• US-Wissenschaftlerin Demelza Hays und Michael Hanke, Professor für Finance am Institut für Finanzdienstleistungen, haben sich intensiv mit der neuen Technologie auseinandergesetzt.
    US-Wissenschaftlerin Demelza Hays und Michael Hanke, Professor für Finance am Institut für Finanzdienstleistungen, haben sich intensiv mit der neuen Technologie auseinandergesetzt.  (Tatjana Schnalzger)

Neue Technologie erobert die Welt

Digitale Revolution Als eine der ersten Universitäten weltweit plant die Uni Liechtenstein ab Februar 2017 Vorlesungen zum Thema Bitcoin. Ein hochspannendes Thema, das in Liechtenstein noch stiefmütterlich behandelt wird. Ebenso wie die Blockchain.
Vaduz. 

Demelza Hays ist eine junge US-Wissenschaftlerin, die derzeit an der Uni Liechtenstein studiert und deshalb auch die meiste Zeit im Land verbringt. Für ihr Zimmer muss sie wie jeder andere Student Miete bezahlen, und auch sonst hat sie Ausgaben, für die sie mit Schweizer Franken aufkommen muss. Doch als Amerikanerin kann sie in Liechtenstein kein Konto eröffnen, das es ihr erleichtern würde, Geld von Amerika nach Liechtenstein zu überweisen und so für ihre Ausgaben aufzukommen. Ihre Lösung: Sie zahlt mit Bitcoins bzw. ihrer auf dem Handy befindlichen Wallet-App – quasi eine digitale Brieftasche – und nutzt somit die Programmiergrundlage Blockchain.

Wer jetzt nur Bahnhof versteht, befindet sich in guter Gesellschaft. Die Technik ist zwar revolutionär und nicht mehr ganz neu. Dennoch findet sie nur nach und nach ihren Weg zu Privatpersonen, Behörden, Organisationen oder gar Regierungen. Sie musste und muss sich ihr Vertrauen erarbeiten. Doch je mehr Menschen und Gruppen damit arbeiten, umso vertrauenswürdiger scheint sie zu werden. Aber der Reihe nach.

«Sehr sicher»

Bitcoin ist nichts anderes als eine 
digitale Münze oder auch eine Crypto-Währung. Überweisungen werden von einem Zusammenschluss von Rechnern über das Internet abgewickelt – es ist keine zentrale Abwicklungsstelle wie z. B. eine Bank nötig. Im Moment haben 5300 Menschen weltweit die Bitcoin-Software heruntergeladen und verwalten quasi gemeinsam die dezentrale Datenbank, also die Blockchain. Aufgrund der kryptographischen Techniken ist es fast ausgeschlossen, die Blockchain zu hacken oder zu manipulieren. «Vielleicht von der US-Regierung. Und auch dann nur mit unheimlich vielen Ressourcen», schmunzelt Demelza Hays, welche die Vorlesungen zum Thema Bitcoins im kommenden Jahr halten wird. Das System werde von niemandem kontrolliert, da kein zentraler Server nötig sei. Es funktioniere über Peer-to-peer, also Rechnernetze, bei denen alle Rechner im Netz gleichberechtigt zusammenarbeiten. Alle müssen sich an dieselben Regeln halten, da diese nicht geändert werden können – ausser alle User wollten das gleichzeitig. Bricht einer der sogenannten Miner – also jemand, der mit der Bitcoin-Software arbeitet – eine Regel, ist das für die anderen sofort über die Blockchain ersichtlich. «Es ist also ein äusserst sicheres System», ist auch Michael Hanke, Professor für Finance am Institut für Finanzdienstleistungen, überzeugt. (dv)

 

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Wirtschaft Regional»

02. Sep 2016 / 18:11
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