­
­
­
­

So will der Nationalrat die Aufrüstung finanzieren – SP droht mit Referendum

Der Nationalrat legt ein Gegenkonzept zum Ständerat vor, um der Armee mehr Geld zu geben: keine Erhöhung der Mehrwertsteuer, dafür sparen bei internationaler Zusammenarbeit. Die SP reagiert.
Die Armee will ein neues Luftabwehrsystem grosser Reicheweite kaufen (im Bild Samp/T New Generation) – und braucht Geld. (Bild: Othmar von Matt)

Keine Erhöhung der Mehrwertsteuer: Das ist die politische Maxime der sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats. In ihrer zweiten Sitzung zur Finanzierung der Armeeaufrüstung einigte sie sich auf ein Gegenkonzept zum Ständerat.

Es sieht folgendes vor: Die Internationale Zusammenarbeit (IZA) muss 200 Millionen Franken sparen. Auch die Einnahmen der Kantone aus der direkten Bundessteuer werden um 400 Millionen gekürzt. Dazu sollen  nicht ausgeschöpfte Kreditreste des Bundes von 330 Millionen zur Armee fliessen, genauso wie Einnahmen von 400 Millionen aus der Mehrwertsteuer, die künftig zweckgebunden sein sollen.

Mit diesem Gegenkonzept will der Nationalrat die 1,3 Milliarden Franken generieren, die jährlich von 2028 bis 2045 in einen neu zu schaffenden Fonds fliessen sollen. Total geht es um 24 Milliarden. Der Ständerat zeichnete einen anderen Weg: Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,2 Prozent (800 Millionen) und langsamerer Covid-Schuldenabbau (500 Millionen).

Es gibt einen weiteren Unterschied. Der Ständerat beschloss, dass sich der Fonds über 12 Milliarden verschulden darf. Der Nationalrat hingegen beharrt auf nur 6 Milliarden. Hinter den Kulissen ist zu hören, die grosse Kammer arbeite auf einen späteren Kompromiss von 9 Milliarden hin.

Streit zwischen SP und Mitte

Die SP kritisiert nun die Mitte. «Sie ist komplett eingeknickt», sagt Nationalrätin Linda De Ventura. «Die Mitte liess sich von der SVP diktieren, wie die Aufrüstung der Armee finanziert werden soll.»

Dabei habe die SP der Mitte «auf allen Kanälen, auch über ihren Bundesrat», angeboten, gemeinsam eine Lösung zu finden. «Doch die Mitte hat sich entschieden, zusammen mit der SVP und FDP für die Aufrüstung eine radikale Abbaupolitik in Kauf zu nehmen.» De Ventura kündigt Folgen an: «Kommt die beschlossene Lösung durch, die Einsparungen bei der Internationalen Zusammenarbeit (IZA) enthält und die zu Kürzungen bei der Landwirtschaft, Bildung sowie beim Personal führen wird, werden wir das Referendum ergreifen.»

Ist die Mitte tatsächlich eingeknickt? «Das genaue Gegenteil ist der Fall», sagt Nationalrat Reto Nause. Von links seien Anträge gekommen, das Geschäft gar nicht zu behandeln oder die F-35 Beschaffung zu stoppen, sagt er. «Die SP hat sich komplett verabschiedet aus strategischen Fragen rund um die Verteidigungsfähigkeit dieses Landes.» «Ultimativer Beweis» dafür sei: Die SP lehne die Erhöhung der Mehrwertsteuer ab.

«Wo ist da die Basis für eine Zusammenarbeit?», fragt Nause rhetorisch. Und sagt: «Verschaukeln kann ich mich selbst.» Die SP sei bei Woodstock stehengeblieben: «Sie glaubt, Blümchen auf Helmen brächten Frieden.»

 
Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

Keine Mehrwertsteuer, kein Fonds: Wie SVP und FDP die Aufrüstung finanzieren wollen

Seit Jahren schaffen es die Bürgerlichen nicht, die Armeeaufrüstung zu finanzieren. Da nun eine Mitte-links-Allianz droht, setzen sie auf eine ganz neue Lösung.
12.10.2026

Seltsame Allianz: Mehrheit will mehr Geld für die Armee – FDP und SP sagen Nein

Der Ständerat hat am Montag beschlossen, weitere 24 Milliarden Franken für Rüstungskäufe bereitzustellen. Das Volk soll dazu auch über eine Steuererhöhung abstimmen – aber erst später.
21.09.2026

Armee-Steuer schrumpft – doch der FDP ist auch das zu viel

Die geplante Mehrwertsteuererhöhung für die Armee wird immer kleiner. FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann will gar keine Erhöhung – und sagt, wo der Bund stattdessen sparen soll.
25.08.2026

Wettbewerb

2x2 Tickets für «Heilig Abend» zu gewinnen
Heilig Abend

Umfrage der Woche

Nutzen Sie das elektronische Gesundheitsdossier (eGD) aktiv für Ihre Gesundheitsdaten?
­
­