• IRAN PROTEST
    Die Menschen in Iran sind mit der wirtschaftlichen Lage und der hohen Jugendarbeitslosigkeit unzufrieden. Bild: Keystone

Die Lage im Auge behalten

Kurz vor Jahresende strömten in Iran Demonstranten auf die Strasse, um ihre missliche Lage kundzutun und Kritik an der Regierung zu üben. Regionale Firmen beobachten nun die Situation und warten ab.

Das Jahr 2017 neigte sich dem Ende zu – und plötzlich flammte in den Medien ein Ereignis auf, dass kurzfristig einiges in den Schatten stellte: Die Bevölkerung in Iran ging auf die Strasse und demonstrierte in mehreren Städten gleichzeitig. Obwohl in Iran keine Meinungsfreiheit herrscht und Facebook und Twitter verboten sind, gelang es den Demonstranten, sich über soziale Meiden auf den Strassen zu organisieren. Wegen der Zensur des Landes war zunächst unklar, was die Leute auf die Strasse bewegte. Einige Quellen berichteten von steigenden Lebensmittelpreisen (die Preise für Eier und Geflügel stieg jüngst um 40 Prozent an), einer weit verbreiteten Armut beim Volk und eine hohfe Jugendarbeitslosigkeit.

Andere wiederum sahen es als direkter Angriff auf die konservative Regierung. Doch diese fackelte nicht lange und organisierte Gegendemonstrationen mit Anhängern des Regimes. Bereits 2009 begab sich die Bevölkerung auf die Strasse, da die damalige Präsidentschaftswahl sehr umstritten war. Als Antwort darauf liess das Regime die Bewegung brutal niedergeschlagen, was internationale Sanktionen für das Land zur Folge hatte. Aktuell sind laut einer iranischen Nachrichtenagentur bei den Demonstrationen bis zu 3700 Personen festgenommen worden, einigen droht die Todesstrafe. 21 Menschen sind dabei ums Leben gekommen.

Das Regime sichern

Der aktuelle Präsident Hassan Rohani möchte Reformen anstreben, jedoch wird er von den hohen geistlichen Führer blockiert. Von seinen Versprechen, die er bei seiner Wahl kund machte, konnte er kaum eines durchsetzen. Der oberste geistliche Ajatollah Ali Khamenei und der Wächterrat haben bei allen politischen Entscheidungen das letzte Wort. Dabei versucht er stets, das Überleben des Regimes zu sichern. Somit ist es für die Regierung von Rohani, der verhältnismässig als politisch moderat gilt, fast unmöglich, Veränderungen anzupacken. Dadurch macht sich auch eine Enttäuschung beim Volk breit, was sich durch eine geringe Beteiligung bei Wahlen niederschlägt. (ms)

Der ganze Bericht in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Wirtschaft Regional»

 

13. Jan 2018 / 14:00
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