• Herbert Banzer
    Portrait von Herbert Banzer, Hauswart der Schule Formatio in Triesen  (Daniel Schwendener)

Immer ein offenes Ohr

Er ist ein Unikum, ein Sympathieträger und Menschenliebhaber: Herbert Banzer ist viel mehr als nur der Hauswart des Fabrikgebäudes der alten Weberei in Triesen. Er ist verbunden mit der Geschichte des Hauses und pflegt seinen Arbeitsort wie sein eigenes «Heim».
Triesen. 

Herbert Banzer ist ein Ur-Triesner: Er kennt praktisch jeden – und noch mehr kennen ihn. 33 Jahre arbeitet er mittlerweile für seine Heimatgemeinde – 15 Jahre davon als Hauswart in der alten Weberei, wo auch die Formatio eingemietet ist. Eine lange Zeit, in welcher er unzählige Leute mit ihren Stärken und Schwächen kennenlernte. «Das hat mich extrem bereichert», sagt Banzer. «Ich habe viele Persönlichkeiten getroffen, von denen ich mir eine Scheibe abschneiden konnte.» Es ist auch der Umgang mit Menschen, den er als das Herz seines Berufs bezeichnet. «Wir sind hier wie eine grosse Familie», sagt er. «Ich habe ein offenes Ohr für alle und nehme auch mal die Vermittlerrolle ein, wenn es unter den Mietern im Fabrikgebäude Diskussionsbedarf gibt.»
Man muss nicht lange mit Herbert Banzer reden, um zu wissen: Seine Arbeit ist viel mehr für ihn als nur ein Job. Er fühlt sich nicht nur zuständig für die Reinigung, die Haustechnik, die Umgebungsarbeiten sowie den reibungslosen Ablauf der diversen Veranstaltungen, welche in der Fabrik durchgeführt werden, sondern er sieht sich als Teil des Ganzen, als Teil der Geschichte des Hauses. «Mein Vater arbeitete 40 Jahre als Webermeister in diesem Gebäude und hat mich oft mit zur Arbeit genommen. Ich habe so vieles erlebt hier, das verbindet.» So ist es ihm auch ein sehr persönliches Anliegen, dass sich die Fabrik nach aussen immer im besten Licht zeigt – egal, mit welchem Extraeinsatz dies auch verbunden sein mag. Ehrensache, sozusagen.

Kein strenger Hauswart
Herbert Banzer liebt den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, der sich durch die Formatio täglich ergibt. «Ich gehe mit den Schülern so um, wie ich es früher zu Hause auch mit meinen Kindern hielt», sagt der Triesner. «Ich war nie ein strenger Vater – und bin auch kein strenger Hauswart.» Nein, er ist viel mehr. Er ist eine Vertrauensperson, an die sich die Schüler gerne mit ihren Anliegen wenden. Schon oft hat er ihnen aus der Patsche geholfen – sei es, weil ein Fussball auf dem Dach landete oder ein Hausschuh aus unerfindlichen Gründen im Deckenrohr steckte. Und wenn jemand etwas im Schulzimmer vergessen hatte, kam Herbert Banzer auch schon mal am Wochenende ins Fabrikgebäude, um die Tür aufzuschliessen. Mit einem Schmunzeln erinnert er sich an frühere Zeiten, als die Schüler noch als Strafarbeit dem Hauswart am Samstag helfen sollten. «Jedes Wochenende meldeten sich mehr Schüler zum Dienst», lacht der 55-Jährige. «Es gefiel ihnen offenbar zu gut bei mir.» Verständlich – versorgte der fürsorgliche Hauswart seine Schützlinge doch erst einmal mit einem üppigen Znüni, bevor er sie leichte Arbeiten verrichten liess und dann frühzeitig nach Hause schickte. «Irgendwann merkten es aber wohl die Lehrer und die Strafarbeiten wurden plötzlich abgeschafft», fügt er augenzwinkernd an.

Das Reisen entdeckt
Sorgt er mal nicht im Fabrikgebäude für Ordnung, verbringt Herbert Banzer seine Zeit am liebsten mit der Familie – seiner Frau und seinen zwei mittlerweile erwachsenen Kindern sowie dem Freund der Tochter. Dann verwöhnt der leidenschaftliche Hobbykoch sie mit feiner Hausmannskost. Ausserdem hat er das Reisen für sich entdeckt: «Früher hätte man mich nicht weiter weg wie ins Tirol locken können. Heute geniesse ich es, mit meiner Frau Mallorca zu bereisen. Ich wünsche mir, noch viele andere Destinationen entdecken zu dürfen.» Und noch einen Wunsch hegt der 55-Jährige: «Ich wäre reif für Enkel.» Auch wenn diese Entscheidung nicht bei ihm liegt, eines wäre garantiert: Ein besserer Opa liesse sich kaum finden. (ne)

 

11. Sep 2014 / 08:12
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