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«SRG wird kaputt gemacht»: Bündner aus der zweiten Reihe bringt Pfeffer in SRG-«Arena»

Soll die SRG die Haushalte 300 oder 200 Franken jährlich kosten? Wie viel braucht es, den Service Public zu gewährleisten? Was könnten überhaupt private Medienhäuser übernehmen? Antworten lieferte die Abstimmungs-«Arena».
SRG-Generaldirektorin will für ihr Medienhaus Schlimmeres verhindern. Der Direktor des Gewerbeverbands Urs Furrer hingegen seine Mitglieder von der SRG-Abgabe befreien. (Bild: Screenshot SRF)
In der Arena setzt sich Jon Pult, SP-Vizepräsident, gegen die Initiative ein. (Bild: Screenshot SRF)
Susanne Wille vertrat als Generaldirektorin die SRG. (Bild: Screenshot SRF)

Es ist noch nicht so lange her, da hat Bundesrat Albert Rösti gesagt: «Es scheint, als brauche es jetzt eine Initiative zur Halbierung der Rundfunkgebühren, um die SRG auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.»

SRG-Generaldirektorin will für ihr Medienhaus Schlimmeres verhindern. Der Direktor des Gewerbeverbands Urs Furrer hingegen seine Mitglieder von der SRG-Abgabe befreien. (Bild: Screenshot SRF)

Das war im Frühjahr 2019 und Rösti war nicht Bundesrat, sondern SVP-Präsident. Als solcher gehörte er auch zu den Mitinitiantinnen und Mitinitianten der SRG-Initiative, auch als Halbierungsinitiative bekannt.

Im Frühjahr 2026 steht der gleiche Albert Rösti nun in der «Arena» – und bekämpft die SRG-Initiative. Mit ihm zusammen bildeten die Kontra-Seite:

  • Priska Wismer-Felder, Nationalrätin Die Mitte/LU
  • Jon Pult, Vizepräsident SP
  • Susanne Wille, Generaldirektorin SRG

Für die Initiative argumentierten:

  • Gregor Rutz, Nationalrat SVP/ZH
  • Melanie Racine, Vizepräsidentin Jungfreisinnige
  • Jan Koch, Vizepräsident Bündner Gewerbeverband und Grossrat SVP/GR
  • Urs Furrer, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband
In der Arena setzt sich Jon Pult, SP-Vizepräsident, gegen die Initiative ein. (Bild: Screenshot SRF)

Und über noch etwas Anderes ärgerte sich Pult. Die Befürworterinnen und Befürworter der SRG-Initiative wurden nicht müde zu betonen, die Programme von SRF würden den privaten Medienhäusern Konkurrenz machen.

«Zu sagen, die SRG sei überlebenswichtig für die Demokratie ist ein Affront gegenüber privaten Anbietern», sagt Rutz. «Die machen einen hervorragenden Job und sind wesentlich für die Medienvielfalt.»

Gegen Vielfalt habe auch niemand etwas, erwidert Pult. Doch sei es naiv zu glauben, dass das bei der SRG eingesparte Geld käme automatisch den Privaten zugute. Der Schweizer Medienmarkt sei viel zu klein und dann erst noch in vier Sprachräume fragmentiert, als dass die privaten Verlage allein gewinnbringend arbeiten könnten.

SRG-Generaldirektorin Susanne Wille, sichtlich bemüht darum, das gute Verhältnis zwischen SRG und den privaten Anbietern zu betonen, fand dafür folgenden Vergleich: «Halbiert man eine Säule, wird die andere nicht doppelt so gross».

Susanne Wille vertrat als Generaldirektorin die SRG. (Bild: Screenshot SRF)

Rutz ist schon im Ziel

Gregor Rutz blieb auch im Einzelgespräch mit Moderator Brotz dabei: Viele Dinge, die das SRF covert, könnten auch die Privaten abdecken.

Brotz, der als SRF-Moderator und damit von der Initiative Direktbetroffener eine anspruchsvolle Aufgabe hatte und diese souverän, fair und doch angriffslustig meisterte, hakte nach. Ob Rutz ihm drei Beispiele für Veranstaltungen nennen könnte, die die Privaten vom SRF übernehmen könnten.

Rutz konnte nicht.

Schützen- und Schwingfeste? Mit diesen Beispielen traf Rutz weder ins Schwarze noch legte er den Gegner damit auf den Rücken.

Ihm dürfte es egal sein. Der SVP-Nationalrat war die ganze Sendung über bestens gelaunt. Und das kann er ja auch sein: Sein jahrelanger Kampf gegen die SRG hat Erfolg.

Mit der von Bundesrat Rösti veranlassten Verordnung brechen der SRG 270 Millionen Franken jährlich weg: 17 Prozent ihres Umsatzes.

SRG-Generaldirektorin Wille muss auch so schon bis zu 900 Vollzeitstellen streichen. Für Rutz und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter eine Genugtuung.

Die sogennannte Halbierungsinitiative ist nur noch die Kür.

 
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