«Friends of Switzerland»: Debakel für Trump mischt auch Schweizer Verbündete auf
Die Ohrfeige für Präsident Donald Trump und seine Republikaner und der Triumph der Demokraten bei den Zwischenwahlen vom Dienstag haben nicht nur die US-Politik durchgeschüttelt. Auch eine für die Beziehungen der Schweiz zu den USA wichtige Vereinigung steht nach den «Midterms» vor dem Umbruch.
Die Rede ist vom «Friends of Switzerland Caucus» im US-Kongress. In der Gruppe haben sich 40 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 4 Mitglieder des Senats aus beiden Parteien zusammengeschlossen. Sie setzen sich für die Stärkung der schweizerisch-amerikanischen Beziehungen ein und pflegen regelmässigen Austausch mit der Freundschaftsgruppe Schweiz-USA des National- und Ständerats.
Die Beweggründe für das Engagement bei den «Friends of Switzerland» unterscheiden sich: Einige Mitglieder haben familiäre Wurzeln in der Schweiz. Andere vertreten Wahlkreise oder Bundesstaaten, in denen Schweizer Unternehmen mit vielen Arbeitsplätzen präsent sind.
Treibende Kraft hinter der Gründung im Jahr 2003 und erster Co-Präsident war der damalige republikanische Abgeordnete und spätere Senator Rob Portman aus Ohio. Sein Vorfahre Urs Viktor Portmann war 1868 aus Herbertswil SO nach Amerika ausgewandert.
Langjährige Schweiz-Freundin wird Gouverneurin
Am Dienstag ist Portmans Nachfolger Bill Huizenga von der blauen Welle – dem Wahlsieg der Demokraten – weggespült worden. Der republikanische Abgeordnete aus Michigan hatte 2022 das Co-Präsidium der «Friends of Switzerland» im Repräsentantenhaus übernommen. Er verlor seinen lange Zeit als sicher geltenden Wahlkreis gegen seinen demokratischen Herausforderer Sean McCann.
Nebst Huizenga verloren zwei weitere republikanische «Friends of Switzerland» ihren Sitz. 30 Schweiz-Freunde wurden wiedergewählt, bei vier läuft die Auszählung in knappen Rennen noch. Drei Mitglieder sind auf die Zwischenwahlen hin zurückgetreten.

Von den vier Mitgliedern der Freundschaftsgruppe im Senat stand nur der Sitz des Republikaners James Risch aus Idaho zur Wahl, der die Wiederwahl problemlos schaffte. Allerdings kommt es auch hier zu einem prominenten Abgang: Die Demokratin Amy Klobuchar, die seit der Erweiterung des «Friends of Switzerland Caucus» auf den Senat im Jahr 2011 dort als Co-Präsidentin diente, wurde am Dienstag zur Gouverneurin ihres Heimatstaats Minnesota gewählt. Dieses Amt tritt sie Anfang 2027 an und wird bis spätestens dann aus dem Senat zurücktreten.
In Bern bleibt man gelassen
Das Aussendepartement EDA schreibt auf Anfrage, die Schweiz unterhalte enge Beziehungen quer durch das ganze politische Spektrum der USA. Die Veränderungen in der Zusammensetzung des Kongresses änderten «nichts am Einsatz für eine starke, parteiübergreifende Beziehung zu den Vereinigten Staaten».
Der «Friends of Switzerland Caucus» sei in den letzten Jahren stark gewachsen auf die historische Höchstmarke von 44 Mitgliedern, betont das Aussendepartement: «Dies widerspiegelt das anhaltende Interesse an den starken bilateralen Beziehungen zwischen unseren Ländern». Die Schweizer Botschaft in Washington werde nach den Zwischenwahlen ihre Kontakte zu Kongressabgeordneten beider Parteien, einschliesslich neu gewählter Vertreter, fortsetzen,
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