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Roadtrip auf der A1 oder Schweige-Retreat im Kloster: Wir schicken den Bundesrat in die Ferien

Nach dem traditionellen Bundesratsreisli verabschiedet sich unsere Landesregierung in die Sommerferien. Wohin es sie dieses Jahr zieht? Wir hätten da ein paar Ideen.
von Lea Hartmann
Reiseleiter Parmelin auf dem Bundesratsreisli am Donnerstag im Waadtland. (Bild: Anthony Anex)
Ab in den Urlaub! Nach dem Bundesratsreisli gehts für die Regierung in die Ferien. (Bild: Anthony Anex)

Die letzte Bundesratssitzung ist vorbei, die Ferienlektüre in Form eines Stapels an Dossiers parat. Und manch eine Bundesrätin oder ein Bundesrat nach zwei Tagen auf dem traditionellen «Schulreisli» hitze- und vielleicht auch aperobedingt definitiv sommerferienreif.

Kommt kein Zollhammer und keine Bankenrettung dazwischen, trifft sich das Gremium das nächste Mal Mitte August wieder. Was die Bundesrätinnen und -räte in der Zwischenzeit, abgesehen von beruflichen Terminen, tun? Wer nachfragt, erfährt nicht viel.

Das lässt unsere Fantasie blühen. Wir liefern sieben Ferientipps für die Bundesrätinnen und Bundesräte:

Guy Parmelin: Golfen in Florida

Der Bundespräsident reist nächste Woche beruflich in die USA. Später werde er ein paar Ferientage in der Schweiz verbringen und unter anderem ein paar Comics lesen, teilt sein Sprecher mit. Dabei liesse sich Arbeit und Vergnügen in seinem Fall optimal kombinieren. Anschliessend an die Zollverhandlungen in Washington schlagen wir Parmelin einen Abstecher in den «Sunshine State» Florida vor. Nebst Ausflügen an den Strand könnte Wirtschaftsminister bei US-Präsident Donald Trump in Palm Beach vorbeischauen. Und bei einer Runde Golf einen definitiven Zolldeal einlochen.

Elisabeth Baume-Schneider: Ab ins Altersheim

Die Innenministerin reist für ein paar Tage in die Dolomiten, lässt ihre Sprecherin ausrichten. Die übrige sitzungsfreie Zeit verbringe sie in der Schweiz. Doch warum nicht etwas weiter in die Ferne schweifen? Japan liegt als Reiseziel im Trend. Statt Schnellzug zu fahren oder in einem traditionellen Gästehaus zu übernachten, empfehlen wir der SP-Bundesrätin einen Altersheimbesuch. Japan ist ein Land von Senioren - eine Entwicklung, die auch der Schweiz bevorsteht. Vielleicht findet sie hier Inspiration für die nächste (oder übernächste) AHV-Reform?

Martin Pfister: Als Einkaufstourist über die Grenze

Mitte-Bundesrat Pfister macht ebenfalls Ferien wie aus dem Regierungskatalog: Er verbringe die freien Tage in der Schweiz, wandere und lese, heisst es. Wir legen ihm ergänzend einen kleinen Shoppingtrip ins Deutsche ans Herz. Highlight: das Rückfordern der Mehrwertsteuer. Die hat es dem Verteidigungsminister schliesslich angetan. Während er auf den Stempel wartet, kann er ausrechnen, wie viele Kampfjets bei einer Erhöhung der Steuer auf deutsches Niveau möglich wären.

Albert Rösti: Roadtrip auf der A1

Eigentlich hatte Albert Rösti vor, Sohn und Schwiegertochter in den USA zu besuchen. Wegen der kürzlichen Rücken-OP sei das nun nicht möglich, schreibt seine Sprecherin. Als Alternative schlagen wir dem Verkehrsminister einen Roadtrip auf der A1 vor. Für die Übernachtung bietet sich das Hotel Grauholz an: direkt am Autobahnabschnitt gelegen, den der SVP-Bundesrat auf acht Spuren ausbauen will. Eine schönere Aussicht kann man sich als Verkehrsminister doch nicht vorstellen.

Ab in den Urlaub! Nach dem Bundesratsreisli gehts für die Regierung in die Ferien. (Bild: Anthony Anex)

Ignazio Cassis: Jetset im Tessin

Den bundesrätlichen Ferien-Dreiklang zu Hause bleiben, wandern und lesen hat auch Ignazio Cassis verinnerlicht, bestätigt sich auf Nachfrage. Gut, als Aussenminister fühlen sich Ferien im Ausland vielleicht auch immer ein bisschen wie Arbeit an. Und im Tessin ists einfach am schönsten. Um trotzdem etwas rumzukommen, schlagen wir dem FDP-Bundesrat und Vielflieger einen Tagesausflug nach Locarno vor – im Bundesratsjet, natürlich.

Beat Jans: Schweigen im Kloster

Verschwiegen gibt sich auch das Departement von Beat Jans. Aber wir können es uns ja denken. Sollte der SP-Bundesrat zwischen Wanderungen und Bücherlesen noch etwas Zeit haben, hätten wir auch für Jans einen Vorschlag: ein Schweigeretreat im Kloster. Drei Tage einfach mal nichts tun und nichts sagen: Nach seinem Abstimmungskampf gegen die 10-Millionen-Initiative eine angenehme Abwechslung.

Karin Keller-Sutter: Boxcamp oder All-inclusive

Wohin es die Karin Keller-Sutter zieht, bleibt ihr Geheimnis. Sie verbringe mit Freunden und Familie «Zeit im In- und Ausland», richtet ihr Sprecher aus. Auch wir können uns nicht so recht festlegen. Wie wärs mit einem Box-Trainingscamp auf Bali? Anschliessend ist die Hobbyboxerin und Finanzministerin für jeden Kampf ums Budget gerüstet. Oder doch All-inclusive-Urlaub in Ägypten? Wieder daheim, kann sie sich einen Seitenhieb an Kollege Pfister nicht verkneifen: Sie hatte einen Fixpreis, der verhebt.

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/schweiz/sommerferien-des-bundesrats-wo-die-regierung-jetzt-hinreist-art-741767

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