ich mir erhofft hätte, dass wir schneller Fortschritte erzielen. Allerdings musste ich feststellen, dass die Geschwindigkeit in der Politik viel langsamer ist als im Bereich der Wirtschaft. Im Unterschied zum Unternehmen müssen viel mehr Personen in die Entscheidungsfindung eingebunden werden, weil eine breitere Akzeptanz nötig ist und Fehlentscheidungen nicht nur ein einzelnes Unternehmen sondern einen ganzen Staat treffen. Wenn nicht die Umstände drängen, kann es lange dauern, bis genügend Personen von der Richtigkeit und Wichtigkeit einer Sache überzeugt sind. So habe ich beispielsweise gleich zu Beginn der Übernahme der Aufgaben des Staatsoberhauptes das Thema Staatsaufgaben angesprochen. Die Zeit dafür, sich darüber vertiefter Gedanken zu machen, scheint in der Politik aber erst heute reif zu sein.

Bei welchen für Liechtenstein erzielten Fortschritten empfinden Sie allenfalls ein bisschen Stolz und Freude, dass es ohne Ihren entsprechenden Einfluss nicht so gut herausgekommen wäre, wie dies dann letztlich der Fall war?

Unsere Verfassung bedarf immer eines Zusammenwirkens verschiedener Kräfte, um Fortschritte zu erreichen. Manchmal wird der Einfluss, den der Monarch hat, überschätzt, manchmal wird er unterschätzt. Ein Fortschritt, der ohne meinen Einfluss vielleicht nicht so gut herausgekommen wäre, ist das rechtzeitige Einleiten von Reformschritten für den Finanzplatz.

Wie sollten Regierung und Landtag in der laufenden Legislaturperiode die Bedingungen für den «Lebensbaum Liechtenstein» gestalten, damit dieser weiterhin blühen und gedeihen kann und seine Äste reichlich Früchte tragen?

Damit der Lebensbaum Liechtenstein weiterhin blüht, sollten Regierung und Landtag vor allem die nötigen Reformen durchziehen, um den Staatshaushalt auszugleichen, unsere Sozialversicherungssysteme finanziell nachhaltig zu gestalten und unser Bildungssystem weiter zu verbessern.

Was wünschen Sie sich anlässlich des Staatsfeiertags 2014 für Liechtenstein und seine Bevölkerung für die Zukunft?

Für Liechtenstein und seine Bevölkerung wünsche ich mir, dass Regierung und Landtag bei den aufgezeigten Reformen erfolgreich sind. (Interview: güf)

Das ganze Interview mit Erbprinz Alois im Vaterlandmagazin «staatsfeiertag 2014» am Dienstag als Beilage zum «Vaterland» oder als E-Paper.

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