Zürcher SVP wirbt mit KI-Bild für Initiative – und das geht in die (Leder-)Hosen
Die SVP wirbt auf Social Media seit geraumer Zeit mit KI-Bildern für ihre Anliegen. So auch die Partei des Kantons Zürich: Am Dienstag postete sie ein Bild einer Familie in den Bergen, mit welcher sie auf die Neutralitätsinitiative aufmerksam machen wollte. Auf den geplanten Inhalt ging allerdings fast niemand ein – stattdessen wurde das Sujet rege diskutiert.
So machte der Mann auf dem Bild viele stutzig: Dieser trägt keine typisch schweizerische Kleidung, wie es die Werbung für eine Schweizer Initiative erwarten lassen dürfte, sondern typisch bayrische Lederhosen. Dafür bekam die SVP in den Kommentaren ihr Fett weg. «Ah, die Lösung für Frieden heisst also, eine deutsche oder österreichische Tracht zu tragen? Spannend!», so ein User. Ein anderer fragte: «Sind die auf dem Weg ans Oktoberfest?»
Auch in der Politik sorgte der Post der SVP für Spott. «Freunde, wenn ihr schon mit KI eure Älpler bastelt, dann zieht ihnen doch bitte Schweizer Trachten statt bayerische Lederhosen an, ja?», schrieb die Grüne Nationalrätin Meret Schneider in einem Post auf Instagram.
Noch härter mit der SVP ging derweil der ehemalige Mitte-Präsident Gerhard Pfister ins Gericht. «Bayerische Trachten in einem Schweizer Abstimmungskampf einzusetzen ist das Gegenteil von neutral, so wie es die Initiative fordert», so Pfister. Und weiter: «Dummheit ist halt nicht neutral.»
So erklärt sich die SVP
Die SVP will von der Kritik und einem Fehler derweil nichts wissen. Die Darstellung solle den länderübergreifenden Frieden im Alpenraum symbolisieren, schreibt sie auf X. Die Kleidung sei bewusst «alpenländisch» gehalten und nicht als Abbildung einer bestimmten regionalen oder nationalen Tracht gedacht. «Wer sich an einer Illustration abarbeitet, weicht der eigentlichen politischen Debatte aus», kritisiert die Partei.
Es ist nicht das erste Mal, dass die SVP mit einem KI-Post für Lacher sorgt. Im Februar veröffentlichte die kantonale Partei in der Waadt ein KI-Bild eines Mannes mit Kind, auf dem eine Kantonsflagge gleich mehrere Fehler aufwies. So wurden die Farben vertauscht, das «et» bei «Liberté et Patrie» ging verloren und die Fahne hatte das falsche Seitenverhältnis.
Was beim neusten Bild der Zürcher SVP hinzukommt: Das Bild ist, im Gegensatz zu anderen Posts, nicht als KI-generierter Post ausgewiesen. Gemäss dem «Blick» wurde dieses mit der Google-KI Gemini erstellt. (dab, watson.ch)
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