• Roger Federer diktiert das Geschehen auch im Final gegen Alex de Minaur nach Belieben
    Roger Federer diktiert das Geschehen auch im Final gegen Alex de Minaur nach Belieben  (KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Federer triumphiert erneut in Basel

Roger Federer macht das Stängeli an den Swiss Indoors perfekt. Der 38-Jährige setzt sich im Final seines Heimturniers in Basel gegen den Australier Alex de Minaur (ATP 28) 6:2, 6:2 durch.
Tennis. 

Die Gegner wechseln mit den Jahren, aber er siegt in aller Regelmässigkeit und entgegen der altersbedingten Gesetzmässigkeiten: Zum zehnten Mal triumphierte Roger Federer am Sonntag in Basel, zum fünften Mal in Folge nach nunmehr 24 Siegen am Stück in der St. Jakobshalle. Man könnte also meinen, dass sich beim Siegen eine gewisse Routine eingeschlichen hätte. Doch weit gefehlt. Dieser Jubiläums-Titel trieb dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger während der Platzrede Tränen in die Augen. Nie habe er gedacht, dass er hier zehnmal triumphieren könnte - "ich hätte ja nicht einmal gedacht, dass ich hier einmal gewinnen würde", sagte Federer sichtlich gerührt.

Mit nunmehr 38 Jahren dominierte Federer die Swiss Indoors nach Belieben. So überlegen wie bei seinem 19. Anlauf im Haupttableau war er noch nie. Begünstigt auch von einem Freilos im Viertelfinal nach der Aufgabe von Stan Wawrinka gab er in der ganzen Woche lediglich 18 Games ab. 263 (bestechende) Minuten reichten, um den Jubiläums-Triumph perfekt zu machen, der ihm in diesem Sommer auch schon in Halle gelungen ist.

Lediglich 4 dieser 18 Games gehen auf das Konto von Alex de Minaur, der sich mit seinen Defensivkünsten als Ungesetzter in den Final kämpfte, der in den 68 Minuten gegen den auf ganzer Linie überzeugenden Federer aber ähnlich chancenlos war wie zuvor Peter Gojowczyk, Radu Albot und Stefanos Tsitsipas.

Zwar zwang der 20-jährige De Minaur den Schweizer vermehrt in Ballwechsel, auch er musste sich auf der schnellen Unterlage in der St. Jakobshalle seinen Service aber in beiden Sätzen früh und jeweils noch ein zweites Mal abnehmen lassen. Nur einmal, im siebten Spiel des zweiten Satzes, geriet Federer als Aufschläger ansatzweise in Bedrängnis. Das 0:30 machte er wett, ohne einen Breakball abwehren zu müssen.

Federer hält damit bei 103 Turniersiegen. Nur noch sechs Titel fehlen ihm zum einst für unerreichbar gehaltenen Rekord von Jimmy Connors. Dass er auch im fortgeschrittenen Tennis-Alter zu den vier besten Tennisspielern der Welt neben Novak Djokovic, Rafael Nadal und dem in den letzten Monaten aufgerückten Daniil Medwedew gehört, unterstrich er 2019 unter anderem mit den Titeln in Dubai, Miami, Halle und Basel und dem hauchdünn entglittenen neunten Triumph in Wimbledon.

Mit dem fünften Triumph in Folge (2016 fehlte er wegen einer Verletzung) baute Federer seine Siegesserie in Basel auf 24 Siege aus. Seine letzte Niederlage datiert von 2013, als er im Final Juan Martin Del Potro unterlag. Bereits vor einer Woche hatte er angekündigt, an seinem Heimturnier anzutreten, solange er noch spielt. (sda)

27. Okt 2019 / 16:30
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