• Die Media Markt-Mutter Ceconomy erleidet einen Gewinneinbruch und streicht die Dividende für die Aktionäre.
    Die Media Markt-Mutter Ceconomy erleidet einen Gewinneinbruch und streicht die Dividende für die Aktionäre.  (KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Media Markt-Mutter erleidet Gewinneinbruch

Die Media Markt-Mutter Ceconomy stürzt immer tiefer ab. Im vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 musste der deutsche Elektronikhandelskonzern einen Gewinneinbruch hinnehmen.
Düsseldorf. 

Unter dem Strich blieb Ceconomy im letzten Jahr per Ende September nur knapp in den schwarzen Zahlen. Der Reingewinn sackte auf 23 Millionen Euro ab, nachdem ein Jahr zuvor noch 206 Millionen in der Kasse geklingelt hatten. Und dies ist noch mehr als erwartet. Analysten hatten im Schnitt sogar mit einem Verlust gerechnet.

Nun schauen die Aktionäre in die Röhre. Ceconomy streicht die Dividende, denn für eine Gewinnausschüttung gebe es "keine sinnvolle Basis", schrieb der Konzern mit Sitz in Düsseldorf am Mittwoch in einem Communiqué.

Der operative Gewinn (EBIT) fiel um 15 Prozent auf 419 Millionen Euro. Dabei profitierte der deutsche Konzern noch von der Beteiligung an der französischen Elektronikhandelskette Fnac Darty. Ohne diese wäre der EBIT gar um fast 20 Prozent in die Tiefe gerasselt.

Lieber in der Badi

Zu schaffen machten Ceconomy unter anderem Rabattschlachten im Weihnachtsgeschäft, der schleppende Verkauf im Hitzesommer und ein happiger Abschreiber auf die Beteiligung am Detailhandelskonzern Metro, von dem Ceconomy im Sommer 2017 abgespalten worden war. Alleine die Wertberichtigung schlug mit 268 Millionen Euro zu Buche.

Harzig lief das Geschäft in Deutschland, der Schweiz und Österreich, wo der Umsatz schrumpfte. Denn statt zum Shoppen gingen die Leute in der Bullenhitze lieber ins Freibad. Auch Währungseffekte wie der Verfall der türkischen Lira zogen das Ergebnis nach unten.

Besser lief das Geschäft indes in West- und Südeuropa sowie in Osteuropa. Insgesamt sank der Umsatz um 0,9 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Das Onlinegeschäft wuchs von rund 2,3 Milliarden auf 2,6 Milliarden Euro.

Ein starkes Wachstum verzeichneten insbesondere die Vermittlung von Mobilfunkverträgen, Versicherungen und Finanzierungen sowie Dienstleistungen rund um Reparaturen und Garantieverlängerungen. Mit den Reparaturständen in den Läden will Ceconomy zusätzliches Geschäft auch mit anderswo gekauften Geräten machen, nachdem die beiden Ketten Media Markt und Saturn jahrzehntelang praktisch nur eigene Geräte akzeptiert hatten.

Chef gefeuert

"Im vergangenen Geschäftsjahr sind unsere Ergebnisse hinter unseren Erwartungen und denen unserer Aktionäre zurückgeblieben", erklärte Konzernleitungsmitglied Dieter Haag Molkenteller. Mehrere Gewinnwarnungen waren die Folge, welche die Aktionäre geschockt hatten.

Deshalb wurde Konzernchef Pieter Haas gefeuert. Auch Finanzchef Mark Frese verlässt das Unternehmen zum Jahresende. Am Mittwochmorgen stürzte die Aktie um weitere 11 Prozent ab. Seit Anfang Jahr hat die Aktie drei Viertel an Wert verloren.

Weniger Betriebsgewinn erwartet

2019 werde nun ein "Jahr des Umbruchs", kündigte das Unternehmen an. Die Firmenspitze gehe davon aus, dass die Lage im Detailhandel und für Unterhaltungselektronik auch im kommenden Jahr herausfordernd bleibe.

Der Umsatz dürfte leicht wachsen, der Betriebsgewinn dagegen leicht sinken. Schuld sei das Geschäft in Deutschland, der Schweiz und Österreich, während sich die Verkäufe in West- und Südeuropa leicht positiv entwickeln würden.

Nicht berücksichtigt seien dabei Ergebnisbeiträge aus der Beteiligung an Fnac Darty, die einen Gewinn in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe einbringen dürfte. Das heisst in etwa 40 bis 60 Millionen Euro. Auch die Kosten für die umfangreichen Führungswechsel im Management seien in der Prognose nicht enthalten.

Auf einen neuen Chef kommt viel Arbeit zu. Die Holding sei zu komplex aufgestellt, hatten etwa HSBC-Analysten angemahnt. Ein neues Management müsse dies ändern, Media Markt und Saturn zentralisierter aufstellen und Kosten einsparen. Ceconomy will die Probleme verstärkt angehen und in IT und Logistik investieren. (sda/awp)

19. Dez 2018 / 11:34
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